{"id":489,"date":"2012-01-07T23:52:54","date_gmt":"2012-01-07T21:52:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=489"},"modified":"2012-01-07T23:52:54","modified_gmt":"2012-01-07T21:52:54","slug":"marmorierte-mousse-au-chocolat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2012\/01\/07\/marmorierte-mousse-au-chocolat\/","title":{"rendered":"Marmorierte Mousse au Chocolat"},"content":{"rendered":"<p>Heute m\u00f6chte ich euch einen Gefallen tun. Ich m\u00f6chte euch zeigen, wie das Lieblingsdessert von Familie T. zubereitet wird. Es handelt sich um meine Geheimwaffe gegen schlechte Stimmung jeglicher Art, sei sie selbst produziert oder von au\u00dfen herangetragen.<\/p>\n<p>Wie jede Geheimwaffe hat nat\u00fcrlich auch diese ihren Preis. Der Aufwand ist nicht zu untersch\u00e4tzen; man sollte sie also nur in Notf\u00e4llen einsetzen oder halt in akuten Anf\u00e4llen von &#8222;schlechtes-Gewissen&#8220;. Dann aber ist sie nahezu unfehlbar.<\/p>\n<p>Keine Angst, ich lass euch nicht allein! Ich nehme euch an der Hand und wir gehen zusammen jeden Schritt durch. Schlie\u00dflich sollte in solchen Notsituationen nichts schief gehen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst mal brauchen wir einen Plan. Einen Zeitplan. Wir suchen uns einen Tag aus, von dem wir den gr\u00f6\u00dften Teil mit der Herstellung der Waffe verbringen werden. \u00c4u\u00dferste Sorgfalt ist Pflicht, deshalb sollten wir eine Tag w\u00e4hlen, an dem wir gut ausgeschlafen und topfit sind. Am besten wir fangen am Abend vorher schon damit an, dass wir fr\u00fch ins Bett gehen. Vielleicht k\u00f6nnt ihr euch diese Anleitung ausdrucken, mit ins Bett nehmen und nochmal in aller Ruhe Schritt f\u00fcr Schritt durchgehen und euch dadurch mental gest\u00e4rkt f\u00fcr den folgenden Zubereitungstag wappnen.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re auch praktisch &#8211; wenn nicht sogar unabdingbar &#8211; wenn ihr euch einen Markttag aussuchen w\u00fcrdet. Wir werden n\u00e4mlich Eier kaufen m\u00fcssen. Sch\u00f6ne Eier, frische Eier, gro\u00dfe Eier. Und die gibt es nur bei der Eierfrau. Notiert euch schon mal: 6 sch\u00f6ne, gro\u00dfe, frische Eier. Diesen Zettel gebt ihr der Eierfrau eures Vertrauens. Mit dem freundlichsten L\u00e4cheln, zu dem ihr f\u00e4hig seid. Auch Eierfrauen sind nur Menschen, und so k\u00f6nnte es passieren, dass ihr sie an einem schlechten Tag erwischt und sie auf den Gedanken kommt, diesem dahergelaufenen unfreundlichen Kunden einfach die restlichen Eier von gestern anzudrehen. Nein, Eierfrauen machen sowas normalerweise nicht, aber ihr solltet kein Risiko eingehen. L\u00e4chelt freundlich, beginnt, wenn es geht, ein nettes Gespr\u00e4ch und ihr werdet sehen: die erste H\u00fcrde ist genommen; es kann losgehen.<\/p>\n<p>Falls es auf eurem Markt auch Sahne gibt, dann k\u00f6nnt ihr auch gleich Sahne mitnehmen. 