{"id":282,"date":"2011-09-16T20:27:00","date_gmt":"2011-09-16T19:27:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=282"},"modified":"2011-09-16T20:27:00","modified_gmt":"2011-09-16T19:27:00","slug":"kochen-mussen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2011\/09\/16\/kochen-mussen\/","title":{"rendered":"Kochen m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"<p>Bei der <a href=\"http:\/\/entegutallesgut.wordpress.com\/2011\/09\/15\/kochen-konnen-oder-kochen-wollen\/\" target=\"_blank\">Ente<\/a> l\u00e4uft ja die Diskussion um &#8222;Kochen k\u00f6nnen &#8211; oder kochen wollen&#8220;. Weil ich die nicht mit einem Randaspekt durcheinander bringen will &#8211; sie ist eh verworren genug, verbrate ich meinen Gedanken besser hier als eigen Post.<\/p>\n<p>Neben Wollen und K\u00f6nnen gibt es n\u00e4mlich noch das <strong>M\u00fcssen<\/strong>, was nicht ganz dasselbe ist wie Nichtwollen, aber sicher weit genug verbreitet ist und ganz sicher einen erheblichen Anteil am Anstieg der Convenience-Produkte hat &#8211; die qu\u00e4lende Gewissheit, dass die Kinder auch unter Zeitdruck und auch bei Lustlosigkeit was zu essen brauchen.<\/p>\n<p>Vielleicht \u00fcbersehen Hobby- oder Gernek\u00f6che &#8211; und nur die lesen ja Blogs und nur die diskutieren dort dr\u00fcben &#8211; diesen Zwang, weil sie besser damit umgehen k\u00f6nnen. Entweder sie definieren das M\u00fcssen schnell mal um durch ein Da-k\u00f6nnte-ich-doch und schon wird es ein Wollen oder sie nutzen ihre Kompetenz um mal schnell was aus dem \u00c4rmel zu sch\u00fctteln. Und dieses K\u00f6nnen, liebe Ente, kann man sich nicht erlesen, das muss man sich erkochen. Genau wie die bange Frage &#8222;Was tun?&#8220;, wenn mal was schief gelaufen ist (und das tut es ab und zu). Ohne Gusto (ist das richtiges \u00d6sterreichisch?) ger\u00e4t sowas n\u00e4mlich schnell zur Panik oder doch zur vollst\u00e4ndigen Desillusion. Kochen ist nicht so einfach; es war es nie und das ist durch Kochshows und Food-Blogs nicht besser geworden.<\/p>\n<p>In der Vorrede zu einem alten Kochbuch (<a href=\"http:\/\/books.google.de\/books?id=bjU7AAAAcAAJ&amp;pg=PP3&amp;dq=Hannover+Kochbuch&amp;hl=de&amp;ei=gZVzTqDyGMj0sgb0rI23Cw&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CDsQ6AEwADgK#v=onepage&amp;q=Hannover%20Kochbuch&amp;f=false\" target=\"_blank\">Hannoverisches Kochbuch, Erster Band, der besonders das alles enth\u00e4lt, was eigentlich zur K\u00fcche geh\u00f6rt. Von Ernst Meyfeld und Johann Georg Enners, 1792<\/a>) habe ich folgendes gefunden:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/hannover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-284\" title=\"hannover\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/hannover.jpg\" alt=\"\" width=\"581\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/hannover.jpg 581w, https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/hannover-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 581px) 100vw, 581px\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;W\u00e4ren die Menschen freilich bei ihren ersten Bed\u00fcrfnissen der Nahrung geblieben; so k\u00f6nnten sie uns und unsere Kunst und unsere Anweisung entbehren. Die Kunst zu kochen w\u00fcrde alsdann in ihrem ganzen Umfange eine Sache seyn, die jeder Mensch in sehr weniger Zeit erfahren, lernen und aus\u00fcben k\u00f6nnte. Da aber die Menschen ihre Bed\u00fcrfnisse dieser Art so sehr erweiterten und vervielf\u00e4ltigten, da\u00df daher die K\u00fcche einen so gro\u00dfen Artikel der Haushaltung begriffe; so wurde ihnen unsere Kunst und Anweisung wichtiger und nothwendig.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>W\u00e4re es da nicht das beste, wenn man das Kochen denen \u00fcberlie\u00dfe, die es k\u00f6nnen und wollen? Und ihnen den Auftrag erteilte, f\u00fcr die gesunde, preiswerte und schmackhafte Ern\u00e4hrung der anderen zu sorgen? Dann m\u00fcssten nur noch die kochen, die das auch wollen.<\/p>\n<p>Das klingt alles ziemlich sozialistisch, was ja aber nicht von vorneherein schlimm ist. Das gab es auch schon mal und ist schiefgegangen (in Berlin 1903 oder zeitgleich in Kopenhagen, siehe Wikipedia <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eink%C3%BCchenhaus\" target=\"_blank\">Das Eink\u00fcchenhaus<\/a>), aber das muss ja nicht bedeuten, dass es nicht funktionieren k\u00f6nnte. Eine K\u00fcche pro Haus (oder pro Block), die von denen betrieben wird, die sich dieser Arbeit gewachsen f\u00fchlen und sich ihr mit Freude und Sachkenntnis widmen wollen. Bezahlbares, gesundes und schmackhaftes Essen in gr\u00f6\u00dferem Kreis &#8211; ich kann mir schlimmeres vorstellen.<\/p>\n<p>Falls Foodblogger oder Hobbyk\u00f6che Angst um ihre Lieblingsbesch\u00e4ftigung haben: f\u00fcr die k\u00f6nnte man in diesem Modell sicher eine Nische einrichten. Ist aber nur so ein Gedanke.<\/p>\n<p>Heute gibt es keinen Eintrag im <strong>K\u00fcchentagebuch<\/strong>. Nicht weil ich seit geraumer Zeit dar\u00fcber nachdenke, wie ich diese Schnapsidee wieder loswerde, sondern weil ich gar nicht in der K\u00fcche war. Oder nur, weil da der K\u00fchlschrank steht und weil es eine Wohnk\u00fcche ist. Ich war n\u00e4mlich im Sinne von AT regional unterwegs und habe pfundweise K\u00e4se mitgebracht (regional, fast lokal), kiloweise Tomaten (regional, aber nat\u00fcrlich unter Glas) und zenterweise Schinken vom Susl\u00e4nder Schwein (Schleswig Holstein), gekocht, ger\u00e4uchert, egal. Dass ich die Karbonade (Koteletts) nicht einfach auch noch mitgenommen habe, macht mich immer noch ein wenig stolz, weil ich Verzicht bislang nicht unter meinen St\u00e4rken vermutet h\u00e4tte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/tomaten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-283\" title=\"tomaten\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/tomaten.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"691\" srcset=\"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/tomaten.jpg 600w, https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/tomaten-260x300.jpg 260w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das alles will jetzt erst mal gesichtet, gekostet und aufgegessen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Ente l\u00e4uft ja die Diskussion um &#8222;Kochen k\u00f6nnen &#8211; oder kochen wollen&#8220;. 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