{"id":969,"date":"2013-05-07T12:40:28","date_gmt":"2013-05-07T11:40:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/?p=969"},"modified":"2013-05-07T13:00:33","modified_gmt":"2013-05-07T12:00:33","slug":"tagebuch-des-scheiterns-v13","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/2013\/05\/07\/tagebuch-des-scheiterns-v13\/","title":{"rendered":"Tagebuch des Scheiterns V\/13"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Challenge<\/strong>: Kalbsleber mit Madeirasauce und Pekannuss-Kartoffelp\u00fcree<!--more--><\/p>\n<p><strong>Den Einkaufszettel<\/strong>: 4 Kalbsleberscheiben (\u00e0 100 g, ca. 1 cm dick) und 60 g Pekannusskerne hat Frau T. erledigt (wenn auch nicht mit der von Herrn Lafer geforderten Pr\u00e4zision und ohne Pekann\u00fcsse).<\/p>\n<p><strong>Der Vorrat<\/strong>: Neben \u00d6l, Butter, Sahne, Waln\u00fcssen und was man halt so braucht, waren auch 500 g mehlig kochende Kartoffeln, 2 Schalotten, 1 Knoblauchzehe, 100 g Champignons, 80 g durchwachsener Speck und 200 ml Madeira noch vorhanden.<\/p>\n<p><strong>Der Plan<\/strong>: Essen um 19:00 Uhr (sp\u00e4testens). Abz\u00fcglich der von Herrn Lafer gesch\u00e4tzten Zubereitungszeit von 50 Minuten sollte sich irgendjemand gegen 18:00 Uhr in die K\u00fcche begeben und die Lage peilen.<\/p>\n<p><strong>Das Problem<\/strong>: Gegen 17:00 Uhr scheint die Abendsonne direkt auf die Terrasse. Ebendort hat Frau T. unter anderem einen gem\u00fctlichen Stuhl hingestellt, ein anderes Familienmitglied hat ein Pils ge\u00f6ffnet und den Kindle mit einem neuen Buch (<em>Gibraltar. Von Sascha Reh<\/em>) bereitgelegt\u2026<\/p>\n<p><strong>Der Ablauf<\/strong>: Der f\u00fcr die sp\u00e4tere Zubereitung des Abendessens Zust\u00e4ndige versucht, den g\u00fcnstigsten Neigungswinkel f\u00fcr den Stuhl zu ermitteln, Bier und Kindle so zu arrangieren, dass beide zu ihrem Recht kommen und sich nicht gegenseitig behindern, w\u00fcrde gerne vorab ein wenig bl\u00e4ttern, kann aber nicht. F\u00fchlt sich trotzdem wohl. Blinzelt in die Sonne, trinkt den ersten eiskalten Schluck und beginnt zu lesen. Frau T. nimmt ihre Paraderolle ein und sagt im Vorbeigehen: &#8222;Du wei\u00dft schon, dass wir heute sp\u00e4testens um sieben essen m\u00fcssen?&#8220; 17:15 Uhr. Jede Menge Zeit. &#8222;Gibraltar&#8220; spielt im Milieu einer Privatbank, alle Protagonisten sind zumindest schwer gest\u00f6rt, liest sich aber gut. 17:35 Uhr. Das Bier war besser, als es noch kalt war. Austrinken und noch eines \u00d6ffnen? Valerie ist definitiv gest\u00f6rt. Sie h\u00f6rt Stimmen, ist aber irgendwie sympathisch, anders als Thomas. 17:50 Uhr. 50 Minuten sind sicher \u00fcbertrieben f\u00fcr ein bisschen Kartoffelbrei und paar Leberscheiben. Das geht auch schneller. Valerie wird immer sympathischer. Die Sonne wird immer angenehmer. 18:10 Uhr. Noch 8 Minuten bis zum Kapitelende. Im Kartoffelsch\u00e4len hab ich \u00dcbung, das geht ratzfatz. 18:25 Uhr. Ich glaub, ich fang dann mal an. Obwohl: die Sonne sollte man ausnutzen, im n\u00e4chsten Kapitel kommt endlich Bernhard dran, der b\u00f6se Banker. Vielleicht nur einen Toast? Oder ein Tomatenbrot? Nix da, ich habs versprochen. Und die Leber wird nicht frischer, wenn sie rumliegt. Nur noch ein paar S\u00e4tze, nur noch einen Schluck \u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/leber.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-971\" alt=\"leber\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/leber.