250 ml frische Sahne werden wir brauchen, aber nehmt lieber 300 ml. Ihr werdet sehen, dass es nicht immer ganz einfach ist, mit 250 ml auszukommen. Solltet ihr doch in den Supermarkt m\u00fcssen, dann achtet bitte darauf, dass ihr 2 Becher mitnehmt. Euch ist sicher auch schon aufgefallen, dass in allen Rezepten 250 ml Sahne verlangt werden, aber in einem Becher nur 200 ml drin sind. Ich wei\u00df auch nicht, warum das so ist, aber egal. Auch wenn ihr euch normalerweise mit einem Becher durchmogelt, in diesem Fall wird das nicht reichen. Keine Angst, f\u00fcr die \u00fcbrige Menge f\u00e4llt euch schon irgendwas ein.<\/p>\n<p>Und wir werden Zucker brauchen. Ihr habt doch Zucker zuhause? 1 EL reicht aus. Wir werden allerdings auch Vanillezucker ben\u00f6tigen. Laut Rezept 2 P\u00e4ckchen. Kommt jetzt aber bitte nicht auf die Idee, einfach zwei P\u00e4ckchen einzupacken, auf denen &#8222;Vanillezucker&#8220; steht! Ich wei\u00df nicht, was da drin \u00a0ist, aber Vanillezucker ist das nicht. Ihr habt sicher vorgesorgt und die Vanilleschoten, von denen ihr nur das Markt verwendet habt, in ein Glas mit Zucker gesteckt: das ist Vanillezucker! Davon brauchen wir 4 geh\u00e4ufte TL. Sorgt bitte daf\u00fcr, dass euer Zucker-Glas noch so viel hergibt.<\/p>\n<p>Ja, und Schokolade werden wir brauchen: 150 g dunkle Schokolade und 100 g wei\u00dfe Schokolade. Es wird euch sicher nicht \u00fcberraschen, dass das Ergebnis besser wird, wenn ihr gute Schokolade verwendet. Es muss nicht unbedingt Valrhona sein, es schadet aber nat\u00fcrlich auch nicht. Wenn ihr eine Markenschokolade verwendet, z.B. Lindt, dann reicht es, wenn ihr bei der dunklen Sorte darauf achtet, dass sie so zwischen 60 und 70% Kakao-Anteil hat &#8211; mit Vollmilchschokolade k\u00f6nnt ihr das Ergebnis gleich im M\u00fcll entsorgen, ehrlich. Einen erstaunlich guten Tipp habe ich bei <a href=\"http:\/\/www.digilotta.de\/2010\/02\/21\/schokoladenpudding-wie-bei-oma\/\" target=\"_blank\">J\u00fcrgen von digilotta<\/a> gefunden: die Bitter-Schokolade von &#8222;Schogetten&#8220; (65%) hat ein erstaunlich gutes Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis und auch die wei\u00dfen Schogetten sind annehmbar.<\/p>\n<p>So, jetzt brauchen wir nur noch 3 Blatt wei\u00dfe Gelatine und 1 EL Arrak. Die Gelatine ist f\u00fcr den wei\u00dfen Mousse-Anteil. Da wei\u00dfe Schokolade weniger Fett enth\u00e4lt, wird die Creme sonst nicht fest. Falls ihr aus irgendwelchen Gr\u00fcnden lieber etwas pflanzliches wie Agar-Agar nehmen wollt, wisst ihr hoffentlich, wie das geht &#8211; ich kann euch da leider nicht helfen. Den Arrak k\u00f6nnt ihr auch durch Rum ersetzen, w\u00e4r aber schade. Ich habe den bei einem Sri-Lanka-Urlaub immer an der Bar ges\u00fcpfelt und nat\u00fcrlich ein besonders erlesenes Fl\u00e4schchen mit nach Hause gebracht. Falls ihr das auch tun wollt: bitte nicht noch schnell am Flughafen von Colombo eine Flasche kaufen, wenn ihr in Frankfurt noch einen Anschlussflug habt. Das ist dann n\u00e4mlich ein innereurop\u00e4ischer Flug, auf dem Fl\u00fcssigkeiten in der Menge leider nicht im Handgep\u00e4ck &#8230; kurz, die edle Flasche landet bei einem bedauernd den Kopf sch\u00fcttelnden netten Sicherheitsbeamten &#8211; schade!