{"id":570,"date":"2012-04-09T18:43:02","date_gmt":"2012-04-09T17:43:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=570"},"modified":"2012-04-09T18:47:06","modified_gmt":"2012-04-09T17:47:06","slug":"abgesang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2012\/04\/09\/abgesang\/","title":{"rendered":"Abgesang"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeit, als &#8222;alter Sack&#8220; eine Beschreibung f\u00fcr die anderen war, scheint abgelaufen.<\/p>\n<p>Piraten hei\u00dfen nicht mehr Errol Flynn (und auch nicht Johnny Depp), haben weder Augenklappe noch k\u00fchnen, in die Ferne gerichteten Blick, werden aber trotzdem gew\u00e4hlt. Von den anderen, den Jungen.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re noch nicht sonderlich schlimm. Gott, was hatten wir f\u00fcr Ideen, damals. Und letztendlich waren die alle gut. Dass das nicht alle verstanden haben: Kollateralsch\u00e4den im Generationenkonflikt. Nichts besonderes.<\/p>\n<p>Es hinterl\u00e4sst nat\u00fcrlich ein mulmiges Gef\u00fchl, wenn man es trotz Bem\u00fchen nicht versteht. Aber das hei\u00dft ja noch nicht, dass es falsch es sein muss. Lass die mal machen, vielleicht verstehe ich es auch irgendwann. Und vielleicht wird dann alles gut &#8211; oder zumindest besser als mit der FDP.<\/p>\n<p>Aber das ist ja nicht alles. Anatol Stefanowitsch hat einen &#8222;<a href=\"http:\/\/www.scilogs.de\/wblogs\/blog\/sprachlog\/sprachwandel\/2012-04-06\/offener-brief-an-die-contentindustrie\" target=\"_blank\">Offenen Brief an die Contentindustrie<\/a>&#8220; geschrieben. Nun muss ich nicht ein Loblied auf A.S. und seinen SprachLog singen, das haben schon viele andere getan. Und ich muss auch nicht alles gut finden, was er schreibt, obwohl ich es sehr h\u00e4ufig tue. Aber diese Suade hinterl\u00e4sst mich sprachlos. Es geht um &#8222;Content&#8220;, also Musik, Texte, Bilder, Rezepte, und wie man damit umgehen darf, soll, kann &#8211; und A.S. wirft alles um, was meine Mutter mir versucht hat beizubringen. Generationenwechsel? Paradigmenwechsel? Wie geht&#8217;s jetzt weiter?<\/p>\n<p>Nun ja, er war vielleicht schlecht drauf und hat das alles nicht so gemeint. Aber noch sprachloser hinterlassen mich die verzagten Repliken (z.B<a href=\"http:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/04\/kunst-und-kreativitat-nur-in-der-freizeit-ein-paar-gedanken-zu-geistigem-eigentum-geld-und-urheberrecht.php\" target=\"_blank\">. Florian Freist\u00e4tter<\/a> auf den ScienceBlogs), die gerne &#8211; zumindest zum Teil &#8211; von dem leben w\u00fcrden, was sie produzieren. Aber auch sie scheinen zu sp\u00fcren, dass da ein Zug in eine andere Richtung lostuckert. Aber darf man das? Darf man alle hergebrachten Prinzipien von Eigentum, Urheberschaft, eigener Leistung und was wei\u00df ich alles einfach umwerfen, blo\u00df weil es geht? Und wie wird das werden? Und legt ihr wenigstens noch eine kleine Pause, so dass ich noch ein paar Jahre so leben kann, wie ich es gewohnt bin?<\/p>\n<p>Versteht mich nicht falsch, Jungs. Das ist eure Zukunft. Aber ich, ich versteh das alles nicht mehr und ich ertappe mich immer h\u00e4ufiger dabei, <span style=\"text-decoration: line-through;\">nur<\/span> die Gefahren zu sehen bei eurem neuen Leben: wenn ihr euren virtuellen Rummelplatz zum RTL2-Nachmittagsprogramm machen wollt, bitte sehr, aber ich bin jetzt mal weg. Auf der anderen Seite, bei den alten S\u00e4cken.<\/p>\n<p>Und deshalb suche ich mir Rezepte aus dem vorigen Jahrtausend. Rezepte, die zu mir passen. F\u00fcndig geworden bin ich jetzt erst mal 1996:<\/p>\n<h2>Morchel-Lasagne a la Wille Brass<\/h2>\n<p>(essen &amp; trinken 12\/96, f\u00fcr 4-6 Portionen)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/morchellasagne.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-572\" title=\"morchellasagne\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/morchellasagne.