ich weiß ja: Synchronbacken heißt Synchronbacken, weil synchron gebacken wird. Aber während es beim Synchron-Springen nach dem Platsch relativ bescheuert aussieht, wenn einer noch schnell die Badehose hochzieht und mit dem Schrei „Ich auch!“ hinterherhopst, spricht beim Backen – natürlich außer Konkurrenz – eigentlich nichts dagegen. Und: es ist ja kein Wettbewerb. Den hätte ich nämlich ohnehin haushoch gewonnen. Seit dem Bastel-Unterricht in der ersten Klasse habe ich – wegen zweier linker Hände – ein Handycap, dem normale Bastler nichts werden entgegensetzen können.
Ich bin jetzt aber von meinen Faltkünsten so begeistert, dass ich schon auf der Suche nach anspruchsvolleren Aufgaben bin. Hier sind schon mal ein paar Beispiele, die demnächst in meinen Brotkorb landen werden. Vielleicht versuch ich mich aber auch gleich an einem Pan de cristal . Wer so einen schönen Boppel aufs Brot drapieren kann, den kann doch eine läppische Hydration von 100% (TA 200) nicht ernsthaft in Schwierigkeiten bringen! Mit Coil Fold mach ich das doch mit links (also bildlich, zwei Hände werd ich schon brauchen). Wenn ihr allerdings nichts mehr von mir hört, bin ich wohl im Teig ertrunken…
Falzbrot (Marcel Paa)
Und weil der Ofen schon mal warm war und der Wald voller Heidelbeerkuchen ist (natürlich noch nicht ganz fertig ..,)
Schwarzer Laop – Kuchen
und bei der Hitze reichts dann auch noch für eine grüne Pizza (vom Milchmädchen)
So, nach einer kurzen (und wahrscheinlich vor einer längeren) Pause wollen wir heute mit einem Rätsel anfangen: Auf meiner neuen Route für den Sonntags-Spaziergang (Sonntags in der kleinen Stadt – leider ist mein Sohn schon zu groß, um ihn zu zwingen mitzugehen), auf der neuen Route also bin ich auf ein entzweigebrochenes Hinweis-Schild gestoßen; zu lesen ist noch „..⊭.lenzufahrt„. Die Frage ist jetzt natürlich, worauf da wohl im Originalzustand hingewiesen wurde. Ein paar Lösungsmöglichkeiten hab ich mir schonmal selbst überlegt:
Wildwasserforellenzufahrt; klingt zum Beispiel logisch; Wildwasserforellen sind ja Wandertiere, die sicherlich auch manchmal einen organisierten Ausflug unternehmen. Und damit sie sich dann bei der Rast nicht mit den normalen Rentner-Bussen mischen, brauchen sie halt eine eigene Zufahrt
Zum Antrag Anstellenzufahrt macht auch Sinn, weil man ja sein halbes Leben damit zubringt, sich irgendwo anzustellen um einen Antrag zu stellen. Und hier auf dem Land sind die Wege weit und die öffentlichen Verkehrsmittel knapp, weshalb man mit dem Auto zum Amt fährt und eine Zufahrt dann schon sehr praktisch ist. [allerdings war das halbe Schild mitten im Wald…]
Zimmermannsgesellenzufahrt hingegen halte ich für ziemlich unwahrscheinlich; Zimmermannsgesellen gehen ja bekanntermaßen zu Fuß. Wozu also eine Zufahrt?
Genau wie Reitpferdfohlenzufahrt; es sei denn das Fohlen wird im Anhänger transportiert? Hmm, wohl nicht ganz auszuschließen.
Dresdner Christstollenzufahrt? Ich kenn mich zwar mit den dortigen Gepflogenheiten nicht aus, bin aber skeptisch. Vielleicht? Ich weiß es nicht.
