Chicorée, Sahne, Speck

Mir sind Schallplatten lieber als Youtube. Gut, Schallplatten in dem Sinne gibt es ja kaum noch, ich meine halt das, was man nur hört und nicht das, was man hört und sieht. Aber wenn ich schon zugucken muss, dann seh ich lieber Klassik als Rock, die Leute dort sind einfach immer besser angezogen, haben sich richtig fein gemacht und benehmen sich dementsprechend gut. Die meisten, vor allem die Cellisten, sind auch immer sehr ergriffen von dem, was sie da tun, so dass man ein bisschen ein schlechtes Gefühl hat, wenn man Na ja denkt. Die Lisa Batiashvili seh ich gerne, nicht weil sie so schön geigt, das würde ich ja auch hören, nein, weil man sieht, wie lange sie geübt hat, und wie sehr sie sich freut, das endlich auf der Bühne mit dem Orchester zusammen zu zeigen. Zum Beispiel in dieser Aufführung des Violinkonzerts von Tchaikovsky; allerdings hat sie hier auch eine Locke, die ihr vor allem im zweiten Teil immer wieder über die Augen fällt. Und ich sitze da und leide mit ihr und warte, bis sie abbricht, zum Orchesterchef sagt, Sorry und sich eine Haarspange holt. Ich hab mir den Clip jetzt schon oft angesehen und bis jetzt ist es nie vorgekommen, aber wer weiß… Schön ist es aber allemal und vielleicht macht es ihr ja gar nichts aus.

Küchentagebuch, Montag 12. April 2021

  • Gebratener Chicorée mit Sahne und Speck (Sahne klingt gut, Speck klingt noch besser – bei Edeka via Küchenlatein)
  • Krosse Kartoffelwürfelchen
  • Salat (ein ziemlich großer Salatkopf hält ziemlich lange)
Krosse Kartoffeln, gebratener Chicorée, Specksauce (bei mir zu dünn?)

Huhn, Orange, Reis

Ich glaube, man ist alt, wenn einem bewusst wird, das diese Dreckspandemie wahrscheinlich in zwanzig, dreißig Jahren besser in die eigene Lebensplanung gepasst hätte. Oder dass man sich dabei ertappt, bei Sophie Passmann immer wichtig mit dem Kopf zu nicken und zu denken Ich hab’s ja immer schon gesagt (nur halt weniger klug und weniger pointiert), dass es einen aber nicht mehr richtig betrifft. *)

Küchentagebuch, Sonntag 11. April 2021

  • Chinesisches Orangen-Huhn (bei Foodfreak, Zitat: »Huhn süß-sauer für Fortgeschrittene«, und ich kann nicht einmal die Anfängerversion)
  • Reis
  • Orangen-Quark (wenn schon Orange …)
Fortgeschritten? Super-Advanced, Super-Delicious

*) die Generation, die das Leben vor dem Internet nicht mehr kennt, ist – anders. Frau Passmann heute in der SRF-Sendung “Sternstunde Philosophie” auf die Frage, wie sie sich ein Leben ohne Internet vorstelle: Ich wäre wohl erheblich dümmer, aber glücklicher.

Walnuss, Zitrone, Pasta

Eine Nachkochliste ist ein bisschen wie ein Komposthaufen. Die neueren »Abfälle« landen immer oben und die unteren Lagen modern so vor sich hin. Einmal im Jahr muss man umschichten und während der Biomüll dann ziemlich verrottet ist, kann man die meisten Rezepte noch lesen, auch wenn man nicht immer weiß, ob man das noch will. Nach nun doch schon acht Jahren ist das heutige Rezept aber ziemlich gut, man kann fast sagen hervorragend erhalten. Wenn ich schon früher eine Kiste Biozitronen gehabt hätte, vielleicht …

Küchentagebuch, Samstag 10. April 2021

  • Salat
  • Spaghetti mit Salbei, Zitrone und Walnüssen (von Ottolenghi, gefunden bei der Turbohausfrau und wie fast immer – bei Ottolenghi oder der Turbohausfrau? – wenige, stimmige Zutaten: Gut!)
Ich bin ein Schisser, wenn irgendwo “nicht zu lang” steht, hör ich garantiert zu früh auf

Lieferung: Zitrangen

Morgen gibt es was mit Orangen

Rotkohl, Spätzle, Mohn

Es gibt ja nicht nur »die Situation™«, aus der Andreas Scheuer und Jens Spahn uns und die Welt bald befreit haben werden. Es gibt auch noch den Klimawandel und die Überbevölkerung und Bürgerkriege und abgeholzte Regenwälder und Flüchtlingslager, und da wird – vielleicht in der Ministerpräsidentenkonferenz – gerade darüber beraten, wer dafür jeweils zuständig ist. Und es gibt die Generalversammlung der Vereinten Nationen, die das Jahr 2021 zum internationalen Jahr für Obst und Gemüse ausgerufen hat und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die in Zusammenarbeit mit dem BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) die 10 Regeln der DGE zum Blockbuster entwickelt hat und in Regel 2 (Nimm 5 am Tag) den exakten Tagesbedarf von Obst (250g, 2 Portionen) und Gemüse (400g, 3 Portionen) ermittelt hat. Ich fühle mich alles in allem gut regiert und umsorgt und blicke optimistisch in die Zukunft, doch.

Küchentagebuch, Freitag 9. April 2021

  • Spätzle mit Mohn und geröstetem Rotkohl (bei Krautkopf)
Immer wieder erstaunlich gut

Fleischbällchen, Spaghetti, Tomatensauce

Manchmal dauert es halt ein bisschen länger. Ich hab nachgesehen, es war 2010, als Paule (paules.lu) Jamie Olivers Fleischbällchen gekocht und wunderschön drapiert und fotografiert hat. Ich hab sie dann auch in der Zwischenzeit ein paar mal nachgekocht, aber immer mit Semmelbröseln. Eigentlich nimmt Herr Oliver als Engländer statt der Semmelbröseln Jacob’s Cream Cracker, die es hier aber nicht gibt. Und jetzt, 2021, auf der Suche nach Cantuccini, was seh ich da im Regal nebenan – die Cracker! Tomatensauce ist noch im Kühlschrank, fehlt nur Rinderhack und – schlussendlich … mag ich die Version mit Semmelbröseln fast lieber, hauptsächlich wegen der Konsistenz. Habe ich vielleicht zu “sehr fein” gemahlen?

Küchentagebuch, Donnerstag 8. April 2821

  • Fleischbällchen mit
  • Tomatensauce und
  • Pasta und Salat
Drapieren kann ich ohnehin nicht, dann probier ich’s auch nicht

Gebacken: Französisches Landbrot

Das Formen als Bâtard war vor dem Backen besser zu sehen …