<\/p>\n<p>So, das war&#8217;s auch schon. Bis auf 6 EL starken Kaffee k\u00f6nnen alle Zutaten bei einem einzigen kleinen Spaziergang besorgt werden. Falls ihr Tee-Trinker seid, dann kauft halt in Gottes Namen irgendwas L\u00f6sliches. Fassen wir noch einmal zusammen:<\/p>\n<p><strong>Einkaufs-Zettel:<br \/>\n<\/strong>6 sch\u00f6ne gro\u00dfe frische Eier<br \/>\n250 ml frische Sahne<br \/>\n150 g dunkle Schokolade<br \/>\n100 g wei\u00dfe Schokolade<br \/>\n3 Blatt Gelatine<br \/>\n1 EL Zucker<br \/>\n4 geh\u00e4ufte TL Vanille-Zucker<br \/>\n1 EL Arrak (oder Rum)<br \/>\n1 EL Zucker<br \/>\n6 EL starker Kaffe<\/p>\n<p>Bitte \u00fcberpr\u00fcft nochmal. ob ihr alles habt &#8211; es soll ja nichts schief gehen.<\/p>\n<p>K\u00fcmmern wir uns noch kurz um die ben\u00f6tigten Utensilien. Wir brauchen einen <strong>kleinen Topf<\/strong> zum Schmelzen der Schokolade auf dem Herd. Ihr habt doch einen Herd? Notfalls geht sicher auch die Mikrowelle, aber mit so einem neumodischen Kram kenn ich mich nicht aus. Kauft euch bitte einen Herd (und einen kleinen Topf). Dann brauchen wir<strong> zwei gro\u00dfe R\u00fchrsch\u00fcsseln<\/strong>. Zwei, wegen der zwei Farben, ihr versteht schon. <strong>Zwei kleine R\u00fchrsch\u00fcsseln<\/strong> f\u00fcr das Schlagen von Sahne und Eiwei\u00df. Die brauchen wir zwar auch zweimal, aber wir werden die zwischendurch absp\u00fclen, ich sag dann schon wann. Dann braucht ihr einen <strong>Handmixer mit Quirlen<\/strong>. Ihr habt doch einen Handmixer? Nein? Na dann viel Spa\u00df mit dem Schneebesen. Die Quirle brauchen wir dauernd, und immer sch\u00f6n sauber. Ich sag schon, wann sie abgesp\u00fclt werden m\u00fcssen, keine Sorge. Dann solltet ihr 1 oder 2 <strong>Essl\u00f6ffel<\/strong> bereitlegen und einen <strong>Teigschaber<\/strong> oder, falls ihr das auch nicht haben solltet, einen <strong>Schneebesen<\/strong>. Und zu guter Letzt br\u00e4uchten wir noch eine ausreichend gro\u00dfe <strong>Glassch\u00fcssel<\/strong> f\u00fcr das Resultat.<\/p>\n<p>Habt ihr das alles bereitgestellt? Gut. Dann solltet ihr noch etwas Platz im K\u00fchlschrank schaffen, dort k\u00f6nnte es n\u00e4mlich eng werden. Im Laufe der Dinge werden wir da alle vier R\u00fchrsch\u00fcsseln, die beiden gro\u00dfen und die beiden kleinen, parken m\u00fcssen. Kein Platz? Euer K\u00fchlschrank ist zu klein, kauft euch noch schnell einen gr\u00f6\u00dferen.<\/p>\n<p>Jetzt kr\u00e4ftig durchatmen und nochmal kurz \u00fcberlegen, ob es das alles Wert ist. Ja? Dann mal los.<\/p>\n<p>Fangen wir gemeinsam an, die 6 EL starken Kaffee zuzubereiten. Ich nehm dazu die Espresso-Maschine, ihr vielleicht irgendwas anderes, notfalls &#8211; wie gesagt &#8211; was L\u00f6sliches, nur Sp\u00fclwasser sollte es nicht werden. Den kippen wir in den kleinen Topf, der durchaus auch schon auf dem (ausgeschalteten) Herd stehen kann. Dazu kommt die dunkle Schokolade, die (von euch) in St\u00fccke gebrochen wurde &#8211; Schogetten gehen einfach so.