Bohnen, Bratkartoffeln, Bratwurst

Wie wäre es, wenn Menschen nicht lügen könnten? Wenn sie einfach immer die Wahrheit sagen müssten, und es einfach keine Möglichkeit gäbe, die Unwahrheit zu sagen? Dann müsste sicher einiges anders organisiert werden. Zum Beispiel Koalitionsverhandlungen, Tarifauseinandersetzungen oder eheliche Gemeinschaften. Vor allem letztere würden sich wahrscheinlich selbst abschaffen – oder noch glücklicher werden, wer weiß. Und tatsächlich gibt es ja Sprachen, in der der Sprecher den Wahrheitsgehalt des Gesagten deutlich machen muss, was das Lügen schon mal deutlich erschwert. Na ja, eine Sprache, um genau zu sein, und die ist wohl am Aussterben. Trio wird (noch) in Brasilien und Surinam gesprochen und wenn zum Beispiel jemand einen harmlosen Satz wie “Der Frau ist auf den Markt gegangen” sagt, muss er oder sie in der Verbform angeben, ob man dies selbst gesehen hat oder ob man es vom Hörensagen oder auf andere Weise weiß. Wenn er oder sie das vergisst, dann ist er sofort als Lügner entlarvt. Man kann sich vorstellen, in welche Schwierigkeiten holländische Beamte gerieten (Surinam war bis 1975 niederländische Kolonie) und wie froh sie über jeden Trio-Sprecher waren, den der Tod hinweggerafft hatte. (welt-der-sprachen)

Küchentagebuch, Samstag 16. Oktober 2021

  • Bratkartoffel-Bohnensalat mit Basilikumpesto (kuriositaetenladen)
  • Bratwürstchen (mit Senf)
Schwierig ist nur, das Pesto zu dosieren

Zoodles, Pesto, Tomaten

Wenn wir uns brav einen “Guten Morgen” wünschen, dann sind die Spanier (bzw. die Spanisch sprechende Menschen) bedeutend anspruchsvoller und wünschen sich gleich mehrere gute Tage auf einmal – Buenos Días. Als wäre es heutzutage nicht schon schwierig genug, auch nur einen guten Tag zu finden, auf den man zurückblicken und sagen kann: “Jupp, gut war’s heute”. Meiner Meinung nach sind die Spanier entweder – z.B. wegen des Wetters – optimistischer als wir hier im dunklen Norden, oder sie mögen es einfach, mehrere gute Tage im Vorrat zu haben, falls es bei dem einen oder anderen dann doch nicht klappt. Fachleute sind natürlich anderer Ansicht, aber nicht einer anderen Ansicht, sondern vieler anderer Ansichten. Was ein gutes Zeichen dafür ist, dass die Fachleute sich das auch nur ausgedacht haben. Im Internet gehen die Meinungen von “es ist halt so” über “wir hier sagen manchmal auch buen día” und “das ist eine Kurzform von buenos días le dé dios – Möge Gott dir gute Tage geben” oder “man sieht sich ja nicht jeden Tag”. Und am besten gefällt mir die Theorie, dass im Mittelalter die “kanonischen Stunden“, also die Gebetszeiten alle im Plural waren, und das halt beibehalten wurde. Aber am wahrscheinlichsten finde ich die Theorie, dass es sich um den “plural expresivo” (15 Ejemplos de plural expresivo) handelt, bei dem der Plural zur Verstärkung oder Intensivierung verwendet wird. Das würde auch “muchas gracias” erklären, das englische “thanks“, oder die italienischen “ringraziamenti“. Nur: Nix genaues weiß man nicht. Aber trotzdem viele Späße beim Lesen.

Küchentagebuch, Freitag 15. Oktober 2021

  • Zoodles (Zucchini-Nudeln) (u.a.: lecker.de, aber Zucchini und Tomaten 5-10 min in Chili-Knoblauchöl gegart )
  • mit Basilikum-Pesto
  • und Tomaten
Beim Garten-Aufräumen war da tatsächlich noch …

Bäckchen, Spätzle, Salat

Was haben eigentlich die Menschen früher gemacht, wenn sie keine Tiefkühltruhe hatten? Und was mache ich heute, wenn sich die Tiefkühltruhe immer mehr leert und niemand nachfüllt? Nun, die erste Frage ist leichter zu beantworten: Man hat Eiskeller ausgebuddelt und sie mit Natureis aus Seen bestückt. [Nein, Eiskeller sind nicht die netten Menschen, die einen Eisbecher zum Tisch bringen – das sind Eiskellner!] Das hört sich sehr beschaulich an, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das beileibe kein Honiglecken war und die Menschen zurecht aufatmeten, als endlich Kühlaggregate erfunden wurden. All denjenigen, die wegen der gestiegenen Energiepreise schon angefangen haben zu buddeln, kann ich nur empfehlen, mal bei Wikipedia oder in der Süddeutschen nachzulesen. Tja, und was die zweite Frage betrifft – ich weiß es doch auch nicht; es wird auf jeden Fall böse enden.

Küchentagebuch, Donnerstag 14. Oktober 2021

  • Ochsenbäckchen, die letzten aus der Tiefkühltruhe (beschriftet mit »Bäckchen mit Soße« – ja was denn sonst? Ohne Soße, oder was? Auf was man alles gefasst sein muss!)
  • Spätzle (ich habe mich gegen die Nudelfraktion durchgesetzt!)
  • Gemischter Salat
Arme Menschen ohne TK