{"id":272,"date":"2011-09-14T20:46:03","date_gmt":"2011-09-14T19:46:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=272"},"modified":"2011-09-14T20:46:03","modified_gmt":"2011-09-14T19:46:03","slug":"kochen-konnen-wollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2011\/09\/14\/kochen-konnen-wollen\/","title":{"rendered":"Kochen k\u00f6nnen wollen"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich heute nur das K\u00fcchentagebuch abhaken und einen internetfreien Tag nehmen. Aber dann ist mir am Rande der Diskussion um Schweinchen, regionale Anbieter und Bio-Anbau (f\u00fcr die ich \u00fcbrigens sehr dankbar bin, immerhin hab ich es dadurch geschafft, den Verband &#8222;Regionale Esskultur L\u00fcneburger Heide&#8220; zu finden) ein kleines \u00f6sterreichisches Missverst\u00e4ndnis aufgefallen, das sich (wohl schon etwas l\u00e4nger) um das &#8222;Kochen k\u00f6nnen&#8220; dreht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.esskultur.at\/\" target=\"_blank\">Katha Esskultur<\/a> behauptet &#8211; frei paraphrasiert &#8211; dass heute niemand mehr kochen kann, und <a href=\"http:\/\/entegutallesgut.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">EnteGut<\/a> beharrt darauf, dass jeder, der lesen kann, auch \u00a0kochen kann &#8211; und beharren kann sie gut. (Teile der Diskussion u. a. nachzulesen bei den Kommentaren (ziemlich weit unten) zu <a href=\"http:\/\/www.esskultur.at\/index.php\/2011\/09\/07\/0007-prozent\/\" target=\"_blank\">0,007 prozent<\/a>).<\/p>\n<p>Als K\u00f6nig Salomon eigne ich mich nun gar nicht und ich bin auch nicht anma\u00dfend genug, zu entscheiden, wer recht hat, weil wahrscheinlich sind es beide oder keine oder halb und halb. Aber ich w\u00fcrde mir von den beiden w\u00fcnschen, das mal in einem eigenen Post zur Diskussion zu stellen &#8211; ich w\u00e4r gespannt auf die Meinungen.<\/p>\n<p>Festzuhalten w\u00e4re aber: Es gibt Menschen, die <strong>wollen<\/strong> nicht kochen; und diese w\u00e4ren noch einmal zu unterscheiden in solche, die auch nicht <strong>essen<\/strong> wollen und &#8211; na ja: die anderen. Die anderen sind die, die zwar schon die eine oder andere Leibspeise haben und manche Leckerei und manchen Tropfen zu goutieren wissen, die aber wahrscheinlich jemanden gefunden haben, der ihnen das Kochen abnimmt, weil sie das Schnippeln nervt und weil andere das viel besser k\u00f6nnen. Das leuchtet ein &#8211; zumindest teilweise. Interessant w\u00e4re allenfalls deren Entscheidung, wenn dieser &#8222;jemand&#8220; ausfiele und sie vor die Wahl gestellt w\u00fcrden: Kochen oder Schweinefra\u00df?<\/p>\n<p>Blieben noch die, die nicht essen wollen (oder k\u00f6nnen) und (deshalb) auch nicht kochen wollen (oder k\u00f6nnen). Denen der ganze Akt der Nahrungsaufnahme ziemlich schnuppe ist und die ihn nichtmal im Traum mit Genuss in Verbindung br\u00e4chten. Von dieser Gruppe, so vermute ich, redet Katha und ist ein wenig verzweifelt, weil sie vermutet\/beobachtet zu haben glaubt, dass diese Gruppe immer mehr w\u00e4chst. Und deshalb hat Katha recht!<\/p>\n<p>Die Ente aber meint die noch nicht erw\u00e4hnte Gruppe, die beides <strong>wollen<\/strong>, Essen und Kochen, aber letzteres nicht auf die Reihe zu kriegen meinen. Und hat nat\u00fcrlich auch recht (jetzt mach ich doch den Salomon) &#8211; man braucht diese Gruppe eigentlich nur zu ermuntern, der Rest kommt dann ganz von selbst.<\/p>\n<p>Ich aber w\u00fcrde gerne die Katha-Gruppe besser verstehen. Nicht weil ich sie missionieren will, so was versuche ich immer weitgehend zu vermeiden. Sondern weil ich sie daf\u00fcr verantwortlich mache, dass die Tiefk\u00fchl-Regale immer l\u00e4nger werden und die Fertiggerichte-Stapel immer neuen Zulauf erhalten und die Lebensmittelindustrie immer neue Verbesserungen hervorbringt und deshalb ganze Blogger-Kolonnen logenartig Adressen von Essbarem wie Geheimtipps austauschen m\u00fcssen. Hatten diese Menschen denn keine Gro\u00dfmutter, aus deren K\u00fcche es so herrlich gerochen hat, wenn sie aus der Schule kamen? Ich bin kein Soziologe und ich sehe &#8211; aus mehreren Gr\u00fcnden &#8211; beim Zerfall der Gro\u00dffamilie gerne auch die guten Seiten, aber ich werde es zumindest in diesem Leben nicht mehr begreifen, dass das Wort &#8222;Genuss&#8220; immer weniger auf Gegenliebe st\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Das <strong>K\u00fcchentagebuch<\/strong>:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.lecker.de\/rezept\/1104163\/Schmorgurkenpfanne-mit-Hack-Schmand-und-Senf.html\" target=\"_blank\">Schmorgurkenpfanne mit Hack, Schmand und Senf<\/a><\/li>\n<li>Schokoladenpudding<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und warum?<\/p>\n<ul>\n<li>Im Garten wachsen Schmorgurken, die mir ein Nachbar zur Einweihung des Gartens geschenkt hat. Ich hab noch nie Schmorgurken gegessen &#8211; laut meine Mutter auch nicht als Kind. Einen Versuch ist es Wert.<\/li>\n<li>Ich hab beim Einkaufen den Nachtisch vergessen. Unverzeihlich. Aber die Zutaten f\u00fcr Schoko-Pudding sind immer im Haus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fazit<\/p>\n<ul>\n<li>Schmand und Senf waren eine gute Wahl. Wenn mir nichts anderes einf\u00e4llt, kann es das mit den restlichen Gurken nochmal geben.<\/li>\n<li>Erstaunlich: das Rezept ist f\u00fcr 4 Personen. Wir sind nur drei. Und trotzdem war meine Portion relativ klein?<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich wollte ich heute nur das K\u00fcchentagebuch abhaken und einen internetfreien Tag nehmen. 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