<\/p>\n<p>Jetzt nehmt ihr jeweils eine gro\u00dfe und eine kleine R\u00fchrsch\u00fcssel und stellt sie nebeneinander. Dann m\u00fcssen wir drei der sechs Eier trennen. Das geht so: Ihr nehmt jeweils ein Ei, halbiert es \u00fcber der kleinen Sch\u00fcssel und kippt dann das Eigelb solange von einer H\u00e4lfte in die andere (immer \u00fcber der kleinen R\u00fchrsch\u00fcssel!), bis das Eiwei\u00df komischerweise nach unten in die Sch\u00fcssel gefallen ist und ihr nur noch das Eigelb hin- und herwerft. Ihr braucht nicht ewig zu werfen. Wenn ein paar Tropfen Eiwei\u00df noch dran h\u00e4ngen, dann macht das gar nichts. Wenn aber ein wenig Dotter in die kleine R\u00fchrsch\u00fcssel geplumpst ist &#8211; fangt ihr am besten ganz von vorne an, das wird n\u00e4mlich sp\u00e4ter kein Schnee mehr. Vorsichtige Menschen, also sogenannte Hasenf\u00fc\u00dfe , trennen deshalb jedes Ei separat \u00fcber einer extra kleinen Sch\u00fcssel, dann ist der Schaden nicht so gro\u00df, wenn was schief geht. Aber das ist ja was f\u00fcr Anf\u00e4nger. Kurz: das Eigelb verfrachtet ihr dann in die daneben stehende gro\u00dfe R\u00fchrsch\u00fcssel. Dreimal, wie gesagt.<\/p>\n<p>Schaut euch das nochmal an. Drei Eidotter sind jetzt in der gro\u00dfen Sch\u00fcssel und drei Eiwei\u00df in der kleinen. Das Eiwei\u00df ist nicht mehr so leicht zu z\u00e4hlen, aber wenn ihr nicht allzu sehr geschludert habt: wo soll es denn sonst sein?<\/p>\n<p>Jetzt aufgepasst! Jetzt passieren zwei Sachen gleichzeitig! Ich wei\u00df, das ist die h\u00f6here Schule. Man k\u00f6nnte das auch hintereinander machen, aber wir haben ja nicht ewig Zeit! Jetzt m\u00fcssen wir uns n\u00e4mlich so hinstellen, dass die linke Hand den Handmixer mit den Quirlen in die gro\u00dfe R\u00fchrsch\u00fcssel h\u00e4lt (die kleine Sch\u00fcssel k\u00f6nnt ihr erst mal beiseite stellen) und die rechte Hand mit einem Essl\u00f6ffel in dem kleinen Topf r\u00fchren kann, der ja auf dem Herd bereit steht. \u00dcber Linksh\u00e4nder hab ich jetzt noch nie nachgedacht, aber die machen wahrscheinlich alles genauso, nur andersrum. Wenn das ums Verrecken nicht klappen will, weil ihr eure K\u00fcche so saubl\u00f6d eingerichtet habt, dann macht das halt in Gottes Namen hintereinander!<\/p>\n<p>So, bevor ihr jetzt beide H\u00e4nde voll habt, sch\u00fcttet ihr noch schnell 1 EL Zucker und 2 geh\u00e4ufte TL Vanillezucker zum Eigelb, schaltet die Herdplatte auf ganz kleine Stufe ein und dann geht&#8217;s los. Ihr m\u00fcsst jetzt n\u00e4mlich mit dem Handmixer (linke Hand!) die Eigelb-Zucker-Mischung sehr schaumig schlagen und mit dem Essl\u00f6ffel (rechte Hand!) ab und zu im schmelzenden Kaffe-Schokoladegemisch r\u00fchren. Kapiert? Ist eigentlich ganz einfach. Ach ja: eine Eieruhr hab ich vergessen. Das &#8222;sehr schaumig&#8220; Schlagen dauert n\u00e4mlich mindesten 6-7 Minuten und das ist wie beim Z\u00e4hneputzen; wenn&#8217;s nicht am Ende klingelt, denkt man immer viel zu fr\u00fch, man sei fertig. Also: links schaumig schlagen, rechts schmelzen bis es klingelt. Das ist eigentlich sehr einfach und entspannt. Es sei denn, der Topf zur rechten ist zu leicht und rutscht beim R\u00fchren vom Herd. Dann br\u00e4uchtet ihr ja eine dritte Hand um den Topf festzuhalten. Da ihr die &#8211; so Gott will &#8211; nicht habt, k\u00f6nntet ihr auf den Gedanken verfallen, den Topf mit den Z\u00e4hnen festzuhalten. Ihr werdet aber schnell feststellen, dass es dabei zu unsch\u00f6nen W\u00e4rmeentwicklungen im Lippenbereich kommt. Ich habe bessere Erfahrungen damit gemacht, mit den Z\u00e4hnen den L\u00f6ffel zu halten und mit kreisenden Kopfbewegungen zu r\u00fchren, um mit der dabei frei werdenden Hand den Topf zu halten &#8211; probiert es einfach aus.