{"id":484,"date":"2012-01-01T15:21:09","date_gmt":"2012-01-01T13:21:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=484"},"modified":"2012-01-01T15:21:09","modified_gmt":"2012-01-01T13:21:09","slug":"chou-rouge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2012\/01\/01\/chou-rouge\/","title":{"rendered":"Chou Rouge"},"content":{"rendered":"<p>Ist ja schon gut. Ich h\u00e4tte in der \u00dcberschrift auch &#8222;Rotkohl&#8220; schreiben k\u00f6nnen (oder &#8222;Rotkraut&#8220; f\u00fcr die S\u00fcdlichter oder gar &#8222;Blaukraut&#8220;). Aber dann h\u00e4tte das doch wieder kein Mensch gelesen. Weil ALLE ja an Weihnachten Ente (oder irgendwas) mit Rotkohl hatten. Ganz schlechter Zeitpunkt f\u00fcr Rotkohl.<\/p>\n<p>Wenigstens habe ich gewartet, bis ich schreiben kann: Letztes Jahr an Weihnachten &#8211; &#8222;Ja, letztes Jahr an Weihnachten&#8230;&#8220;. Das h\u00f6rt sich doch schon besser an. Aber dennoch wird die eine H\u00e4lfte der Leserschaft das Wort &#8222;Rotkohl&#8220; nicht mehr h\u00f6ren k\u00f6nnen, und die andere H\u00e4lfte glaubt eh nicht, dass man ihren ganz speziellen Weihnachts-Spezial-Rotkohl \u00fcbertrumpfen kann. Ist aber so. Tut mir leid, da m\u00fcsst ihr durch:<\/p>\n<h2>Feigenrotkraut nach Paul Haeberlin<\/h2>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/rotkohl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-485\" title=\"rotkohl\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/rotkohl.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"258\" \/><\/a>Am Vortag<\/strong> einen kleinen <strong>Rotkohl (800g)<\/strong> vierteln, die dicken Str\u00fcnke herausschneiden, vierteln und in feine Streifen schneiden. Mit <strong>1 EL Zucker<\/strong>, <strong>3 EL Rotweinessig<\/strong> und Salz gut mischen und \u00fcber Nacht durchziehen lassen.<\/p>\n<p>Dann <strong>200g<\/strong> feingeschnittene (und gepellte) <strong>Zwiebeln<\/strong> in <strong>100 ml Oliven\u00f6l<\/strong> in einem gusseisernen Schmortopf leicht anbr\u00e4unen. 8 <strong>getrocknete Feigen (150g)<\/strong> klein w\u00fcrfeln und mit dem Kohl und <strong>3 Scheiben frischem Ingwer<\/strong> dazugeben. Mit <strong>100 ml Portwein<\/strong> und <strong>250 ml Rotwein<\/strong> aufgie\u00dfen.<\/p>\n<p>Den Topf mit einem Deckel verschlie\u00dfen und im vorgeizten Ofen bei 150\u00b0C etwa 1\u00bd Stunden schmoren. Dabei ab und zu umr\u00fchren und zum Schluss eventuell etwas nachw\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Bevor die alten Hasen jetzt abwinken, weil sie Feigen schon 2009 bei <a href=\"http:\/\/lamiacucina.wordpress.com\/2009\/11\/26\/feigen-rotkraut\/\" target=\"_blank\">Robert<\/a> im Rotkohl hatten: Leute, das war Ducasse (einer der wenigen Menschen, vor denen ich mich verbeugen w\u00fcrde). Das hier ist Paul Haeberlin (vor dem ich unwillk\u00fcrlich auf die Knie fallen w\u00fcrde). Nein, Monsieur Paul hat nicht nur G\u00e4nseleberpastete gemacht und &#8211; igitt! &#8211; Froschschenkel-Mousseline, sein Markenzeichen war die Bodenst\u00e4ndigkeit, auf hohem Niveau. Man m\u00fcsste doch mal nach Illh\u00e4usern in die Auberge fahren. Sein Sohn Marc scheint die Klassiker noch auf der Karte (und auf der Pfanne) zu haben: &#8222;Mousseline de Grenouille&#8220;, &#8222;Cotelette de Perdreau Romanoff&#8220; oder &#8222;La terrine des foie gras d&#8217;oie&#8220;. Hmmm. Sein Rotkraut ist allerdings &#8211; wie gesagt &#8211; auch nicht von schlechten Eltern.<\/p>\n<p>Aber wenn ich da dann doch hinfahre, was sag ich dann? Wie spricht man den els\u00e4ssischen Namen denn aus? H\u00e4berlin, wie den Basler Philosophen, oder \u00c4berl\u00e4, irgendwie franz\u00f6sisch? F\u00fcr mich war das immer der Herr H\u00e4berlin, oder Missj\u00f6h Pohl. Aber alle sagen, er habe den Deutschen das Essen beigebracht; das w\u00e4re mit einem deutschen Namen gar nicht gegangen. Man hat ja damals auch gerne bei To:schelmo eingekauft (schreibt sich \u00fcbrigens &#8222;Tengelmann&#8220;). Man sollte sich vorher besser nochmal erkundigen.<\/p>\n<p>Bei Paul Bocuse habe ich noch ein anderes Haeberlin-Rotkraut-Rezept entdeckt, die beiden sollen ja dicke Freunde gewesen sein. Auch das h\u00f6rt sich nicht schlecht an &#8211; &#8222;Chou rouge \u00e0 la mode alsacienne Paul Haeberlin&#8220;. Es funktioniert ziemlich \u00e4hnlich, nur werden die Feigen durch R\u00e4ucherspeck und ger\u00f6stete Kastanien ersetzt und das Ganze mit schwach gesalzenem Kalbsfond \u00fcbergossen &#8211; irgendwo m\u00fcsste ich noch einen halben Kopf ruude Kappes rumliegen haben (damit auch die Rheinl\u00e4nder wissen, wovon ich rede).<\/p>\n<p>Und wenn ich schon beim <em>name-dropping<\/em> bin, dann MUSS ich doch noch rasch erw\u00e4hnen, dass ich als Kind zusammen mit Harald Wohlfahrt im Blockfl\u00f6ten-Kurs war. Beim Blasen hatte er auch nicht mehr Talent als ich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist ja schon gut. Ich h\u00e4tte in der \u00dcberschrift auch &#8222;Rotkohl&#8220; schreiben k\u00f6nnen (oder &#8222;Rotkraut&#8220; f\u00fcr die S\u00fcdlichter oder gar &#8222;Blaukraut&#8220;). Aber dann h\u00e4tte das doch wieder kein Mensch gelesen. Weil ALLE ja an Weihnachten Ente (oder irgendwas) mit Rotkohl hatten. Ganz schlechter Zeitpunkt f\u00fcr Rotkohl. Wenigstens habe ich gewartet, bis ich schreiben kann: Letztes &#8230; <a title=\"Chou Rouge\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2012\/01\/01\/chou-rouge\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Chou Rouge\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":485,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gemuse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=484"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":494,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/484\/revisions\/494"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/media\/485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}