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a>Also Kartoffeln sch\u00e4len, waschen, vierteln und in Salzwasser garen. Jetzt die Kalbsleberscheiben \u2026 Was will denn der mit den Kalbsleberscheiben? Also lieber mal die Waln\u00fcsse hacken. Ich erhitze schon mal 2 El Nuss\u00f6l. Aber halt: die Madeira-Sauce muss doch wahrscheinlich reduziert werden? Also Schalotten sch\u00e4len, hacken. Knoblauch sch\u00e4len, hacken. Champignons putzen, hacken. Speck w\u00fcrfeln. Puuh. Und das \u00d6l? Raucht. Ich will aber nicht frittieren. Also weg vom Herd. Erst mal schnell in den Garten sprinten und 1 TL Thymian ernten, waschen, hacken. Dann das ganze Kleingeschnippelte mit einem TL Butter glasig d\u00fcnsten. Das \u00d6l? Eiskalt. Also wieder auf den Herd, aber mit weniger Hitze. Mit Madeira abl\u00f6schen und s\u00e4mig einkochen lassen. Die N\u00fcsse in das hei\u00dfe \u00d6l kippen. Ist aber nur lauwarm. Gas geben! Da war doch noch was? Leber, genau. Von beiden Seiten in Mehl enden und in 2 El \u00d6l ca. 4 Minuten goldbraun braten. Nicht zu hei\u00df, nicht zu lang, nicht salzen! Die N\u00fcsse? Mein Gott, die N\u00fcsse! Schwarz. Na ja nicht schwarz, das geht schon noch, gut gebr\u00e4unt. Jetzt 125 ml Sahne eingie\u00dfen und leicht s\u00e4mig einkochen. Denk an die Leber! Kartoffeln abgie\u00dfen, ausdampfen und durch die Kartoffelpresse in die Nuss-Sahne dr\u00fccken. Die Leber. Denk an die Leber! (Anm.: Leber wird noch zarter, wenn sie unmittelbar nach dem Braten ein paar Minuten in der Pfanne am Herdrand ruhen darf.) Schnell mit einem EL Butter abgl\u00e4nzen und zur Seite schieben. 2 EL Butter in das P\u00fcree r\u00fchren, mit Salz, Pfeffer, Muskat w\u00fcrzen und noch 3 EL geschlagenen Sahne unterr\u00fchren. Schwarz! N\u00fcsse, die, nun ja, ein wenig dunkel geworden sind, ergeben schwarzes P\u00fcree! Soll ich nochmal von vorn anfangen? Das wird eng. Also die Abbildung im Kochbuch abdecken und behaupten, das muss so.<\/p>\n<p>19:00 Uhr. 30g kalte Butter in die nicht mehr kochende Sauce einr\u00fchren, Leber kurz in der Sauce schwenken, P\u00fcree (schwarz!) anrichten. 19:02 Uhr: &#8222;Essen ist fertig!&#8220; (Ein geschmacklich sehr harmonisches Gericht. Wenn man die Zubereitungszeit etwas gro\u00dfz\u00fcgiger angegeben h\u00e4tte, w\u00e4re das P\u00fcree vielleicht sogar hellbraun geworden und h\u00e4tte etwas weniger angekokelt geschmeckt.)<\/p>\n<p><strong>Der Nachtisch<\/strong>:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kompott.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-972\" alt=\"kompott\" src=\"http:\/\/www.merle-buehrer.de\/gs\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/kompott.jpg\" width=\"150\" height=\"112\" \/><\/a><\/p>\n<p>(Falls sich noch jemand an den kleinen Rhabarber erinnert: eine gelungene Metamorphose)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Challenge: Kalbsleber mit Madeirasauce und Pekannuss-Kartoffelp\u00fcree<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":971,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31,29,12],"tags":[],"class_list":["post-969","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kalb","category-leber","category-rezept"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=969"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/969\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":975,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/969\/revisions\/975"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/media\/971"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/merle-buehrer.de\/gs\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}