<\/p>\n<p>Jetzt k\u00f6nnen wir die Drehzahl des Handmixers reduzieren, oder das Ding gleich ganz auf die Seite stellen und mit einem Schneebesen weitermachen. Jetzt kommt n\u00e4mlich die fl\u00fcssige Schokolade nach und nach in den Eigelbschaum und wird dort gut unterger\u00fchrt. Wenn das getan ist, kommt die ganze Sch\u00fcssel mit Inhalt in den K\u00fchlschrank, bis die Masse anf\u00e4ngt, fest zu werden.<\/p>\n<p>Wenn ihr euch jetzt umschaut, dann werdet ihr sehen, dass die Quirle des Handmixers einen braunen Belag aufweisen. Das ist nicht weiter verwunderlich, weil ihr sie ja in die Schokolade-Eigelb-Sauce getaucht habt. Es ist aber unpraktisch, weil jetzt das Eiwei\u00df, das immer noch in der kleinen R\u00fchrsch\u00fcssel wartet, mit denselben Quirlen zu Eischnee geschlagen werden muss. Also, ab ans Sp\u00fclbecken und unter hei\u00dfem Wasser s\u00e4uberlich reinigen. Anschlie\u00dfend mit kaltem Wasser absp\u00fclen und gut trocknen, Merke: versuche nie Eiwei\u00df mit kochend hei\u00dfen Quirlen zu schlagen, es wird es dir nicht danken.<\/p>\n<p>Also, Eiwei\u00df mit dem Handmixer und den frisch gereinigten Quirlen zu steifem Schnee schlagen und zur Seite stellen. Steif hei\u00dft allerdings nicht Beton, eher Schaum, vielleicht ist Schnee doch der richtige Ausdruck.<\/p>\n<p>Der wei\u00dfe Belag an den Quirlen ist auch jetzt wieder ganz normal. Ihr wisst schon, das Eiwei\u00df, das ihr damit geschlagen habt. Aber wieder ist es h\u00f6chst \u00e4rgerlich, weil jetzt m\u00fcssen wir in der zweiten kleinen R\u00fchrsch\u00fcssel die H\u00e4lfte der Sahne mit denselben Quirlen steif schlagen, und da w\u00e4ren noch anhaftende Eischnee-Reste doch eher unsch\u00f6n. Aber wir kennen das inzwischen: Am Sp\u00fclbecken mit hei\u00dfem Wasser reinigen, kalt absp\u00fclen und gut trocknen.<\/p>\n<p>Da wir mit Sp\u00fclen und Trocknen und Quirlen und Zeugs so viel Zeit vertr\u00f6delt haben, ist jetzt aber die Schokolade-Creme im K\u00fchlschrank soweit und kann ans Tageslicht gezerrt werden. Wir heben jetzt unter. Zuerst die Sahne, dann den Eischnee. &#8222;Unterheben&#8220; ist wieder mal so eine Kochbuch-Metapher, die die Realit\u00e4t nur ungen\u00fcgend trifft. Wir nehmen n\u00e4mlich den Teigschaber (oder ersatzweise den Schneebesen) in die rechte Hand, fassen mit der linken an den Rand der Sch\u00fcssel und vollf\u00fchren mit beiden drehende Bewegungen. Das hei\u00dft, wir drehen die Sch\u00fcssel und durch die kreisende Bewegung des Schabers vermischen wir die beiden Komponenten so schonend, dass nicht die zuvor m\u00fchsam eingequirlte Luft entfleucht. Kapiert? Na, auf jeden Fall: nicht r\u00fchren wie ein Hirsch, sonder sorgsam unterheben.<\/p>\n<p>So, dieser Sch\u00fcssel kann jetzt wieder ihr Weg in den K\u00fchlschrank gezeigt werden, wo sie noch ein wenig ruhen darf, bis der zweite &#8211; wei\u00dfe &#8211; Teil der Chose fertig ist.