Rumpsteak, Kohlrabi, Pommes

Da ich noch nicht lange weiß, wie gut die meisten Kohlsorten (Blumenkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Spitzkohl) schmecken, wenn man sie in den Backofen schiebt, konnte das Experiment mit dem Kohlrabi nicht ausbleiben. Entschieden habe ich mich für ein Rezept von Ottolenghi, da er mich in letzter Zeit genauso wenig enttäuscht hat, wie die anderen Kohlsorten. Er wirft den Kohlrabi als Einlage in einen Gersteneintopf, aber die Gerste brauche ich bei diesem Sommereinbruch fürs Terrassen-Bier. Ist auch schnell erklärt: 1 kg Kohlrabi schälen, in etwa 2,5cm dicke Spalten schneiden, mit 4 Sardellenfilets (abgetropft und fein gehackt), 2 EL Olivenöl, 2 Knoblauchzehen (zerstoßen), ½ TL Salz und 1 kräftigen Prise Pfeffer marinieren und auf einem Backblech ausbreiten. 25 Minuten bei 190° Umluft bräunen, 1x wenden und 300 g süße, reife Kirschtomaten dazu geben. Weitere 15-20 Minuten im Ofen lassen, bis der Kohlrabi weich und goldbraun ist und die Tomaten leicht schrumpelig sind.

Küchentagebuch, Donnerstag 3. Juni 2021

Auch Kohlrabi funktioniert sehr gut im Backofen

Gebacken: Bergkruste (Plötzblog)

Zu früh angeschnitten, aber wer will da warten?

Aubergine, Tomate, Aprikosen

Man kann sich auch an kleinen Dingen freuen – größere gibt es ja im Moment recht wenige. Heute zum Beispiel hatte ich vergessen, dass zu einem marokkanischen Gericht natürlich auch Minze gehört. Die hat letztes Jahr im Garten sehr geschwächelt, und da ich es nicht lassen konnte, trotzdem zu ernten, war ich eigentlich davon überzeugt, dass da nicht mehr viel zu holen ist. Aber hallo! Kaum lässt man die auch nur ein kleines bisschen unbeobachtet: Alle drei Sorten stehen da lehrbuchreif und erntebereit. Vielleicht weil sie in Rufweite zum Rhabarber stehen und die sich gegenseitig hochschaukeln. Mir kanns nur recht sein. Gibt es ein Rezept mit Rhabarber und Minze?

Küchentagebuch, Samstag 22. Mai 2021

  • Kefta-Tajine wie vom Souk (der Titel ist ein wenig großspurig, aber wenn das Rezept so gut ist, lass ich mit mir reden)
  • Fladenbrot
  • Rahabarber-Parfait
Wie im Souk? Auf jeden Fall gut.

Gulaschsuppe, Brot, Dessert

Ernährungsberater. Im nächsten Leben werde ich Ernährungsberater. Ich glaube nicht, dass man dazu eine Ausbildung braucht. Und wenn, dann muss man sicher im Examen drei Wörter richtig buchstabieren können: Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien. Das reicht. Vielleicht noch drei Adjektive: Ausgewogen, natürlich, fettarm. Allerdings braucht man Selbstbewusstsein, daran könnte es scheitern. Wo um Himmelswillen lernt man, mit Überzeugungskraft und Verve, hundertmal verquirlte Hühnerkacke als neueste wissenschaftliche Erkenntnis zu präsentieren, ohne vor Scham vor aller Augen im Erdboden zu versinken? Am meisten nervt mich, dass »meine« Zeitung auch solche Leute beschäftigt und/oder interviewt. »Was wir essen, wirkt sich unmittelbar auf unser Gehirn aus.« Leute, bitte, was habt ihr zuletzt gegessen, damit ich das vermeiden kann?

Küchenkalender Mai 2021 (2)

  • Kalbsbries mit grünem Spargel und Morcheln (mit einer Sauce aus Geflügelfond, Champignons, Crème double und Limonensaft. Der Fotograf nimmt nur die halben Spargel und steckt auf das Ende jeweils eine Morchel drauf – vorne der Spargelkopf, hinten die Spitzmorchel. Schmeckt vielleicht nicht besser, sieht aber toll aus.) Hätte eigentlich auch geschmeckt haben können.

