Was bleibt

Als junger Mensch zweifelt man. Am Sinn des Lebens, an der Notwendigkeit, die Zähne zu putzen, am anderen Geschlecht. Vor allem aber: an der Sinnhaftigkeit, Latein zu lernen.

All diese Zweifel sind schwerwiegend und nachvollziehbar, relativieren sich aber im Laufe der Zeit. In unserer losen Reihe „Aufmunterung: wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her“ wollen wir deshalb ein wenig Rückschau halten.

Sicher, der Sinn des Lebens, die Zähne und das andere Geschlecht sind und bleiben rätselhaft, für die lateinische Sprache aber muss ich heute eine Lanze brechen. Auch wenn es damals nach heutigem Forschungsstand noch nicht einmal Nokia-Handys gab, muss es doch so etwas wie Twitter gegeben haben. In kaum einer Sprache lässt sich das Nibelungen-Lied so elegant in einen Nebensatz packen wie in Latein.

Bei all der Geschwätzigkeit und all dem nutzlosen Geplapper, auf das man im Laufe der Zeit trifft, lernt man das zu schätzen. Mangels Übung sind mir natürlich die Feinheiten des Gerundiums mehr oder weniger abhandengekommen, das macht aber nichts. Auch bei den beliebten lateinischen Merksätzen und Sprichwörtern scheint mir manchmal einiges durcheinander zu geraten, aber es reicht noch für die Essenz eines Lebens:

Hic vino, hic veritas, ergo salta.

Weiß jemand, von wem das stammt?

Das klingt doch schon mal optimistisch und hoffnungsfroh – zumindest für Liebhaber von Wein und Tanz.

Aber stellt euch nur mal das Gefühl vor, wenn man dann mal Papst ist und seinen Rücktritt elegant in einen ACI (accusativus cum infinitivo) packen kann: Wahnsinn!

Aber ach, leider gibt es nicht sehr viele Päpste und die Nummer mit dem Rücktritt ist jetzt auch schon vergeben. Vielleicht wars doch ein Fehler, das Latein …

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