{"id":630,"date":"2012-06-09T14:27:51","date_gmt":"2012-06-09T13:27:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=630"},"modified":"2012-06-09T14:45:22","modified_gmt":"2012-06-09T13:45:22","slug":"rhabarbertarte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2012\/06\/09\/rhabarbertarte\/","title":{"rendered":"Rhabarbertarte"},"content":{"rendered":"<p>So ein Food-Blogger hat ja ein angenehmes Leben: Immer was Warmes zu essen und Zutaten d\u00fcrfen ab und zu auch schon mal etwas teurer sein, weil die Haushaltskasse ja durch das Hobby-Budget gest\u00fctzt wird. Deshalb beneide ich die auch immer ein wenig, wenn ich meinen erw\u00e4rmten Tiefk\u00fchlbeutel aufrei\u00dfe.<\/p>\n<p>Jetzt hat mir aber einer erz\u00e4hlt, dass das auch ganz sch\u00f6n stressig sein kann. Und zwar wegen der S\u00e4song. &#8222;S\u00e4song&#8220;, sagt er, &#8222;S\u00e4song ist ganz, ganz wichtig! Auf nix reagiert ein Blog-Leser allergischer als auf die S\u00e4song! Einmal Spargel im Weihnachts-Menu und Schluss! Den Blog liest kein Mensch mehr, da kannste dich auf&#8217;n Kopp stellen; Schluss! Finito! Amen!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Kann es sein&#8220;, frage ich, &#8222;ist es vorstellbar, dass du ein wenig \u00fcbertreibst? Wer hat denn heute noch einen Schimmer von saisonalen Produkten? Und woher auch. Das Gem\u00fcseregal sieht rund ums Jahr exakt identisch aus &#8211; der Verbraucher mag n\u00e4mlich keine \u00dcberraschungen. Und wenn man dann mal \u00fcber Land f\u00e4hrt, dann stehen da so kleine gr\u00fcne Pfl\u00e4nzchen auf den Feldern, die mal alles M\u00f6gliche werden k\u00f6nnen. Und wenn man dann sp\u00e4ter wieder vorbeikommt, ist schon abgeerntet. Wie soll man da was \u00fcber die S\u00e4song wissen? Oder wei\u00dft du, ob da unter den Folien Spargel w\u00e4chst oder Rosenkohl?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Aber genau das isses doch! Genau das macht die S\u00e4song f\u00fcr den Blogger doch so gef\u00e4hrlich! Ich sag dir: die ganze S\u00e4song ist f\u00fcr den Blogger ein einziges gro\u00dfes Fettn\u00e4pfchen. Ganz schlimm sind Erdbeeren. NIEMALS Erdbeeren au\u00dferhalb der S\u00e4song! Noch schlimmer als Spargel!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Und wann, bitte, ist denn nun Erdbeer-S\u00e4song?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ganz einfach: Sobald sich der erste Blogger traut. Gut, der erntet vielleicht noch ein bisschen Kopfsch\u00fctteln. Erdbeeren im Februar! Aber wei\u00df man&#8217;s? Auf jeden Fall: damit ist die Erdbeer-S\u00e4song er\u00f6ffnet. Schnell raus mit den Erdbeer-Rezepten, die interessiert n\u00e4chste Woche kein Schwein mehr!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Oh, Oh! Und wenn du jetzt gerade Rhabarber im Garten hast? Dann m\u00fcssen die Rhabarber-Rezepte warten, oder was?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Garten! Vergiss blo\u00df den Garten! Was hat der denn mit S\u00e4song zu tun? Schau mal, wenn die S\u00fcdlichter gerade ihr Erdbeer-Balsamico-Sch\u00e4umchen posten, dann sind wir hier doch gerade mal beim Schnee-Schaufeln! Wenn du Food-Blogger werden willst: Vergiss den Garten!&#8220;<\/p>\n<p>Okay, ich bleib dann mal lieber beim Tiefk\u00fchlbeutel. Stress tut mir n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht gut. Und, auch wenn ich es mich jetzt kaum zu sagen traue: Ich hab noch Rhabarber im Garten. Und ein Rezept in petto, das der Nachwelt \u00fcberliefert werden muss:<\/p>\n<h2>Rhabarber-Tarte<\/h2>\n<ul>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/rhabarbertarte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-633\" title=\"rhabarbertarte\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/rhabarbertarte.