Und auch die heutige Mahlzeit – bzw. das Rezept dazu – birgt ein Rätsel. Im SZ-Magazin verraten Redakteure ihre „Signature-Dishes“ (hoffentlich nicht hinter der Bezahlschranke) und Herr Beckenkamp macht ein Bulgogi, was wohl bestes koreanische Streetfood ist. Neugierig gemacht hat mich „1 reife, matschige Birne“, die mit anderen Zutaten in die Marinade für ein dünn gescheibeltes Rinderfilet kommt. Und jetzt das Rätsel: Wie kommt dieser Mann an eine matschige Birne? Ich zum Beispiel kaufe auf dem Samstagsmarkt beim Obstbauern aus dem Alten Land 2 Kilo Birnen. Und am nächsten Freitag endlich ist eine der Birnen so weich, wie ich sie mir vorstelle. Das ist dann allerdings auch die letzte, weil ich alle anderen schon aufgegessen habe – und am Samstag … Die nette Obstverkäuferin sagt zwar, das sei doch bei Birnen ganz einfach. Die hat gut reden; vielleicht hat sie mehr Geduld als ich, oder sie will. dass ich gleich die doppelte Menge kaufe. Egal, ganz matschig war sie nicht, aber dank heldenhafter Geduld und Ausdauer schon drei Tage nach dem üblichen Termin und recht weich. Wer also geduldig genug ist, eine Birne matschig werden zu lassen: nachmachen.
Bei manchen Fragen ist die Wissenschaft noch etwas unsicher; manchmal streitet man sich sogar. Aber es gibt auch Dinge, über die man sich absolut einig ist. Frauen haben keinen Schniedel, deshalb keinen Verstand und nichts in Chefetagen zu suchen, es sei denn als Sekretärin. Es scheint noch nicht vollständig erforscht, wie genau die schlauen Gedanken vom Schniedel zum Gehirn, also von da unten nach da oben kommen, aber festzustehen scheint: wenn da unten nichts ist, kann auch – egal wie – nichts aufsteigen. Das leuchtet jedem ein. Außer ein paar Frauen. Aber das ist ja nur ein weiterer Beweis: kein Schniedel – kein Verstand. Und auch wenn diese paar Frauen empört „ungerecht!“ rufen, da ist überhaupt nichts ungerecht. Schließlich gilt andersrum auch: Männer haben einen Schniedel und können deshalb nicht putzen. Auch hier ist man sich noch nicht ganz sicher, wie es zu dieser unglaublichen – durchaus auch ungerechten – Verteilung an Talent kommt. Manche Forscher meinen, dass der Schniedel den Schwerpunkt des Körpers nach unten verlagert und Männer sich deshalb – auch weil es ihnen an einer Ausbuchtung am Oberkörper mangelt – schlechter bücken können. Vor- und Nachteile der Geschlechter sind also durchaus gerecht verteilt. Und seien wir mal ehrlich: es ist ja nicht schlimm, ein bisschen doof zu sein. Und nicht putzen zu können ist jetzt auch nicht furchtbar tragisch.
Gegessen haben wir – soweit ich mich erinnere – schon auch. Heute zum Beispiel „Schwarzwurzeln mit Ziegenkäse und Petersilien-Vinaigrette“ (und Rosenkohl und Haselnuss und Knoblauch und Lorbeer, um genau zu sein). Unbedingt vor dem Ende der Saison nochmal nachbauen! Den Bauplan gibt es bei Uwe auf seinen Blog Highfoodality,
Wir Deutschen teilen im Moment ja wohl das Schicksal unserer Verben: wir werden gebeugt. Manche stark, manche schwach, aber keiner gar nicht. Ob uns das Schicksal beugt, die Klimakrise oder das Finanzamt – irgendwas ist immer. Und im Unterschied zu den Verben gibt es so gut wie keine Regeln. Während man im Duden nachlesen kann, welches Verb wann wie gebeugt wird oder zumindest werden soll, gibt es für Briefe vom Finanzamt keine Anlaufstellen, die für Hilfe sorgen könnten. Im Duden steht kochen-kochte-gekocht (schwach) gegen essen-aß-gegessen oder trinken-trank-getrunken (stark). [Allerdings fällt mir dabei ein Lied von Hanns-Dieter Hüsch ein, in dem die Zeile vorkommt: „… ich hab zu viel getrinkt, und dann, dann bin ich umgesinkt„] So einfach ist es, wie gesagt, im wirklichen Leben nicht. Allerdings würde ich im Gegensatz zum Duden, in dem auch Substantive und Adjektive gebeugt werden, behaupten, dass nur Verben, also Tunwörter, gebeugt werden; wenn wir also nichts tun, sondern zum Beispiel still liegen bleiben, kann uns eigentlich nichts beugen. Vielleicht schlägt – bei betagteren Menschen – beim Aufstehen ein Hexenschuss zu. Aber das ist dann nicht gebeugt, das ist nur ein wenig gekrümmt.