<\/p>\n<p>Hier ist jetzt der Zeitpunkt, sich in Erinnerung zu rufen, wie gro\u00df die Freude der Familienmitglieder beim Verzehr sein wird, denn erfahrungsgem\u00e4\u00df sinkt der Lustpegel an dieser Stelle zum ersten Mal deutlich ab. Beim ersten Mal ist das nat\u00fcrlich noch schwer, weil man sich nur der Imagination bedienen kann, w\u00e4hrend man beim zweiten und darauf folgenden Malen aus der Erinnerung an die strahlend leuchtenden Augen und die gl\u00fccklichen Gesichter zehren kann. Also, weiter geht&#8217;s.<\/p>\n<p>Daran anschlie\u00dfend reinigen wir: den kleinen Topf, in dem inzwischen die Reste der fl\u00fcssigen Schokolade eingetrocknet sind, die Quirle des Handr\u00fchrers, beide kleinen R\u00fchrsch\u00fcsseln, den Teigspatel oder den Schneebesen, den Essl\u00f6ffel, den wir zum R\u00fchren verwendet haben, oder kurz: einfach alles, was so rumsteht.<\/p>\n<p>Denn jetzt kommt die eigentliche Sch\u00f6nheit dieses Desserts zum Tragen: wir kennen das alles schon und machen einfach nochmal genau dasselbe &#8211; nur in wei\u00df.<\/p>\n<p>Neu ist lediglich, dass wir jetzt die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Dann allerding kommt in den kleinen Topf, den wir wieder auf den Herd gestellt haben (hat den eigentlich in der Zwischenzeit jemand ausgemacht?) nun &#8211; genau: die wei\u00dfe Schokolade, in St\u00fccke zerbrochen, zusammen mit 50 ml Sahne und 1 EL Arrak. Links daneben platzieren wir wieder denselben Aufbau aus einer gro\u00dfen und einer kleinen R\u00fchrsch\u00fcssel, in die wir die restlichen drei Eier trennen. Muss ich das nochmal erkl\u00e4ren? Nein? Gut. Zu dem Eigelb kommen dieses Mal noch 2 geh\u00e4ufte TL Vanillezucker und 1 EL warmes Wasser. Jetzt die Eieruhr, den Herd und den Mixer einschalten und: links schaumig r\u00fchren, rechts Schokolade schmelzen. Die Taktik des Topffesthaltens kann bei Belieben beibehalten oder bei Nichtgefallen variiert werden.<\/p>\n<p>Am Ende &#8211; bevor die zwei zusammenger\u00fchrt werden &#8211; muss noch die ausgedr\u00fcckte Gelatine in der warmen Schokolade aufgel\u00f6st werden. Dann kann auch diese zweite Sch\u00fcssel in den K\u00fchlschrank bis die Gelatine anf\u00e4ngt, ihre Wirkung zu entfalten. Zwischenzeitlich reinigen wir vor allem die Quirle, schlagen das Eiwei\u00df zu festem Schaum und &#8211; nach wiederum gereinigten Quirlen &#8211; die restliche Sahne steif. An dieser Stelle bew\u00e4hrt sich es sich, wenn man Einkauf der Sahne etwas gro\u00dfz\u00fcgiger war.<\/p>\n<p>Dann stellen wir die beiden kleinen R\u00fchrsch\u00fcsseln zu den beiden gro\u00dfen in den K\u00fchlschrank, der jetzt wahrscheinlich knapp an seine Kapazit\u00e4tsgrenzen st\u00f6\u00dft, aber wir haben ja vorgesorgt.<\/p>\n<p>An dieser Stelle ist jetzt der richtige Zeitpunkt f\u00fcr eine Zigarettenpause, da die Gelatine noch einige Minuten ihre Wirkung entfalten muss &#8211; aber wirklich nur eine Zigarette! Ich w\u00fcrde \u00fcbrigens davon abraten, bereits w\u00e4hrend der Erstellung des Eischaumes zu rauchen, weil sich die herabfallende Asche nur \u00e4u\u00dferst m\u00fchsam wieder aus der Eierpampe entfernen l\u00e4sst, aber das sei jedem selbst \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Auch hier wird jetzt wieder zuerst die Sahne und dann das Eiwei\u00df &#8222;untergehoben&#8220;, eine Technik, auf deren wiederholte Erkl\u00e4rung ich zugunsten einer kompakteren Darstellung an dieser Stelle verzichten will.