Hirsch, Spätzle, Rosenkohl

Vor kurzem hat man einen etwa vier Millionen Jahre alten Stein ausgegraben, auf dem ein Wort eingraviert war: Steuer. Experten gehen davon aus, dass die Steuer gemeint ist und nicht das Steuer, unter anderem weil damals das Rad noch nicht erfunden war und es deshalb noch nichts zu steuern gab, und weil es die Steuer – soweit wir wissen – schon von Anbeginn der Zeit gibt. Wie hoch die ausgegrabene Steuer ausgefallen ist, kann man nicht sagen, da der Stein zerbrochen ist und außer dem Wort nur ein paar Nullen zu sehen sind (die eigentlich erst sehr viel später erfunden worden sein sollen). Dass die Steuer tatsächlich null war, halten die Experten für ausgeschlossen; das würde allen bisherigen Erkenntnissen widersprechen. Dass es eine Zahl mit vier oder fünf Nullen wahr gilt aber auch als unwahrscheinlich, da Steuern ständig erhöht werden, von einer Steuersenkung aber in der Menschheitsgeschichte bislang nichts bekannt geworden ist und der Stein doch recht alt sei. Im Niederländischen heißt die Steuer übrigens: Belasting. Und so kann ich allen Menschen im neuen Jahr nur eine hohe Belastingteruggave wünschen.

Küchentagebuch, Freitag 31. Dezember 2021

  • Hirschgulasch (eigentlich wollte ich die Niedrigtemperaturmethode von sonachgefuehl ausprobieren, hab aber verpennt, und so ist das brotwein-Rezept zum Zug gekommen)
  • Spätzle
  • Rosenkohl
Mit Spätzle das Jahr ausläuten bringt bestimmt Glück

Matjes, Apfel, Schmand

Nur weil ein Jahr nicht ganz so großartig war, wie man sich das vorgestellt hatte, sollte man nicht nicht vergessen, dass es auch ganz wunderbar war. Nun, wunderbar in dem Sinn, dass man gar nicht aus dem sich Wundern herauskommt. Und da fällt mir als erstes die SPD ein. “Wann wir streiten Seit an Seit” (oder so ähnlich) heißt ja einer ihrer Parteitags-Schlager. Vorbei. Harmonie all überall. Das ist tatsächlich wunderbar, d.h. es kommt einem Wunder gleich. Es gibt Experten, die behaupten, eine Partei wie die SPD ruhig zu stellen, sei nur mit dem flächendeckenden Einsatz von Betäubungsmitteln möglich. Vielleicht haben die ja tatsächlich im Frühsommer an ihren Mitgliedern schon mal das Boostern geübt. Wie auch immer, es wäre eine logistische Meisterleistung. Und das hieße ja, wir hätten mit Blick auf Omega richtig gewählt. Also ihr hättet, weil ich nicht.

Küchentagebuch, Donnerstag 30. Dezember 2021

  • Glückstädter Räucher-Matjes mit Apfel-Schmand-Sauce (beim kuriositaetenladen.com, wie ich das immer mache, eigentlich aber angefixt durch brotwein.net – die Rezepte sind ziemlich gleich)
  • Bratkartoffeln mit Speck
Rauchmatjes – ist der jetzt besser? Ich weiß es nicht!

Tofu, Kürbis, Gelbe Bete

Gibt es eigentlich inzwischen Studien über die Langzeit-Folgen der Gurtpflicht? Vielleicht ist es ja nach gerade mal 45 Jahren noch zu früh, alle möglichen Folgen wirklich zu entdecken, aber vielleicht wär eine Retrospektion, an der auch Homöopathen, Magier und Revolutions-Veganer beteiligt werden müssten, ja hilfreich für die Einschätzung der aktuellen Situation, in der “die Politik” schon wieder, wie damals, vollständig überreagiert. Wahrscheinlich werden die schädlichen Folgen ja einfach unter Verschluss gehalten! Bekannt geworden ist nur, dass die Zahl der Verkehrstoten drastisch abgenommen haben soll. Aber selbst wenn das stimmt, was beweist das schon? Wie viele Frauen leiden unter einem gequetschten Busen (und wie geht es den Babys, die daran gesäugt wurden)? Wie viele Menschen leiden heute noch unter dem beklemmenden Gefühl, an den Gurt gefesselt jämmerlich zu verbrennen oder zu ersaufen? »Es tobte ein Glaubenskrieg in Deutschland in jenen Tagen, der unerbittlich ausgefochten wurde – mit allen sozialen Konsequenzen. Gurtträger galten als ängstliche und kleinliche Spießbürger. Wer sich anschnallte, stand überdies im Ruf, mit missionarischem Eifer seine Umwelt zu nerven. Nicht wenige Autofahrer legten anfänglich genau deshalb den Gurt nicht an, weil sie solche ablehnenden Äußerungen vermeiden wollen. Umgedreht bezichtigten überzeugte Gurtträger die Gegner als verantwortungslos, arrogant und egoistisch – und forderten vereinzelt sogar Fahrverbote für Gurtmuffel.« (Spiegel History) Ich hab leider auch noch keine Impf-Nebenwirkungen vorzuweisen. Doch – ich hab mich nicht angesteckt.

Küchentagebuch, Mittwoch 29. Dezember 2021

Die Zutaten (Tofu, Kürbis, Bete) Sollten nicht mit ins neue Jahr – geschafft