Und in der Pfanne sind kürzlich Kartoffeln gelandet – und Wurst und Rosenkohl. Was soll da schief gehen? Gut, die Kartoffeln heißen Vitelotte und La Ratte, und ganz ausnahmsweise sind auch Bamberger Hörnchen zugelassen – wer hat, der hat. Wir haben das zweimal gemacht. Und weil mir beim ersten Mal die Kartoffeln nicht knusprig genug waren, habe ich sie beim zweiten Mal ein bisschen vorgegart, im Ofen fertig geröstet und zum Schluss in der Pfanne untergemischt – sehr gute Idee.
Kartoffel-Gröstl mit Rosenkohl und Chorizo
DIeses Mal tatsächlich ein Rezept aus dem Foodie-Magazin; beim Blättern wiedergefunden und auch online entdeckt.
gibt es natürlich noch nicht. Wie auch. Ich gewöhne mich gerade daran, nicht zu bloggen. Kochen ohne iPhone-Kamera – eigentlich unvorstellbar. Aber es funktioniert. Man muss nur den letzten Schritt, das Klick, weglassen. Eigentlich ganz einfach. Ich hatte zwar ohnehin die 90-Sekunden-Regel (länger darf das Fotografieren für den Blog nicht dauern). Aber 90 Sekunden sind halt auch eineinhalb Minuten, in denen man schon mal allerhand wegputzen könnte. Und wenn man jeden Tag eineinhalb Minuten spart, sind das in der Woche schon zehneinhalb Minuten oder zweiundvierzig im Monat oder 504 Minuten im Jahr oder anders ausgedrückt: dreißigtausendzweihundertvierzig Sekunden! Ich muss mir jetzt erstmal überlegen , was ich mit dieser freien Zeit anfange. Wenn ich damit fertig bin, mach ich mir wieder Gedanken über ein neues Konzept. Und wenn in der Zwischenzeit irgendwas auf meinem Teller landet, sag ich natürlich Bescheid. Wie bei dieser netten Beilage, die ich (vielleicht) im Foodie-Magazin aufgeschnappt (aber weder beim Durchblättern noch im Internet wiedergefunden) habe.
Pastinaken im gesalzenem Karamell
Erstmal 1 kg Pastinaken waschen, schälen, halbieren oder vierteln, 5 min in kochendem Wasser vorgaren und abtropfen lassen. Mit 2 EL Rapsöl einreiben. Auf einem Backblech im Ofen (180° O/U) 30 min weich garen.
Dann 50 g Zucker mit 2-3 EL Wasser in einer Pfanne karamellisieren. 1 EL Butter und die Pastinaken dazugeben und gut durchschwenken. Mit Meersalz und Pfeffer würzen.
Das Jahr schleppt sich röchelnd über die Ziellinie. Kein schlechtes Bild, aber natürlich absoluter Quatsch, denn ein Jahr ist ja kein dehydrierter Marathonläufer und dauert auch keine 42 Kilometer. Das Jahr ist nämlich im Wesentlichen eine Erfindung der Menschen, die „zwischen den Jahren“ einfach mal alle fünfe grade sein lassen wollten. Es existiert also nicht an und für sich, sondern ist sozusagen nur die Negation des eigentlichen Nicht-Seins. Man sollte deshalb auch nicht von einem schweren Jahr reden; das Jahr ist schließlich kein Sumo-Ringer, und wie schwer wäre denn ein schweres Jahr? 42 Kilogramm? Wenn wir schon über etwas sprechen wollen, was es eigentlich gar nicht gibt, dann sollten wir wenigstens davon Abstand nehmen, die unsinnige Frage zu stellen, was das nächste Jahr bringen wird! Etwas, was es nicht gibt, ist nämlich vieles nicht, u.a. auch kein unterbezahlter DHL-Mitarbeiter. Und die Antwort ist ohnehin 42.
Hauptsächlich wegen eines Feldsalates, der sich nur mühsam über Weihnachten 🎄 retten konnte (und weil die eigene Ernte noch spärlicher ausfällt*) als die bei Petra 🌶) „mussten“ am 2. Feiertag eine Packung Spaghetti und ein Glas von diesem unglaublich köstlichen Tomaten-Sugo ihr gemütliches Plätzchen im Keller verlassen, um ihren Teil zur Ernährung der Familie beizutragen; danke dafür. Am Dienstag Colcannon, ein irischer Kartoffelstampf mit Grünkohl oder anderem Kohl oder anderem Grün oder ohne Grün, für das es wie so oft kein Rezept gibt – oder halt tausende: there’s no such thing as a recipe for colcannon, really. It’s something that is put together with love, not measurements). Mit einem kleinen Rumpsteak.
