Wer so schlau ist wie ich – gut, das sind natürlich notgedrungen nur sehr, sehr wenige, aber sei’s drum- und im Frühsommer ein zartes Mangold-Pflänzchen im Hochbeet untergebracht hat, der ist fein raus. Immer was zu essen, ohne in Supermarktschlangen zu verhungern. Zwar immer Mangold, aber bei weitem nicht immer dasselbe: Capuns, Mangold-Tarte, Mangold-Malfatti, Mangold-Fröschle, Mangold-Suppe, und, und, und, und – seit heute – Mangold-Salat und Mangold-Kartoffel-Gratin. Eine (empfehlenswerte) Kreation vom SZ-Koch-Kolumnisten Hans Gerlach. Die Stiele fühlen sich im Gratin sehr wohl, und die Blätter machen im Salat zusammen mit Walnüssen , Trockenfrüchten und Dill „bella figura“. Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn ich vergessen habe, dass ich das schon mal gekocht habe und tierisch überrascht bin, dass etwas so einfaches so gut schmecken kann. [Ja, davor ist man auch mit einem Blogbeitrag nicht gefeit.]
Eines ist wohl sicher, egal ob wir so weitermachen wie bisher oder nicht, wir werden uns einschränken müssen und ja: auch verzichten, Jetzt ist mein Problem folgendes: ich bin von Natur aus ganz schlecht darin, mich einzuschränken und Verzicht ist mir genetisch praktisch unmöglich. Es geht einfach nicht, Tut mir ja leid für den Planeten, aber: es geht halt nicht. Ich kann also nur hoffen, dass genügend andere Leute genetisch besser aufgestellt sind und für mich mitverzichten – ich werde ihnen ewig dankbar sein.
Ich probier’s derweil mit der Vermeidung von Foodwaste. Am liebsten natürlich, wenn der Müll auch schmeckt, Wie zum Beispiel diese im Ofen gerösteten Mangoldstiele: eigentlich kein Rezept, aber schön bebildert (schöner als bei mir hier).
Das ist wohl die Ironie meines Lebens. Das einzige, was ich einigermaßen gut mache, sind Malfatti. Und selbst bei diesen würden wahrscheinlich manche behaupten, man könne sie noch besser, als noch schlechter, machen. Na ja, ich bin eigentlich ganz unzufrieden mit meiner Schlechtigkeit.
Unter den (bei drei Zutaten erstaunlichen) zehn Millionen Rezepten habe ich mich mal wieder für das der Küchenschabe entschieden. Allerdings musste ich – Hilfeschreie aus dem Hochbeet – noch blanchierten Mangold untermischen. Und dann noch mehr Parmesan, weniger Mehl und kein zusätzliches Eigelb nehmen. Damit hab ich es wahrscheinlich wiedermal erheblich schlechter und damit ja eigentlich besser schlecht gemacht …
Eigentlich wollte ich ja bis ans Ende meiner Tage der alten Devise folgen: Rede niemals mit einer Maschine, außer vielleicht- wenn’s sein muss – mit einem Anrufbeantworter.
Aber dann bin ich doch – aus Langeweile und typisch menschlicher Chuzpe – auf die Idee gekommen, doch mal nebenbei die KI zu verwirren, und ich habe folgende Frage gestellt: „Gibt es in der Puszta Pesto-Pasta?“ [Eigentlich wollte ich das z weglassen, um die Verwirrung zu vergrößern, aber meine innere Rechtschreibkorrektur hat mich überlistet…]
Gut, streng genommen wurde meine Frage nicht beantwortet, aber ich war dann doch beeindruckt, was es alles gibt:
Die beiden unbedeutenden deutschen Füllwörter „in der“ in meiner Frage wurden großzügig ignoriert, aber:
Oh je, erst große Versprechungen machen und dann kleinlaut zurückrudern! Und, wahrscheinlich hinter vorgehaltener Hand, einen Wahnsinns-Tipp hinterherschieben, um die eigene Unvollkommenheit zu verschleiern. Das scheint mir dann doch eine ziemlich unverschämte Anwanzerei an menschliche Gepflogenheiten zu sein. Aber dann habe ich, ich hoffe, er hat es nicht gemerkt, doch ein bisschen gelogen, um ihn nicht zu enttäuschen:
Stattdessen habe ich, apropros WasEsAllesGibt, eine vegane Pasta c’anciova (z.B. hier) gekocht. Erstaunlich lecker (und in diesem Fall würde ich wirklich Panko statt Semmelbrösel empfehlen und das dann gut bräunen).
Menschen können unglaublich grausam sein. Okay, manchmal aus Versehen: wenn zum Beispiel ein griechischer Kapitäns-Lehrling das Manöver „Rettung“ üben darf und hunderte Menschen im Mittelmeer ertrinken – bad luck. Man hat sie wenigstens nicht, wie sonst üblich, zurückgeschubst. Oder man sitzt als russischer Präsident in Moskau herum, will eigentlich nur ganz gerne mal das Toilet History Museum in Kiew besuchen, hat aber den Reisepass verlegt (denn ja: da ist tatsächlich eine völlig überflüssige Grenze mit Zoll und Passkontrolle und all so ein Quatsch!) – und schon steht man als Kriegstreiber da und muss – leider – Menschen massakrieren.
Aber ich sollte vielleicht vorne anfangen. Vor kurzem habe ich eine Sendung mit Richard David Precht angeschaut. Nein, das ist auch schlimm, aber noch nicht grausam. Zumal er eine recht kompetente Gesprächspartnerin hatte, die durchaus – irgendwas mit KI – vernünftige Sachen sagte. Aber dann wurde ihr Name eingeblendet. Und ich konnte vor Mitleid nächtelang nicht schlafen.
Also mal angenommen dein Nachname ist Bunz und wie’s der Teufel will bist du, oder ist deine Frau mit einer Tochter schwanger. Und jetzt gibt es zwei denkbare Szenarien. Du bist ein verpeilter grün-versiffter Radfahrer, der von Autos keine Ahnung hat und einfach denkt, Mercedes sei ein hübscher Mädchenname. Oder du warst anlässlich der Geburt mit ein paar Freunden kräftig feiern und irgendwann fanden alle – prustend – den Namen Mercedes Bunz unglaublich lustig. Das ist grausam. Das arme Kind.
Ich denke deshalb, der Welt-Menschen-Gerichtshof oder, wenn’s den nicht gibt, von mir aus auch der Internationale Gerichtshof in Den Haag, sollte ab sofort allen Menschen mit dem Nachnamen Bunz unter Androhung langjähriger Haftstrafen verbieten, an den Vornamen Mercedes auch nur zu denken! Und dieses Verbot gilt natürlich auch für die Namen Binz, Banz und Bonz. Und ganz besonders für Bönz und Bänz. Armes Kind.
Wenn Basilikum im Garten wächst und auch ein paar (wenige) Bohnen. Und wenn noch Kartoffeln eingekellert sind und noch ein paar Pfifferlinge rumliegen, dann ist es egal, ob es draußen stürmt oder schneit. Man macht einfach Bratkartoffeln mit grünen Bohnen, Basilikum-Pesto und Pfifferlingen. So gut.