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/rhabarbertarte.jpg 300w, https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/rhabarbertarte-223x300.jpg 223w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>1 kg Rhabarber<\/span> sch\u00e4len, in Scheiben schneiden, mit <span style=\"text-decoration: underline;\">80 g Zucker<\/span> bestreuen und 30 Minuten ziehen lassen. Dann in einer gro\u00dfen Pfanne schmoren, bis die Fl\u00fcssigkeit fast verdampft ist. Durch ein Sieb abtropfen lassen.<\/li>\n<li>Inzwischen aus <span style=\"text-decoration: underline;\">250g Mehl<\/span>, <span style=\"text-decoration: underline;\">125 g (kalter) Butter<\/span>, <span style=\"text-decoration: underline;\">100 g Zucker<\/span>, <span style=\"text-decoration: underline;\">2 Eigelb<\/span> und<span style=\"text-decoration: underline;\"> 1 El Milch<\/span> schnell einen M\u00fcrbeteig kneten und, in Klarsichtfolie eingewickelt, 30 Minuten im K\u00fchlschrank ruhen lassen<\/li>\n<li>Teig auf bemehlter Arbeitsfl\u00e4che ca. 3mm d\u00fcnn ausrollen, in eine gebutterte Springform legen, mehrmals mit einer Gabel einsteechen.<\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\">2 Eier<\/span> und <span style=\"text-decoration: underline;\">60 g Zucker<\/span> und das Mark <span style=\"text-decoration: underline;\">1 Vanilleschote<\/span> im hei\u00dfen Wasserbad cremig auf- und danach kalt abschlagen. Mit <span style=\"text-decoration: underline;\">20 g Speisest\u00e4rke<\/span> (gesiebt), <span style=\"text-decoration: underline;\">120 g Creme fraiche<\/span> und <span style=\"text-decoration: underline;\">80 g Magerquark<\/span> mischen und \u00fcber den Rhabarber gie\u00dfen<\/li>\n<li>Im vorgeheizten Ofen (200\u00b0 Ober\/Unterhitze) 20-25 Minuten backen. 5 Minuten vor Backende mit 1 TL Puderzucker bestreuen. Nach dem Backen 10-15 Minuten auf einem Rost ausk\u00fchlen lassen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Allerdings: Wer diese sehr feine Tarte, bei der das Rhabarber-Kompott mit dem Vanillearoma des edlen Eiergusses und dem etwas br\u00f6seligen M\u00fcrbeteig eine noch nie dagewesene Harmonie eingehen, der muss sich schon etwas sputen. Der Rhabarber hat n\u00e4mlich wirklich eine S\u00e4song. Wann die beginnt, bestimmt wie gesagt der erste Blogger, der sich traut. Aber wann sie endet, ist seit Jahrhunderten \u00fcberliefert:<\/p>\n<p><strong>Exakt am 24.Juni jeden Jahres, wahrscheinlich gegen 0:15h, wird Rhabarber schlagartig giftig!<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Alle neumodischen Spinner, die etwas anders behaupten, von Oxals\u00e4ure schwafeln, die sich langsam aufbaut und sogar den 1. Juli noch f\u00fcr ernte-geeignet halten, haben keine Ahnung. Es ist n\u00e4mlich so, dass der 24.Juni der Johannes-Tag ist, auch Johanni genannt. Und genau diesen Tag sucht sich der Rhabarber f\u00fcr den zweiten Wachstumsschub aus, der &#8211; na? &#8211; auch Johannistrieb hei\u00dft. Warum in aller Welt sollte der so hei\u00dfen, wenn es auch ein anderer Tag sein k\u00f6nnte? Wichtig ist aber: dieser zweite Wachstumsschub ist wichtig, damit man n\u00e4chstes Jahr wieder Rhabarber ernten kann. Und deshalb sollte man der Pflanze dabei etwas Ruhe g\u00f6nnen und nicht an ihr rumschnippeln, giftig hin, giftig her.<\/p>\n<p>&#8222;Ich pfeif jetzt auf die S\u00e4song&#8220;, h\u00f6re ich von hinten, &#8222;ich mach jetzt auf nachhaltig, das kommt auch gut an!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So ein Food-Blogger hat ja ein angenehmes Leben: Immer was Warmes zu essen und Zutaten d\u00fcrfen ab und zu auch schon mal etwas teurer sein, weil die Haushaltskasse ja durch das Hobby-Budget gest\u00fctzt wird. Deshalb beneide ich die auch immer ein wenig, wenn ich meinen erw\u00e4rmten Tiefk\u00fchlbeutel aufrei\u00dfe. 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