*) ausfallen scheint mir in diesem Zusammenhang tatsächlich das richtige Wort zu sein.
Tomaten-Sugo, FeldsalatColcannon
Mich musste niemand dazu bringen. Lediglich meinen inneren Schweinehund musste ich überlisten, der mir immer zuflüsterte: mach halt eine Suppe draus, das geht schneller. Aber standhaft wie ich manchmal bin, kam die Querrippe lang genug ins Rohr, um letztendlich am Mittwoch als Braised Beef Pappardelle nach Dennis Prescott (s. ArthursTochterKocht) auf dem Tisch zu landen. Am Donnerstag gab es mittags (richtig bayrische) Weißwürste mit Brezen; dann reicht abends eine Gulaschsuppe (aufgetaut) mit frisch (aufgetauten) Semmeln.
Braised Beef FettucineGulaschsuppe
Da der Grünkohl im Garten offensichtlich Schwierigkeiten mit den Temperatur-Sprüngen hat, und ich da kein Risiko eingehen wollte, gab’s am Freitag noch schnell den Stir fried kale with tahini, chilli and soy aus dem Guardian. Für Silvester war eine rustikale Grundlage, und für Neujahr ein leichtes Essen geplant. Aber dann kam El Comidista mit einem festlichen Mahl und einem vornehmen Wein daher, und zwar mit dem Argument, es sei schließlich das letzte Abendessen des Jahres *). Natürlich könnte man auch argumentieren, das mache das Jahr auch nicht mehr besser und man sollte doch eher das Neue gebührend mit dem ersten Abendessen begrüßen. Ich wollte es mir mit keinem von beiden verderben; also fix umgeplant:
*) Für viele Spanier wahrscheinlich auch das letzte des Lebens. Sie müssen nämlich um Mitternacht zwölf große Trauben verschlingen, weil sie alle gegessen haben müssen, bis die zwölf Glockenschläge verklungen sind, was wohl eine recht anspruchsvolle Aufgabe ist, die nur mit penibler Vorbereitung zu schaffen ist, und sicher auch oft mit Erstickungsanfällen endet.
Am Samstag also Rahmlinsen mit Orangen und Zander [und Doradenfilet und Tiger Prawns; ich war offensichtlich zu spät am Fischstand auf dem Markt und konnte „nur“ noch Reste abstauben] – wegen den Linsen oder besser: den lenticchie. Leider war keine rote Unterwäsche aufzutreiben, aber die Linsen und Sekt hinter dem Ohr: das wird schon. Am Sonntag dann (Huch! Ein anderes Jahr! Ein völlig anderes Datum!) noch ein Festessen: Süßkartoffel-Gratin mit roter Currysauce (und Zitronengras und Limettenblätter) aus den Mezcla-Buch mit meinen ersten schwäbischen Knauzen.
Stir Fried KaleRahmlinsen, Zander et al.Süßkartoffelgratin
Na dann, bis demnächst. Irgendwann. Irgendwie. Und sowieso.