Küchentagebuch, Freitag 21. Mai 2021

  • Gulaschsuppe (Jetzt ist die Tiefkühltruhe leer, irgend jemand muss demnächst mal wieder schnippeln)
  • Rustikales Mischbrot (hab ich vergessen zu dokumentieren: Gestern war Großbacktag)
  • Griechischer Joghurt mit Rhabarberkompott
Der letzte Teller seiner Art

Rinderlende, Wokgemüse, Reis

Es ist (menschheitsgeschichtlich) noch nicht allzu lange her, dass der Appetit (fast) nichts mit Essen zu tun hatte. Es war allgemein (vom lateinischen appetere – haben wollen) die Lust, das Verlangen, vielleicht sogar die entfesselte Begierde, weshalb man z.B. „Appetit des Essens“ sagen musste, wo man heute einfach nur Appetit sagt. Mundartlich steckt das auch noch in Glust (bayrisch) , Gluschd (badisch) oder a Glischd (schwäbisch). Und die reine Begierde sieht man noch in dem Verhalten, wenn gutgenährte Menschen sich mit Messer und Gabel bewaffnet aufs kalte Büffet werfen und sich dann »Guten Appetit« zurufen. Was zu der Vermutung führt, dass das Messer aus Verteidigungsgründen in der Besteckschublade gelandet ist, nicht um das Fleisch zu schneiden. In diesem Sinne: Itadakimasu! (Japanisch für Guten Appetit, eigentlich aber: Ich nehme dieses Essen dankbar an.)

Küchentagebuch, Sonntag 9. Mai 2021

  • Spargelsuppe
  • Schnelle Rinderlende mit Hoisin-Limettensauce und Zuckerschoten (bei Dinner um Acht)
  • Reis
Vorsicht mit der Hoisin-Sauce, schmeckt sehr intensiv

Siedfleisch, Bouillongemüse, Meerrettichsauce

Suppe kochen ist eigentlich eine schöne Sache. Macht glücklich und ist recht einfach zu bewerkstelligen. Zwei Fehler allerdings können alles versauen. Der erste bahnt sich an, wenn der Koch denkt, er salzt später, weil. Er salzt dann natürlich gar nicht. Der zweite ist, dass man zusätzlich zu welchem Fleisch sich man auch immer aussucht, auf jeden Fall noch eine Beinscheibe dazu schmuggeln muss. Und diese Beinscheibe muss in der Mitte eine dicken Markknochen haben. Das in der Brühe gekochte Mark braucht der Koch nämlich, um es sich auf eine Scheibe Sauerteigbrot zu schmieren, das Ganze zu salzen und dann einige Minuten lang selig zu grinsen. Manche meinen, dieses Grinsen se ein wenig debil, aber man muss bedenken: Nur wenn der Koch glücklich ist, werden es auch die Gäste sein.

Küchentagebuch, Donnerstag 29. April 2021

Der Koch war glücklich und die Gäste? Auch.

Gebacken: San Francisco Sourdough Bread (Plötzblog)

Ochsenbäckchen, Nudeln, Bohnen

Als ich hier in den Norden gezogen bin, war manches ungewohnt. Schwein war überall, Kalbsbrust (nur eine ganze!) nur mit Vorbestellung, vieles was früher normal war, war plötzlich »eine Spezialität«. Als ich auf dem Markt eine Kreide-Tafel sah, auf der »Kinderbäckchen« stand, stellte ich mich natürlich sofort an und sagte, ich hätte gerne von diesen Bäckchen – natürlich nur unter der Voraussetzung, dass es sich um einen Schreibfehler handelt. Frau Metzgerin wusste nicht, was ich mit Schreibfehler meinte, bis mir eine Kundin zu Hilfe kam und versicherte, dass da wirklich Kinder- stand. Aber was das denn sei, mit K oder mit R, sie könne damit nichts anfangen. »Och« sagte Frau Metzgerin,» ich weiß es auch nicht genau – die Leute lesen das im Internet und wollen es dann haben.« Wenn die Leute das im Internet gelesen haben, dann sind sie früher oder später bei Uwe gelandet oder bei Astrid – und waren da auf jeden Fall in guten Händen.

Küchentagebuch, Dienstag 27. April 2021

  • Ochsenbäckchen (aus der Tiefkühltruhe, Rezept wahrscheinlich eine wilde Mischung der obigen Links)
  • Bandnudeln
  • Grüne Bohnen mit Parmesan und Pinienkernen (e&t 6/93 – Internet natürlich Fehlanzeige. Da es um das Rezept aber wirklich jammerschade wäre – ich glaube heute von Frau T. das Wort „affengeil“ gehört zu haben – hier ein PDF mit meiner Kopie)
Soo dunkel sind die nur mit schlechter Beleuchtung

Rindfleischsugo, Pasta, Salat

Montage (als die Wochentage, nicht der Aufbau von irgendwas) scheinen in-der-aktuellen-Situation™ nicht sehr energiegeladen zu sein. Selbst wenn früher der Montag auf ein durchgefeiertes Wochenende folgte, war da noch mehr Power übrig als heute im Home-Weekend. In der Tiefkühltruhe sind aber noch einige Portionen von Tim Mälzers Rindfleischsugo mit so sagenhaft viel Umami, dass auch ein Löffel Sugo schon reicht. (Eine Tiefkühltruhe ohne Rindfleischsugo ist möglich, aber sinnlos – frei nach Loriot)

Küchentagebuch, Montag 1. März 2021

  • Rindfleisch-Sugo
  • Fusilli
  • Salat
Die Nudeln sind noch nicht gar!
Tischgespräche
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