{"id":908,"date":"2013-02-27T20:28:43","date_gmt":"2013-02-27T19:28:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=908"},"modified":"2013-05-30T11:51:49","modified_gmt":"2013-05-30T10:51:49","slug":"reis-kartoffeln-quinoa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2013\/02\/27\/reis-kartoffeln-quinoa\/","title":{"rendered":"Reis, Kartoffeln, Quinoa"},"content":{"rendered":"<p>Oder gibt es noch andere Beilagen?<\/p>\n<p>Wie? Brot? Ja, Brot ist okay. Das z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Und weiter? Was? Nudeln? Nein! Nein! Nein!<\/p>\n<p>Und warum, bitte? Warum in aller Welt sollten &#8222;Nudeln&#8220; nicht z\u00e4hlen? Keine Beilage, oder was?<\/p>\n<p>Nein, schon Beilage, aber nicht essbar. Zumindest nicht ohne Gefahr f\u00fcr Leib und Leben, bzw. eigentlich den Geisteszustand.<\/p>\n<p>Es ist n\u00e4mlich so: In Italien, dem Mutterland der &#8222;Pasta&#8220;, wurde gerade eine aufsehenerregende Studie fertiggestellt, die Daten der letzten Teilnehmer gingen am Montag-Nachmittag ein. Brandaktuell also.<\/p>\n<p>Die Hypothese \u2013 jede Studie braucht bekannterma\u00dfen eine Hypothese \u2013 lautete (etwas verk\u00fcrzt): &#8222;Jahrzehntelanger Genuss von Teigwaren verursacht erhebliche Sch\u00e4den im zerebralen Bereich.&#8220;<\/p>\n<p>Eine andere Studie mit \u00e4hnlicher Hypothese gab es schon vor ziemlich langer Zeit. Schon damals war die Forschergruppe \u00fcberzeugt, ihre Hypothese statistisch signifikant belegen zu k\u00f6nnen. Im Wesentlichen lautete ihr Befund: &#8222;wer ein- und demselben Nahrungsmittel mehr als hundert verschiedene Namen gibt, der hat definitiv eine Schraube locker.&#8220; Leider wurde diese Studie unter den Tisch gekehrt, als eine diplomatische Abordnung der Eskimos auftauchte und darauf pochte, es handele sich um einen Zirkelschluss, was mit dem Hinweis auf die Sinnhaftigkeit von (mindestens) zwanzigtausend Bezeichnungen f\u00fcr Schnee ausreichend belegt sei.<\/p>\n<p>Diese Schlappe war nun aber eher diplomatischer Natur, weshalb sich die Anthropologen nat\u00fcrlich nicht geschlagen gaben, diesmal aber beschlossen, sorgf\u00e4ltiger vorbereitet zu Werke zu gehen.<\/p>\n<p>Und so schufen sie vor nunmehr 20 Jahren eine Kunstfigur namens &#8222;Silvio Berlusconi&#8220;, der sie so absurde Eigenschaften zuschrieben, dass im Forscherkreise das Prusten und Schenkelklopfen kein Ende nehmen wollte und beinahe das seri\u00f6se Forschungsergebnis gef\u00e4hrdet gewesen w\u00e4re. Aber die besonneneren Kollegen im Anthropologen-Kreis setzten sich immer wieder durch und arbeiteten hartn\u00e4ckig am Beweis ihrer These.<\/p>\n<p>Als dann schon kurz nach der ersten Sitzung im Jahre 1994 selbiger S. Berlusconi zum italienischen Ministerpr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt wurde, wollte schon mancher von ihnen laut &#8222;Heureka!&#8220; rufen und die Tastatur f\u00fcr den Abschlussbericht anwerfen. Aber wieder siegte die Vernunft. Man d\u00fcrfe die als sicher vorausgesetzte wissenschaftliche Best\u00e4tigung der These nicht dadurch gef\u00e4hrden, vorschnelle \u2013 nicht sauber hergeleitete \u2013 Schl\u00fcsse zu ziehen. Also lie\u00df man nicht locker und wartete 2001 ab und 2005 und 2008. Bei jedem neuen Wahlsieg gab es heftige Auseinandersetzungen, ob man jetzt nicht an das Licht der \u00d6ffentlichkeit gehen k\u00f6nne, ja, angesichts der Gefahren sogar m\u00fcsse. Aber jedes Mal siegte die Vernunft \u00fcber den vorschnellen billigen Erfolg.<\/p>\n<p>Allerdings beschloss man so um das Jahr 2011 die Schrauben etwas anzuziehen, z.B. mit dem neu entwickelten Instrument des Bunga-Bunga und mit wahrhaft Marie-Antoinette-haften \u00c4u\u00dferungen, die man ihm in den Mund schob, und vereinbarte, dass es dann am 25. Februar 2013 genug sei.<\/p>\n<p>Tja nun. Die Zauderer und Z\u00f6gerer hatten schwere Vorw\u00fcrfe zu ertragen. Sie h\u00e4tten es \u00fcbertrieben. So k\u00f6nne die These nie belegt werden, was aber nicht bedeute, dass sie nicht zutr\u00e4fe und ein ganzes Land, ja ein ganzer Kontinent Gefahr laufe, an Gehirnschwund dahinzusiechen.<\/p>\n<p>Seit Montag-Nachmittag aber rauchen die Gehirne und klappern die Tastaturen. Ich will nicht vorgreifen, aber die Quintessenz des Abschlussberichtes wird in etwa sein: &#8222;wer ein- und denselben Idioten mehr als hundert Mal w\u00e4hlt, hat definitiv eine Schraube locker. Und als einzig signifikantes Unterscheidungsmerkmal sei europaweit nun einmal der dauernde, exzessive Genuss von &#8222;Pasta&#8220; zu finden&#8220;.<\/p>\n<p>Ich, als der f\u00fcr die Nahrungsbeschaffung zust\u00e4ndige Haushaltungsvorstand einer Kleinfamilie auf jeden Fall, werde daraus meine Schl\u00fcsse ziehen.<\/p>\n<p>Kennt jemand noch andere Beilagen? Polenta? Na, ja \u2013 gef\u00e4hrlich. Risotto? K\u00f6nnte gehen, erst den Abschlussbericht abwarten.<\/p>\n<p>Noch jemand? Sp\u00e4tzle? Danke!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder gibt es noch andere Beilagen? Wie? Brot? Ja, Brot ist okay. Das z\u00e4hlt. Und weiter? Was? Nudeln? Nein! Nein! Nein! Und warum, bitte? Warum in aller Welt sollten &#8222;Nudeln&#8220; nicht z\u00e4hlen? Keine Beilage, oder was? Nein, schon Beilage, aber nicht essbar. Zumindest nicht ohne Gefahr f\u00fcr Leib und Leben, bzw. eigentlich den Geisteszustand. 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