Tobias Sudhoff bereitet Gänseleber gern als Praline in zerstoßenem Erdbeerstaub zu, serviert auf einem Zahnstocher.“ (SZ-Magazin) Vielleicht sollte ich mich mehr der gehobenen Küche zuwenden; das klingt vielversprechend und Zahnstocher hätt ich schon mal. Aber ich wollte ja noch was Nützliches hinterlassen: Wahrscheinlich wissen nur die Germanisten oder Linguisten unter euch, dass müssen ein Modalverb ist. Und vielleicht ist es euch auch völlig egal. Es sei denn ihr habt euch bei dem Merksatz „Wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen gar nicht zu gebrauchen“ schon immer gefragt hat, warum man ohne weiteres „Du brauchst noch Mehl“ sagen kann oder „Du brauchst kein Mehl kaufen“. Kümmert euch nicht? Und überhaupt, was das mit Modalverben zu tun hat? Wenn ihr nur wissen wollt, was ich diese Woche gegessen habe, könnt ihr gleich zum nächsten Absatz springen; ihr braucht hier nicht weiterzulesen. Ich wollte ja nur, dass ihr vielleicht wenigstens am Ende dieses Jahres ein bisschen was lernt, vielleicht braucht ihr das ja: Es gibt im Deutschen einen exklusiven Klub von sechs Modal-Verben: müssen, können, wollen, sollen, dürfen und mögen, die sich von den Voll-Verben u.a. darin abheben, dass sie immer mit einem Infinitiv stehen: ich muss essen, ich will essen, ich darf essen. Auch Vollverben können natürlich mit einem Infinitiv stehen, brauchen dann aber dringend ein zu: er versucht zu essen, ich verspreche zu essen. So, und weil brauchen ein Vollverb ist, braucht es ein zu. Wenn man brauchen allerdings durch müssen ersetzen kann (du brauchst nicht zu kochen = du musst nicht kochen), mogelt es sich ein bisschen in den noblen Kreis der Modalverben und maßt sich auch an, deren Regeln zu benutzen: du musst nicht kochen, oder du brauchst nicht kochen, oder du brauchst nicht zu kochen. Wenn das jetzt zu viel für das gemarterte Altjahres-Hirn war, könnt ihr das im neuen Jahr (nach dem Silvester-Kater) mal bei der syntaxkatze nachlesen, die das viel besser erklärt, oder ihr schaut gleich vorbei, damit ihr es nicht vergesst.
Vor einiger Zeit (Monate? Jahre? Jahrzehnte?) habe ich mal Sellerie-Ravioli gemacht, weil ich mir eingebildet habe, das sei bestimmt ganz toll. Es war dann aber nur ganz toll langweilig – mit Teig umwickeltes Selleriepüree halt. Warum ich also jetzt (am Montag) Sellerie Ravioli (nach lieberlecker) gebastelt habe? Es lag an dem Wort „Röststoffe“; mit denen ist es bestimmt ganz toll. [Ja, ist es.] Mit Salbeibutter, Feldsalat und den letzten Pilzen vom Wochenende. Am Dienstag dann mal wieder „Sticky“ Tofu mit Süß Sauer Sauce (byanjushka.com) mit Reis und Asiatischem Gurkensalat (schoenertagnoch).
Ravioli SellerieSticky Tofu, Gurkensalat
Und als am Dienstag die Marktfrau mit den Hühnern mir ihre Hühnerschenkel*) vom Maishuhn so sehr ans Herz legte, dass mir klar war, sie will die auf keinen Fall wieder mit nach Hause nehmen, war ich schon etwas in der Bringschuld, oder eigentlich Mitnehmschuld, da sie sich seit einiger Zeit sehr darum kümmert, dass der Dienstags-Markt nicht verkümmert. Weil aber auf der Nachkochliste noch ein Hähnchen à la Ottolenghi mit Zitrone, Sumach & Za`atar (haseimglueck.de) rumliegt, gabs das halt am Mittwoch mit Kartoffeln und gegrilltem Zucchini. Für die Speckknödel am Donnerstag musste ich tatsächlich Fabrik-Brot zukaufen, weil – außer vielleicht Roggen- – seit geraumer Zeit kein Altbrot mehr übrig geblieben ist. Egal, ich wollte Speckknödel und damit war auch das Schicksal des vor sich hinwelkenden Wirsing besiegelt: Speckknödel mit Rahmwirsing und Meerrettich-Sauce.
*) „ihre“ Hühnerschenkel meint natürlich nicht ihre Hühnerschenkel, sondern die Hühnerschenkel, die sie verkauft
Hähnchen mit Sumach und Za`atarSpeckknödel mit Wirsing
Für Freitag hatte ich eigens einen Riesen-Bund Petersilie gekauft. Eigens wozu? Keine Ahnung mehr. Aber gut, man ist ja vielleicht ein bisschen blöd, aber halt auch flexibel: Penne mit Petersilien-Walnuss-Pesto und Salat. Und als ich am Samstag früh in die Küche kam, schepperte mir Geklapper und Geklirre entgegen. Alle Töpfe und Pfannen hatten sich zu einem Streik verabredet und wollten einen Tag frei oder wenigstens einen Feiertagszuschlag. Auf meinen Hinweis, dass keiner von ihnen getauft sei, keiner an irgendwas glaube, und sie deshalb auch keinen Feiertag verdient hätten, und schon gar nicht an einem ganz normalen Samstag, wurde das Geklapper immer wütender und lauter, und ich musste den Wok herausholen, der erst in ein paar Wochen frei hat (frei haben will): Chinesische Reispfanne mit Gemüse und Ei. Dass mir – anders als meinen Töpfen – Weihnachten am Sonntag recht wenig bedeutet, muss ja nicht heißen, dass ich nicht dasselbe essen kann wie alle anderen, nur halt ohne Gedöns: Entenbrust [einschließlich Portwein-Jus nach ArthursTochterKocht] mit Rotkohl und Kartoffel-Pastinaken-Püree [die Kartoffeln zum ersten Mal nach emmikochteinfach.de in Milch gekocht].
