{"id":229,"date":"2011-09-06T19:52:25","date_gmt":"2011-09-06T18:52:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=229"},"modified":"2011-09-06T19:52:25","modified_gmt":"2011-09-06T18:52:25","slug":"inter-regio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2011\/09\/06\/inter-regio\/","title":{"rendered":"Inter-Regio"},"content":{"rendered":"<p>Es gab ja hier eine kleine Blog-Pause. Nicht dass ich vorhabe, zuk\u00fcnftig jede Pause zu begr\u00fcnden, aber diesmal war ich ein paar Tage auf einem Familienfest und bin\u00a0 gestern mit dem Zug zur\u00fcckgefahren. Dazu musste ich erst mal mit etwas, das sich S-Bahn nennt, Richtung Karlsruhe. Und kaum hatte ich mich gesetzt, da kam eine Durchsage (Ortsname verfremdet): \u201eN\u00e4chste Haltestelle \u201aLauschden\u2018; Zug h\u00e4lt nur bei Bedarf!\u201c<\/p>\n<p>Und wenn man im Nachbarort aufgewachsen ist, dann fragt man sich nat\u00fcrlich, wo um alles in der Welt denn da der Bedarf entstehen soll, kurz: h\u00e4tte man sich diesen Halt denn nicht gleich sparen k\u00f6nnen? Fremde Menschen haben doch keinen Grund \u00a0da\u00a0 auszusteigen, und Einheimische, die zusteigen k\u00f6nnten, m\u00fcssten ja clever genug sein, fliehen zu wollen \u2013 und solche Menschen wohnen dort prinzipiell nicht.<\/p>\n<p>Aber der Zug hat gehalten. Der Bedarf war offensichtlich da. Mehrere Menschen sind eingestiegen \u2013 ohne Gep\u00e4ck, also noch nicht mal auf der Flucht \u2013 und andere sind ausgestiegen \u2013 ohne Ekel und Verachtung im Gesicht. In\u00a0 meiner Kindheit, als eine Fehde noch eine Fehde war und <strong>immer<\/strong> mit dem Wohnort zu tun hatte, w\u00e4re das nicht m\u00f6glich gewesen! Aber heute scheint man das Nachbardorf genau so leicht erreichen zu k\u00f6nnen wie \u2013 sagen wir einmal \u2013 Barcelona, New York oder Hongkong. Der Sieg der Globalisierung und das Ende der Regionen \u2013 traurig.<\/p>\n<p>Nur in der K\u00fcche, da feiert die Regionalit\u00e4t fr\u00f6hliche Urst\u00e4nd\u00a0 und bl\u00fcht richtig auf \u2013 trotz Subway, McDonalds und Vapiano. Und jetzt kommt\u00a0 der eigentliche Skandal: Obwohl ich vier Tage im Schw\u00e4bischen war, gabs nicht ein Mal, kein einziges Mal Sp\u00e4tzle! Eigentlich undenkbar oder \u2013 aus einer anderen Sicht \u2013 unentschuldbar!<\/p>\n<p>Deshalb muss es heute in der L\u00fcneburger Heide welche geben, sozusagen Sp\u00e4tzle mit Migrationshintergrund. Das <strong>K\u00fcchentagebuch<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li>Sp\u00e4tzle und Geschnetzeltes mit Sahne-Bechamel mit Kopfsalat<\/li>\n<li>Marmorierte Mousse au Chocolat<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_230\" aria-describedby=\"caption-attachment-230\" style=\"width: 590px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/moussemarmoriert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-230\" title=\"moussemarmoriert\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/moussemarmoriert.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/moussemarmoriert.jpg 600w, https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/moussemarmoriert-300x213.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-230\" class=\"wp-caption-text\">Marmorierte Mousse au Chocolat<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und warum?<\/p>\n<ul>\n<li>Sp\u00e4tzle waren wie gesagt gesetzt. Linsen w\u00e4ren m\u00f6glich gewesen, aber ohne Saiten wollte ich das dann auch nicht machen<\/li>\n<li>Wenn man ein paar Tage weg war, empfiehlt es sich, sich bei der Familie wieder einzuschleimen, damit die sehen, wie sehr man gefehlt hat. Zumindest in unserer Familie gibt es dazu kein besseres Mittel als dieses Dessert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und wie?<\/p>\n<ul>\n<li>In den Sp\u00e4tzlekrieg (mit oder ohne Salz, mit oder ohne Wasser, von Hand oder mit dem \u201eSp\u00e4tzleschwob\u201c) will ich mich nicht einmischen, das kann sich jeder aussuchen. F\u00fcr das Geschnetzelte eine helle Kalbsrahmrahmsauce vorbereiten, d.h. 1 Schalotte (feingehackt) in 30 g Butter and\u00fcnsten, 15 g Mehl einr\u00fchren und 5-6 Minuten bei milder Hitze anschwitzen. \u00bc l erw\u00e4rmten Kalbsfond nach und nach unterr\u00fchren, dann mit \u00bc l Sahne aufgie\u00dfen, salzen und pfeffern und bei milder Hitze auf ca. 400 ml einkochen lassen. Durch ein feines Sieb gie\u00dfen und im Wasserbad warm halten.<br \/>\nDann 600 g Kalbsr\u00fccken schnetzeln, mit Pfeffer und Parikapulver (edels\u00fc\u00df) einreiben, salzen und (in 2 Portionen) in je 2 EL \u00d6l in einer sehr hei\u00dfen Pfanne von allen Seiten goldbraun anbraten. Sofort aus der Pfanne nehmen und in ein Sieb geben. Fleischsaft auffangen.<br \/>\nIn derselben Pfanne 100 g Schalotten und 200 g gescheibelte Champignons anbraten, mit 80 ml Wei\u00dfwein abl\u00f6schen und vollst\u00e4ndig einkochen lassen, dann mit der Kalbsrahmsauce und dem aufgefangenen Fleischsaft aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer w\u00fcrzen. Das Kalbfleisch mit in die Sauce geben und erw\u00e4rmen. Eventuell mit Petersilie bestreuen.<\/li>\n<li>Eine schwarze Mousse zubereiten, eine wei\u00dfe Mousse zubereiten. Sich keine Sorgen wegen der doppelten Menge machen. Abwechselnd in eine Sch\u00fcssel schichten und mit einer Gabel spiralf\u00f6rmig durchmischen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fazit<\/p>\n<ul>\n<li>Migrationssp\u00e4tzle sind \u00fcberhaupt kein Problem, unter anderem, weil meine Mutter zum Beispiel noch nie etwas von Sp\u00e4tzlesmehl geh\u00f6rt hat, das es hier in der Tat nicht g\u00e4be. Das Geschnetzelte musste ich \u2013 aus unerfindlichen Gr\u00fcnden \u2013 mit Schweinefilet zubereiten. Warum f\u00e4ngt es eigentlich immer zu regnen an, wenn ich Salat und Schalotten ernten will?<\/li>\n<li>Es hat geklappt, das Einschleimen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gab ja hier eine kleine Blog-Pause. Nicht dass ich vorhabe, zuk\u00fcnftig jede Pause zu begr\u00fcnden, aber diesmal war ich ein paar Tage auf einem Familienfest und bin\u00a0 gestern mit dem Zug zur\u00fcckgefahren. Dazu musste ich erst mal mit etwas, das sich S-Bahn nennt, Richtung Karlsruhe. 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