Reis, Rhabarber-Kimchi, Spiegelei

Pharmafirmen veröffentlichen Studienergebnisse nicht, kann man nix machen. Herr Maßen verortet Linksradikale bei der Tagesschau, ist mir bislang nicht aufgefallen. Tausende Impftermine werden nicht wahrgenommen, weil Wetter, Lust und wasweißich. Täglich ein neuer »Skandal« um Frau Baerbock, ja was hat die denn gedacht. Rechtspopulisten haben die EU-Ratspräsidentschaft inne, das macht aber nichts. Sechzigtausend Zuschauer im Wembleystadion, alle sind besorgt. Es gibt so viele Merkwürdigkeiten, dass man keine Synonyme für merkwürdig mehr findet und auf andere Sprachen ausweichen muss: Strange (EN), extraño (ES), estranho (PT), strano (IT), étrange (FR) und ja: merkwaardig (NL). Merkwürdig an merkwürdig ist ja, dass man es sich eben aus psychohygienischen Gründen meist nicht merken sollte, es also gar merk-würdig ist. Aber fremd, wie unsere Nachbarn meinen, ist es eben auch nicht. Es fühlt sich alles so merkwürdig vertraut an. Bizarr, eigenaardig, weird. Komisch?

Küchentagebuch, Montag 5. Juni 2021

  • Gebratener Reis mit Rhabarber-Kimchi (bei pfanntastisch)
  • Him-, Johannis- und Erdbeeren aus dem Garten

Reis, Kimchi, Käse

Gestern bin ich auf dem Markt nahezu gezwungen worden, ohne Maske einzukaufen. Ich weiß zwar nicht, was es bringen soll, aber anscheinend war es vielen Menschen ein Bedürfnis, die neu gewonnenen Freiheit demonstrativ zu feiern. Wegen niedriger Inzidenz (seit Tagen unter 1,0) dürfen wir wieder. Nur im Freien, wenn ich es richtig verstanden habe und bis auf Widerruf, aber hey! Ich hoffe, der Schritt zurück geht genauso fix, wenn Delta hier ankommt.

Küchenkalender Juni 2021 (2)

  • Beerensülze (viel Gelatine, viele verschiedene Beeren, Zucker und Zitrone für die Sülze, viele Beeren, Zucker und Zitrone für die Garnitur; Jahrhundertküche? Für die Garnitur einen Joghurt-Spiegel gießen und pürierte Beeren so draufgießen, dass ein Blumenmuster entsteht. Könnt ich nicht, wollt ich aber auch nicht)

Küchentagebuch, Mittwoch 23. Juni 2021

  • Reiskrapfen mit Kimchi und Gruyère (Ottolenghi, Flavour, auf englisch und auf deutsch)
  • Salat
  • Gebackene Holunderblüten
Trotz zugekauftem Kimchi äußerst delikat

Wolfsbarsch, Fenchel, Reis

Eigentlich ist es merkwürdig, dass man in Deutschland Fragen stellt. Ist das so zu verstehen, dass alle möglichen Fragen fix und fertig irgendwo rumliegen und bei Bedarf einfach aufgestellt werden können? Oder gibt es einen Wartesaal, wo die Fragen sitzen dürfen, bevor sie gestellt werden? Bei der Vielzahl unbeantworteter Fragen ist das eher unwahrscheinlich, der Platzbedarf wäre einfach zu hoch. Auch auch unsere westlichen Nachbarn (poser une question, een vraag stellen) halten es ähnlich, während man weiter südlich offenbar nichts von dieser Art Vorratshaltung hält und lieber alle Fragen bei Bedarf neu macht (hacer una pregunta, fazer uma pergunta, fare una domanda). Unsere nicht-mehr-ganz-so-dicken-Freunde auf der Insel sind wie immer ganz schrullig und fragen ihre Fragen (to ask a question), als ob es Sinn machen würde, eine Frage etwas zu fragen – das kann man wahrscheinlich zusammen mit Linksverkehr und Pfefferminzsauce ad acta legen. Auf den ersten Blick erscheint die südliche Variante moderner und platzsparender (Stichwort On Demand Questions), zumal sich manchmal Fragen auch selbst stellen und damit für Chaos in der Ablage sorgen und alles durcheinander bringen können. Andererseits gibt es Fragen, die sich nicht so einfach beantworten lassen und eigentlich nicht jeden Tag neu gemacht werden müssten, da wäre eine Ablage schon praktisch. Was gibt es eigentlich heute zu essen?

Küchentagebuch, Dienstag 22. Juni 2021

  • Dorade Wolfsbarsch mit Fenchelsauce (essen&trinken)
  • Reis
  • Erdbeer-Rhabarber-Kompott mit Joghurt
Fisch gut, Sauce sehr gut, Reis ok

Angesetzt: Rhabarber-Kimchi mit Sumach (Ottolenghi, bei pfanntastsisch)

Ich bin mal gespannt