Matjes, Apfel, Schmand

Er ist ständig unterwegs. [Das gilt natürlich nur für die Vor-Corona-Zeit oder die baldige Auch-Corona-Zeit.] Und, steht er jetzt (ständig) oder fährt er jetzt (unterwegs)? Beides? Wie soll das denn gehen? Ich habe mir das immer so vorgestellt, dass da jemand auf dem Elektro-Roller stehend im Stande ist, ständig vorwärts zu kommen. Aber das Wort ist ja viel älter als die Elektro-Roller, das kann also nicht die Erklärung sein. Und dass »beständig« und »fortlaufend« Synonyme sein sollen, leuchtet mir auch nicht richtig ein. Aber es ist schon gut so, oder glaubt jemand, dass es besser wäre statt einer Ständigen Impfkommission eine Fortlaufende Impfkommission zu haben? Hmm.

Küchentagebuch, Donnerstag 8. Juli 2021

  • Matjes mit Apfel-Schmand-Sauce (Hausfrauen-Art? Auf jeden Fall im Kuriositätenladen veröffentlicht)
  • Bratkartoffeln (der erste Matjes der Saison muss mit Bratkartoffeln)
  • Schokoladenpudding
aus gekochten Kartoffeln

Lauch, Limette, Lachs

Dass Frauen sich immer so anstellen müssen! Wenn Sicherheitsgurte an 75 Kilo schweren, 175 cm großen Puppen getestet werden, dann sind sie doch auch mit gemeint! Da sind wir doch gar nicht so. Und wenn sie nicht in (kostenlose) Urinale pinkeln können, dann müssen sie halt was berappen, das ist so auf der Welt, das trifft auch Sitzpinkler. Oder wenn im Büro die Füße baumeln oder die Temperatur 3° unter der weiblichen Wohlfühltemperatur eingestellt ist, dann hat das doch auch Vorteile, wir meinen es doch oft nur gut. Im schlimmsten Fall sind das »Unannehmlichkeiten« (was aber natürlich – verbreiterter Irrtum – nicht bedeutet, dass sie unannehmbar sind!) Auf jeden Fall verstehe ich überhaupt nicht, dass das Pamphlet »Das Patriachat der Dinge« überhaupt veröffentlicht werden darf, kann mann das nicht verhindern?

Küchentagebuch, Dienstag 6. Juli 2021

  • Lachs auf Lauchbett im Bratschlauch ( siehe lamiacucina )
  • Mit Ingwer-Limetten-Portwein-Sauce ( ebda )
  • Reis
Wohl das beste meiner Lachsrezepte

Gebacken: Johannisbeerkuchen (wie der Heidelbeerkuchen, nur mit Johannisbeeren und zum ersten Mal ein Mürbteig mit der Küchenmaschine)

Wolfsbarsch, Fenchel, Reis

Eigentlich ist es merkwürdig, dass man in Deutschland Fragen stellt. Ist das so zu verstehen, dass alle möglichen Fragen fix und fertig irgendwo rumliegen und bei Bedarf einfach aufgestellt werden können? Oder gibt es einen Wartesaal, wo die Fragen sitzen dürfen, bevor sie gestellt werden? Bei der Vielzahl unbeantworteter Fragen ist das eher unwahrscheinlich, der Platzbedarf wäre einfach zu hoch. Auch auch unsere westlichen Nachbarn (poser une question, een vraag stellen) halten es ähnlich, während man weiter südlich offenbar nichts von dieser Art Vorratshaltung hält und lieber alle Fragen bei Bedarf neu macht (hacer una pregunta, fazer uma pergunta, fare una domanda). Unsere nicht-mehr-ganz-so-dicken-Freunde auf der Insel sind wie immer ganz schrullig und fragen ihre Fragen (to ask a question), als ob es Sinn machen würde, eine Frage etwas zu fragen – das kann man wahrscheinlich zusammen mit Linksverkehr und Pfefferminzsauce ad acta legen. Auf den ersten Blick erscheint die südliche Variante moderner und platzsparender (Stichwort On Demand Questions), zumal sich manchmal Fragen auch selbst stellen und damit für Chaos in der Ablage sorgen und alles durcheinander bringen können. Andererseits gibt es Fragen, die sich nicht so einfach beantworten lassen und eigentlich nicht jeden Tag neu gemacht werden müssten, da wäre eine Ablage schon praktisch. Was gibt es eigentlich heute zu essen?

Küchentagebuch, Dienstag 22. Juni 2021

  • Dorade Wolfsbarsch mit Fenchelsauce (essen&trinken)
  • Reis
  • Erdbeer-Rhabarber-Kompott mit Joghurt
Fisch gut, Sauce sehr gut, Reis ok

Angesetzt: Rhabarber-Kimchi mit Sumach (Ottolenghi, bei pfanntastsisch)

Ich bin mal gespannt