Petersilien-PestoBratreis mit Gemüse und EiEntenbrust Rotkohl, Püree
So, ich muss mich jetzt mal persönlich an mein fünf Leser wenden. Nächste Woche – also wenn ihr das lest, diese Woche – ist ja Weihnachten. Und anstatt heuchlerisch „ein friedliches Fest“ oder „besinnliche Feiertage“ zu wünschen, oder – zu spät – einen Atzvenz-Kalender zu installieren, hinter dessen Türchen sich enttäuschende Überraschungen verbergen, habe ich ein echtes Geschenk für euch: der Blog fängt an, mich – und dann ja wohl auch euch – tödlich zu langweilen, und macht eine Pause. Immer dieselben Gerichte, immer dieselben Links, immer dieselben Texte, und das eigentliche Ziel (eine private Dokumentation der Küchenaktivitäten) auch grandios verfehlt! Das muss doch auch anders gehen. Keine Ahnung was, keine Ahnung wie und keine Ahnung wann – wenn irgendwer eine Idee hat, bitte melden – aber einfach aufgeben, weil Blogs völlig out sind, kommt nicht in Frage! Da ich jetzt in den Post-Überschriften eine Art Countdown gestartet habe, muss ich wohl noch zwei Posts raushauen. Wenn ich wüsste, wie das geht, würde ich die Schrift jedes Mal ein wenig heller machen – so eine Art Fadeout .
Wir hatten noch einen angebrochenen Beutel Sauerkraut und eine halbe Dose Kidneybohnen im Kühlschrank. Ich sagte Ach, da gibt’s bestimmt Rezepte, ich googel mal. Ich hatte natürlich mit Chefkoch.de gerechnet (dort gibt es keine Zutaten-Kombination, die nicht irgendjemand in Topf oder Pfanne geworfen hat). Und es gab nicht ein Rezept, sondern erstaunlich viele. Ich wundere mich darüber nicht mehr, nachdem ich- na segunda feira – das Rezept Kidneybohnen mit Sauerkraut auf deinetraumkueche.de ausgesucht habe. Durchaus essbar. Terça-feira como sempre peixe: Fischpflanzerl*) mit Kartoffelpüree und Meerrettichsauce (alles ohne zu beißen; auf Portugiesisch heißt der Zahnarzt auch: o dentista).
Kidneybohnen mit SauerkrautFisch-Frikadellen
Na quarta-feira, also am Mittwoch (ich weiß nicht, wie die Portugiesen das machen – ich muss es immer an den Fingern abzählen), war viel Arbeit. Aber was will man machen, die Familie will essen, also warm eingepackt in den Garten zum tief vereisten Grünkohl und Tim Mälzers Grünkohl-Pasta*) zubereitet, die schnell zu machen ist, köstlich schmeckt und keine Zutaten enthält, die nicht im Haus gewesen wären – außer dem Grünkohl halt, der war im lebens-feindlichen Garten. Fui à dentista novamente na quinta-feira, also vorsichtshalber noch einmal möglichst wenig beißen und wenig Lust und/oder Gelegenheit einkaufen zu gehen. Die beste Schnittmenge aus Vorrat und Nachkochliste waren die Grünkohl-Crespelle der Turbohausfrau.
