Huhn, Zitronenbutter, Brot

Wenn es einem Huhn (geschmacklich) so gut bekommt, wenn man ihm eine Zitrone in den Hintern schiebt, wie muss das erst werden, wenn man die (Salz-)Zitrone häckselt, mit Butter, Knoblauch und Kräutern vermischt und das dem schönen Tier unter die Brusthaut massiert und auf den Schenkeln verteilt. Wir waren allesamt sehr gespannt und vereint in der Hoffnung, dass der Mann am Herd Bratzeit und -Temperatur richtig einstellt und kontrolliert. Denn viel mehr gibt es nicht zu beachten. Außer vielleicht, ein Huhn zu kaufen, das bis zum Schluss mit dem Bauern um die Wette gerannt ist. Das Rezept stammt aus dem Ottolenghi-Schmöker »Simple« und der Name soll ja Programm sein.

Küchentagebuch, Mittwoch 7. Juli 2021

  • Zitronenhähnchen (Ottolenghi, Simple, im Netz bei Schnuppschüss)
  • Wurzelbrot
  • Joghurtmousse mit Erdbeeren
Ich möchte ja den Hazan-Fans nicht zu nahe treten, aber mit Butter …

Tomaten, Altes Brot, Olivenöl

Das bessere ist des guten Feind? Tja, aber es gibt halt auch Rezepte, die wahrscheinlich mehr als hundert Jahre alt sind, und doch nicht verbessert werden können und müssen. Ich hatte mich gerade entschieden, bei diesem Sommereinbruch »Pappa al pomodoro« zu machen – es ist ja keine Kunst, alle Zutaten im Haus zu haben*) und halbwegs geschmackvolle frische Tomaten gibt’s auch schon ein paar – da fiel mir ein, dass Herr Ottolenghi irgendwo in seinem Buch behauptet, es besser zu können. Hä? Nun, er braucht dazu frische Curryblätter und verschiedene Chilischoten und schwarzen Senfsamen, die in Olivenöl frittiert und als knuspriges Topping drüber gestreut werden, und natürlich Brot, Tomaten und Basilikum. Und – ja richtig, er kommt mit ungefähr 10 Minuten Kochzeit aus und meint, keine Brühe zu brauchen! Mit Curryblättern, die allerdings auch optional sind, kann ich nicht dienen, da der einzige Asia-Markt im Umkreis von 500 km die Corona-Krise hat, aber ich lass mir ja nicht nachsagen, ich sei zu alt für Neuerungen. Das Schwierigste an dem Gericht ist und bleibt der Tanz von Rita Pavone. Frau T. meint, ich müsse noch üben:

*) natürlich ist es doch ein bisschen schwer: Selbstgebackenes Brot hält länger frisch, schmeckt auch aufgetoastet gut und bleibt so seltener übrig. Aber mit ganz viel Disziplin schafft man auch diese Hürde (Schulter, klopf, klopf, klopf)

Küchentagebuch, Sonntag 20. Juni 2021

  • Pappa al pomodoro mit Limette und Senfsamen (aufgepeppt von Herrn Ottolenghi, im Netz leider nur Englisch und jetzt hier mein PDF)
  • Griechischer Joghurt mit Rhabarber-Kompott
Anders als gewohnt, vielleicht besser, nicht komplizierter

Aubergine, Tomate, Aprikosen

Man kann sich auch an kleinen Dingen freuen – größere gibt es ja im Moment recht wenige. Heute zum Beispiel hatte ich vergessen, dass zu einem marokkanischen Gericht natürlich auch Minze gehört. Die hat letztes Jahr im Garten sehr geschwächelt, und da ich es nicht lassen konnte, trotzdem zu ernten, war ich eigentlich davon überzeugt, dass da nicht mehr viel zu holen ist. Aber hallo! Kaum lässt man die auch nur ein kleines bisschen unbeobachtet: Alle drei Sorten stehen da lehrbuchreif und erntebereit. Vielleicht weil sie in Rufweite zum Rhabarber stehen und die sich gegenseitig hochschaukeln. Mir kanns nur recht sein. Gibt es ein Rezept mit Rhabarber und Minze?

Küchentagebuch, Samstag 22. Mai 2021

  • Kefta-Tajine wie vom Souk (der Titel ist ein wenig großspurig, aber wenn das Rezept so gut ist, lass ich mit mir reden)
  • Fladenbrot
  • Rahabarber-Parfait
Wie im Souk? Auf jeden Fall gut.