Spargel

und Schinken und Kartoffeln und Bérnaise. Spargel halt. Auch in dieser Saison, die sich langsam ihrem Ende entgegen neigt, habe ich kein Rezept entdeckt, das mich neugierig genug gemacht hätte, mich stante pede an den Herd zu begeben. Da mir drei mal im Jahr Spargel (also: Spargel) auch ausreichen, habe ich damit keine Problem – zumal es Heideschinken und Heidekartoffeln und Béarnaise das ganze Jahr über gibt. Wenn dann im Oktober die Saison*) wieder beginnt, schauen wir weiter.

*) in Australien oder wo auch immer, ich kenn mich da nicht aus. Aber irgendwo wird es immer Spargel geben, die deutschen Verbraucher sind ganz verrückt danach

Küchentagebuch, Dienstag 15. Juni 2021

Zum ersten, zum zweiten, zum dritten

Spargel, Schinken, Bérnaise

Heute habe ich den Spargel direkt auf dem Feld gekauft. Also ich und die Verkäuferin, wir waren am Rand des Feldes und der Spargel auf dem Feld unter der Folie. Auf jeden Fall habe ich angehalten, obwohl ich ohnehin auf dem Weg zum Markt war. Wie lang der Spargel auf dem Markt schon rumliegt! Und wie teuer er dort ist! Die Transportkosten, die Kühlung, die Autobahnmaut. Ich weiß nicht, ob jede Spargelstange aus Australien einen Sitzplatz hat, aber auch in der Holzklasse geht das sicher ganz schön ins Geld. Nö, ich kaufe hier, von der Bauern-Familie früh morgens aus der regionalen Erde gewutzelt, fachmännisch gelagert, bis ich – König Kunde – vorbeikomme und ihnen die Tages-Ernte abnehme. Andererseits, wenn ich so darüber nachdenke: Das Feld war menschenleer, die Fingernägel der Verkäuferin blitzeblank sauber. Ob die vielleicht den Spargel vom Markt hierher herausgefahren haben, um mich übers Ohr zu hauen? Denkbar wärs.

Küchentagebuch, Mittwoch 26. Mai 2021

… und Kartoffeln

Linguine, Spargel, Lachs

Ich liebe Duolingo. In der Pandemie sind einige Sprachen dazu gekommen, Holländisch z.B. ist lustig. Aber eigentlich liegt mein Focus auf den romanischen Sprachen – jetzt auch mit Französisch. Kürzlich war ein Satz: »Chaque fleur attire sa mouche«. Was war ich stolz, übersetzen zu können: »Jede Blume zieht ihre Fliege an«. Aber: Ist das jetzt der französische Deckel auf dem deutschen Blumentopf? Wenn das Zwischennetz nicht mindestens hundert Fundstellen liefert, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es sich lohnt, sich das zu merken, denn schräge Sätze sind ja so was wie ein Markenzeichen von Duolingo. Im französischen Netz gibt es nur Hinweise auf ein Zitat von Jules Renard, im deutschen Netz scheint es zu dieser Suchanfrage andere Probleme zu geben: Kleine Fliegen in der Blumenerde. Trauermücken loswerden – das können Sie tun. Ich glaub, ich merk mir den Satz nicht, aber immerhin habe ich durch die Recherche festgestellt, dass ich nicht alleine bin, das tröstet ein bisschen.

Küchentagebuch, Sonntag 16. Mai 2021

  • Linguine mit Spargel und Lachs ( das angedeutete zweite oder dritte Spargelrezept von mankannsessen, mein erstes mit gebratenem Spargel)
  • Rhabarberkompott mit Eis
Auch für Traditionalisten …