<\/p>\n<p>Dann werden aus beiden Sch\u00fcsseln, der braunen und der wei\u00dfen, jeweils nacheinander mehrere Schichten in die bereit gestellte Glassch\u00fcssel appliziert und dann f\u00e4hrt man mit einem L\u00f6ffel in anmutigen Wellenbewegungen durch die angeh\u00e4uften Lagen, um so ein h\u00fcbsches Marmormuster zu erzeugen. Weshalb auch ersichtlich sein wird, warum die Sch\u00fcssel eine gl\u00e4serne zu sein hat. Nachdem im K\u00fchlschrank mittlerweile genug Platz ist, kann das fertige Dessert dort f\u00fcr einige Stunden untergebracht werden, wobei ihr ein Schutz in Form einer Frischhaltefolie nicht zum Nachteil gereicht, da der Geruch zum Beispiel von Romadur nur schlecht mit dem zarten Aroma der Schokoladen-Creme harmoniert.<\/p>\n<p>Was hei\u00dft hier: Geh weg, zu aufw\u00e4ndig? Ich mach das gern, um meine Lieben zufrieden zu stellen! Man muss auch mal bereit sein, Opfer zu bringen.<\/p>\n<p>Ach ja: so sieht es aus, wenn schon ein Teil der Meute dar\u00fcber hergefallen ist, und wenn der Koch das mit den anmutigen Wellenbewgungen nicht so richtig ernst genommen hat:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/mousse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-490\" title=\"mousse\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/mousse.jpg\" alt=\"Marmorierte Mousse au Chocolat\" width=\"600\" height=\"803\" srcset=\"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/mousse.jpg 600w, https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/mousse-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute m\u00f6chte ich euch einen Gefallen tun. Ich m\u00f6chte euch zeigen, wie das Lieblingsdessert von Familie T. zubereitet wird. Es handelt sich um meine Geheimwaffe gegen schlechte Stimmung jeglicher Art, sei sie selbst produziert oder von au\u00dfen herangetragen. Wie jede Geheimwaffe hat nat\u00fcrlich auch diese ihren Preis. Der Aufwand ist nicht zu untersch\u00e4tzen; man sollte &#8230; <a title=\"Marmorierte Mousse au Chocolat\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2012\/01\/07\/marmorierte-mousse-au-chocolat\/\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Marmorierte Mousse au Chocolat\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":490,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,27],"tags":[],"class_list":["post-489","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dessert","category-suses"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=489"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/489\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":511,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/489\/revisions\/511"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/media\/490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}