Grünkohl-PastaGrünkohl-Crespelle
Wenn die Bamberger Hörnchen im Keller den Anschein machen, austreiben zu wollen, dann muss man sich was überlegen. Selbiges gilt für eine Kohlrabi-Knolle, die der Verschrumpelung entgegendämmert. Fui novamente à dentista na sexta-feira, mas nada sério. Also geht auch ein bisschen was zu beißen: Linsensalat mit Ofenkartoffeln (bei ellerepublic) und Kohlrabi-Pommes (kochtrotz). No sábado tivemos uma refeição rápida, aber natürlich kein Fast Food. Da ich vor kurzem die doppelte Portion Sauce gekocht habe, ging diesmal der Jollof-Reis *) recht schnell; diesmal mit ein paar Bratwürstchen und Salat. Ich bin bekennender Confit- und Rillette-Fan, komme aber hier im Norden nur selten dazu dieser Passion zu frönen (ein Metzger mit sehr gutem Rillette hat bereits vor Corona geschlossen). Ente, Gans, Kaninchen, Lamm – alles hab ich schon probiert, aber auf Schwein wär ich nicht gekommen. Wie gut, dass Aurélie Bastian (franzoesischkochen.de) vor ein paar Tagen ein Confit de Porc präsentierte (und versprochen hat, daraus auch ein Rillette zu zaubern), konnte ich natürlich nicht umhin, am Freitag ein Schweinefilet samt Schweineschmalz zu kaufen und no domingo war es dann soweit: Schweinefilet Confit mit Pilzen, gebratenen Vitelotte und Rotkohl.
Linsen-Kartoffel-SalatJollof-Reis, Würstl, SalatConfit de Porc
*) Die Gerichte ohne Link gab’s schon etwa hundertmal auf dem Blog; die müssten zu finden sein.
Aus aktuellem Anlass. Der Zahnarzt heißt auf Spanisch el dentista. Diese eigentlich „weibliche“ Endung kommt bei Berufen öfter vor. Zum Beispiel der Journalist (el periodista), der Taxifahrer(el taxista) oder der Künstler (el artista). Wahrscheinlich dachte man, dass man bei solchen Lehnwörtern die weibliche Endung a ruhig beibehalten könne. Eine Verwechslungsgefahr bestand ja nicht, da Frauen brav zuhause bleiben und das Geschirr abwaschen, also was soll’s. Und eine Künstlerin, was zugegebenermaßen abartig, aber immerhin vorstellbar war, konnte man ja einfach la artista nennen; auch kein Problem. Als dann aber die erste Frau ankam und Pilotin werden wollte, es aber nur den Beruf el piloto gab, waren die Experten sich relativ schnell einig, dass man dagegen wohl nichts machen könne, es sich aber ohnehin nur um eine Eintagsfliege handle. Da der Sachbearbeiter für den Buchstaben P gerade in Urlaub war, konnte niemand la pilota neu ins Wörterbuch eintragen und man beschied der guten Frau, sie solle sich einfach la piloto nennen. Kurze Zeit später hat sich das mit dem für den Buchstaben S zuständigen Kollegen und der ersten la soldado wiederholt. Was es aber mit dem ersten weiblichen Model (la modelo) auf sich hat, kann ich mir nicht erklären; das war ja doch wohl schon immer ein reiner Frauenberuf, oder? Auf jeden Fall: mein Zahnarzt ist eine Frau. Und hartherzig und grob wie ein Bader aus dem Mittelalter. Wie wahrscheinlich alle dentistas.
El lunes salsifí negro o, como se dice en alemán: Schwarzwurzeln mit Rosenkohl, Kohlrabi-Blätter-Vinaigrette, Haselnüssen und Ziegenkäse (bei HighFoodality) und – als sei das nicht genug – Bamberger Hörnchen aus dem Ofen und Feldsalat mit Walnüssen, Kürbiskernen, Speck und frischen Croutons. Nobel geht die Welt zugrunde. Los martes siempre pescado: Lachs in der Wirsingroulade (mit Kartoffel-Senf-Püree und Sahne-Sauce; das Rezept ist im Internet nicht zu finden; es war in irgendeinem Essen & Trinken Für jeden Tag auf S. 34/35; ich hab nur noch einen Screenshot, weil ich das Heft in der Onleihe ausgeliehen hatte. Himmel, Arsch und Wolkenbruch! Links im Internet gar nicht vorhanden oder nicht mehr vorhanden, das wirft doch mein ganzes Blog-Konzept über den Haufen! 😤🤯)
Schwarzwurzeln mit Ziegenkäse und Kohlrabi-VinaigretteWirsing-Roulade mit Lachs
El miércolesla dentista. Sie hat sie alle gezogen. Sie behauptet zwar, das stimme nicht, aber ohne Zähne kann man nicht kochen. Wozu auch? Auch el jueves war noch „soft“ angesagt. Im Frühsommer pries das Milchmädchen ihre „Ziemlich perfekten Burger Buns mit altem Anstellgut“ an, und seither will ich das immer probieren, wenn ASG anfällt, und jetzt hat sie mich mit „Perfectly soft & squishy“ erwischt, also los. Auch das Patty sollte nicht gerade ein Steak sein und ein bisschen Kürbis lag noch rum. Unter Berücksichtigung aller Vorräte wurden es die Gemüse-Patties im Knusperstübchen mit Pilzen und Röstzwiebeln, Rotkohlsalat und Süßkartoffel-Pommes.
