Zander, Linsen, Orange

Fast hätt ich es vergessen: Heute ist “der Tag des Bunsenbrenners”, nein lassen wir das. Obwohl es natürlich betrüblich ist, dass der Tag »im deutschsprachigen Raum leider bisher eher Randnotiz [ist], obwohl Robert Wilhelm Bunsen in vielen renommierten deutschen Universitäten gelernt und gelehrt hat« (derTagDes). Auf jeden Fall: #BunsenBurnerDay.

Ansonsten: Vor kurzem habe ich einem Blog gelesen, dass auf dem Balkon bereits der französische Estragon gedeiht. Ja, ja – ich bin das gewohnt, dass hier im Norden alles etwas später kommt. Als ich dann heute im Rezept »getrockneter Estragon« las und ich ich mich vor getrocknetem Estragon ekle, hab ich mal nachgeschaut, wie’s im Garten aussieht:

Ich glaube, das wird …

Aber ich hab dann doch die letzten Reste Estragon aus der Tiefkühltruhe genommen, falls Kindermord auch bei Pflanzen strafbar ist.

Küchentagebuch, Mittwoch 31. März 2021

Beim Anrichten musste es schnell gehen…

Spinat, Käse, Knödel

Fast hätte ich es vergessen, heute ist »internationaler Tag des Bleistifts«. Besser als die Augsburger Allgemeine kann man es eigentlich nicht ausdrücken: »Leistet Großes und wird dabei immer kleiner« (Honi soit qui mal y pense?). Dabei wird heute eigentlich nicht der Bleistift allgemein geehrt, sondern der mit einem Radiergummi hintendran. Denn für den hat am 30. März 1858 ein Herr Hymen L. Lipman ein US-Patent zugesprochen bekommen, weshalb die Amerikaner an diesem Tag den »National Pencil Day« begehen. (Wer merkt den Unterschied? – America First!) Wenn man das heute noch jedes Jahr feiern muss, dann doch wohl nicht wegen des Bleistifts, den es ja in der alten Welt schon hunderte von Jahren vor diesem Patent gab, sondern wegen des Radiergummis, ohne den alle Irrtümer, die je aufgeschrieben wurden, immer noch irgendwo stünden – fast wie [Gott bewahre!] im Internet! Hoch lebe der Radiergummi!

Küchentagebuch, Dienstag 30. März 2021

  • Spinat-Käse-Knödel (nach einem Rezept von Petra Kleineisel, die Gorgonzola-Variante)
  • Tomatensauce (noch von der Lasagne übrig)
  • Eichblattsalat mit Anis-Dressing
Tomatensauce (l), Salat (o), Knödel (r)

Leberkäse, Spiegelei, Brezen

Ich habe eine Theorie. Die Pizza wurde hier in Norddeutschland erfunden. Sie hieß damals Buchweizenpfannkuchen und war nicht belegt (weil’s nix gab). Ein durchreisender Römer dachte: naja. Gute Idee, aber irgendwie nicht fluffig. Als er nach Weizenmehl Tipo 00 fragte, erntete er schon beim Wort Weizen so viel erstaunte und fragende Gesichter, dass er das nicht weiter vertiefen wollte. Deshalb reiste er zurück nach Hause, lobte seinen Müller für sein backstarkes Mehl, tätschelte seine Büffelkuh und bat seine Großmutter nach seinen Angaben doch mal etwas zu backen, was er “Pizza” nannte und das sich praktisch auf Anhieb als Familienrezept etablierte.

Mein Müller, der nicht »mein« Müller wäre, wenn er nicht regionale Mehle von regionalen Bauern mahlen würde, hat jetzt ein Pizzamehl im Angebot. Dank Klimawandel wächst inzwischen hier auch Weizen, aber zum Tipo 00 ist halt noch ein weiter Weg. Muss man halt ein wenig zusätzliches Gluten untermischen, was tut man nicht alles für die norddeutsche Traditions-Pizza. Ich bin gespannt, und laut Preisschild wär’s sogar geringfügig günstiger als ein Nachmacher-Mehl aus dem Internet.

Küchentagebuch, Montag 29. März 2021

  • Leberkäse, gebraten
  • Spiegelei, dito
  • Brezen, Weißbier, Senf
(noch) ohne Weißbier

Gebacken: Brezen mit Sauerteigkochstück. Ich glaube, meine Knetmaschine mag das bisherige Rezept lieber, sie tut sich bei dem Teig schon sehr schwer, aber mei, da muss sie jetzt ab und zu durch.

Hier im Norden gilt das als Spezialität