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"670\" srcset=\"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/morchellasagne.jpg 600w, https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/morchellasagne-268x300.jpg 268w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"margin-left: 36pt;\">F\u00fcr den <strong>Nudelteig<\/strong><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">250 g Hartweizengrie\u00df<\/span> mit <span style=\"text-decoration: underline;\">1 Ei und 3 Eigelb<\/span>, 1 Prise Salz und 2-3 EL Wasser mit den Knethaken vermengen. Dann mit den H\u00e4nden zu einem glatten teig kneten und in Folie verpackt etwa 30 Minuten ruhen lassen. Anschlie\u00dfend mit der Nudelmaschine nach und nach immer d\u00fcnnere Platten ausrollen.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 36pt;\">Je 6 Lasagnebl\u00e4tter von 6, 7 und 8 cm Durchmesser ausstechen. Portionsweise in reichlich kochendem Salzwasser 3-4 Minuten garen und abgetropft zwischen d\u00fcnn mit \u00d6l bepinselte Foliebl\u00e4tter legen.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 36pt;\">F\u00fcr das <strong>Ragout<\/strong><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">50 g getrocknete Morcheln<\/span> in einem Sieb gr\u00fcndlich abbrausen und <strong>mindestens 4 Stunden<\/strong> in 3\/4 l lauwarmen Wasser einweichen. Die Morcheln ausdr\u00fccken und mehrfach gr\u00fcndlich waschen, eventuell halbieren. Das Morchelwasser filtern und auf 100 ml einkochen lassen. <span style=\"text-decoration: underline;\">3 Schalotten<\/span> pellen, klein w\u00fcrfeln und in <span style=\"text-decoration: underline;\">40 g Butter<\/span> glasig d\u00fcnsten. Die Morcheln dazugeben und and\u00fcnsten. Dann mit <span style=\"text-decoration: underline;\">2 EL wei\u00dfem Portwein<\/span> abl\u00f6schen und mit dem Morchelfond und <span style=\"text-decoration: underline;\">250 g Creme Double<\/span> offen in etwa 6-8 Minuten bei gro\u00dfer Hitze einkochen. Mit Salz und Pfeffer w\u00fcrzen.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 36pt;\">Aus <span style=\"text-decoration: underline;\">2 Eigelb<\/span>, <span style=\"text-decoration: underline;\">2 EL Wei\u00dfwein<\/span>, <span style=\"text-decoration: underline;\">1 EL Zitronensaft<\/span><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\">und 1\/2 TL Dijon-Senf<\/span> eine Hollandaise verquirlen, langsam erhitzen und <span style=\"text-decoration: underline;\">90 g geschmolzene Butter<\/span> einr\u00fchren. In kaltem Wasserbad abk\u00fchlen lassen.<\/p>\n<p style=\"margin-left: 36pt;\">Die grossen Lasagnebl\u00e4tter nebeneinander in eine gebutterte feuerfeste Form legen, die H\u00e4lfte des Morchelragouts darauf verteilen und mit etwas <span style=\"text-decoration: underline;\">geriebenem Parmesan<\/span> bestreuen. Dann die mittelgro\u00dfen Nudelbl\u00e4tter darauf legen, den Rest Morchelragout darauf verteilen und wieder mit Parmesan bestreuen. Mit den kleinen Bl\u00e4ttern abdecken, Hollandaise dar\u00fcber l\u00f6ffeln und wieder mit Parmesan bestreuen. Mit je einer Morchel garnieren und bei 200 Grad auf der mittleren Einschubleiste im Ofen 5-7 Minuten \u00fcberbacken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da die Fu\u00dfball-Bundesliga englische Woche hat, reiche ich diesen Beitrag ein beim Event: &#8222;Das Eckige muss ins Runde&#8220; und lade schnell alle Vegetarier aus dem Bekanntenkreis ein, weil es nicht allzu h\u00e4ufig vorkommt, dass bei uns noch nicht mal Speck oder Fleischbr\u00fche verwendet wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeit, als &#8222;alter Sack&#8220; eine Beschreibung f\u00fcr die anderen war, scheint abgelaufen. Piraten hei\u00dfen nicht mehr Errol Flynn (und auch nicht Johnny Depp), haben weder Augenklappe noch k\u00fchnen, in die Ferne gerichteten Blick, werden aber trotzdem gew\u00e4hlt. Von den anderen, den Jungen. Das w\u00e4re noch nicht sonderlich schlimm. 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