Tomatensugo für ohne ZähneKürbis-Burger
El viernes, also am Freitag gab es die Reste, alles nochmal mit nur geringen Abweichungen. ¿Te acuerdas de la col lombarda de ante-ayer? El sábado lombarda asada con spaetzle: Spätzle mit geröstetem Rotkohl (bei KrautKopf). Und el domingo comimos cordero, also Lammkeule mit Roquefort-Sauce (war noch im TK), Nudeln und Salat. Meine Nudeln etwas weicher gekocht und das Fleisch in kleine Würfelchen geschnitten – ich will endlich wieder Zähne!)
Mein Verhältnis zu Herrn Ottolenghi ist der Idealfall eines Vertrauensverhältnisses. Wenn irgendwo Ottolenghi draufsteht, koche ich das quasi blind. Na ja, sagen wir mal so: unter Berücksichtigung meines eingebauten „Schmarren-Filters“ war tatsächlich bislang kein Reinfall und fast kein Na-Ja darunter. Trotzdem war ich ein wenig erstaunt, als eine holländische Bekannte, als es in einem Sprach-Chat um unsere Erfahrungen mit dem Herrn (und seinen Rezepten ging), so antwortete: „Ja, ik heb ook zijn kookboek gekocht.“ [Ja, ich habe auch sein Kochbuch – gekocht?] Hat sie also meinen einleitenden Satz so richtig in die Tat umgesetzt? Und? Hat es geschmeckt? Ich wusste es ja eigentlich, aber Gott sei Dank habe ich ihre Antwort noch mit Deepl überprüft, bevor ich geantwortet habe, und mich so noch rechtzeitig erinnert, dass sie das Buch natürlich nicht gekocht hat, sondern gekauft! Falsche Freunde, wohin man schaut – nein, das bezieht sich nicht auf Chat-Teilnehmer!
Am Montag Süßkartoffel – Pommes (Ottolenghi: Simple, S. 157, im Netz bei chezMartina.de) und Kürbis mit Ingwer-Tomaten (Ottolenghi, hier im Blog oder gleich bei lieberlecker), wobei die Tomaten „beim Abkühlen“ etwas dunkel geworden sind, aber trotzdem – oder deshalb? – furchtbar lecker waren. Am Dienstag dann Rahmlinsen mit Orange und Zander (alles aus einem älteren essen & trinken).
Kürbis, Ingwertomaten, Süßkartoffel-PommesRahmlinsen mit Orange und Zander
Am Freitag ein Kürbisgulasch (ohne Fleisch, mit Kartoffeln, Kürbis, Sauerkraut; e&t für jeden Tag 11/2020. Ich hab’s im Netz nicht gefunden; weil es das aber sicher nochmal geben wird, habe ich es hier aufgeschrieben). Am Samstag meinte Frau T., eigentlich dürfte sie sich ja auch mal wieder was wünschen. Da ich unschönen Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen wollte (und ja, auch weil ich gar nicht gewusst hätte, was ich sonst kochen sollte), habe ich zugestimmt: Pasta mit Chili-Walnuss-Käse-Sauce und Feldsalat. [Könnte jemand mich demnächst daran erinnern, dass da noch ein Ottolenghi auf der Nachkochliste steht: Pasta mit Walnüssen und Salbei?] Und am Sonntag dann mein Lieblings-Rosenkohl*) (von Ottolenghi; z. B, bei HighFoodality) mit Vitelotte- und Bamberger Hörnchen-Bratkartoffeln und einem kleinen Bissen Rumpsteak.
Kürbis-GulaschWalnuss-Chili-Käse-PastaRosenkohl-Salat mit Grapefruit
*) wenn man berücksichtigt, dass ich mehrere Lieblings-Rosenkohle habe, was im Unterschied zu Lieblings-Ehefrauen aber nicht strafbar ist.