Gulaschsuppe

Die Gulaschsuppe hat wegen diverser Attentate auf die Gesundheit und das Geschmacksempfinden der Bevölkerung zum Beispiel in Landgasthäuser, Ausflugslokalen, Betriebs- oder Familienfesten oder in Kantinen nicht den besten Ruf, man darf das nicht beschönigen. Aber wenn die Party-Gäste zur Mitternachtssuppe schon mehr oder weniger betrunken sind und sich – Entschuldigung! – in die Rosen übergeben, dann muss das nicht notgedrungen an der Gulaschsuppe liegen. Die Gulaschsuppe an sich kann eine Delikatesse sein. Das Schnippel-mich-in-kleine-Würfelchen-Zen der Zutaten ist natürlich eine hohe Hürde, aber wenn man einmal lang genug geschnippelt und eine Tiefkühltruhe hat: Das Essen geht dann ganz schnell.

Küchentagebuch, Sonntag 21. März 2021

  • Gulaschsuppe (ein Rezept, das sich lohnt, gibt es bei essen&trinken)
  • frisch gebackenes Ciabatta (natürlich ginge auch Baguette, Ficelle, Fladenbrot…)
Vielen Dank an den Erfinder der Tiefkühltruhe

Gebacken: Ciabatta

Dass das nicht wie ein Pantoffel aussieht, ist Absicht – ich mag keine Hausschuhe essen

Für eine Handvoll Pilze

Guten Tag. Mein Name tut hier nichts zur Sache. Ich bin Privatdetektiv und meine Branche darbt gerade so wie viele andere Branchen auch. Obwohl wir eigentlich schon immer mit Abstand observieren und gut mit Maskeraden aller Art umgehen können. Aber wir klagen nicht und nehmen jetzt vorrangig Aufträge an, bei denen man im Homeoffice ermitteln kann.

Gestern kam der Hilferuf eines Familienvaters, der eine Handvoll Pilze im Kühlschrank fand, die er dort nicht erwartet hätte. Er wollte aber nicht wissen, ob die vergiftet seien oder wo die herkämen, sondern was er damit machen solle. Eine kurze Recherche ergab zwei aktuelle Lösungen des selben Problems: Frau turbohausfrau.at griff zu Spaghetti und Speck, Frau germanabendbrot.de schwört auf Tortellini. Der Fall war also schnell gelöst, der Kunde zufrieden, macht aber wahrscheinlich eh was er will. Egal, Hauptsache, er zahlt – Kleinvieh macht auch Mist.

Küchentagebuch, Samstag 20. März 2021

  • Penne Rigate (Cotto al dente secondo le istruzioni della confezione)
  • In Olivenöl, Knoblauch und Kräutern mariniertes Lammfilet
  • Eine Handvoll Pilze, grob geschnitten, mit Schalotten in Olivenöl und Butter angebraten, gewürzt, mit Marsala abgelöscht und mit Sahne verfeinert
  • Chicorée-Salat

Quelle: Unter Mitwirkung der Agentur XxXxXx

Penne, Pilze, Lammfilet

Risotto, Fenchel, Ziegenkäse

Küchen-Voodoo, ich liebe Küchen-Voodoo. Frische Erdbeeren nur in Monaten mit Z ernten! Kartoffeln immer mit dem Rücken nach Süden schälen! Vor kurzem las ich bei springlane.de, ich solle den Reis erst in der kalten Brühe baden, dann abgießen und weitermachen wie immer. «Den ersten Schritt kannst du theoretisch auch weglassen. Den Reis vorher im Fond zu schwenken sorgt jedoch dafür, dass dein Risotto extra cremig wird» Ich hab’s heute wieder nicht gemacht, aber irgendwann – ich liebe Küchen-Voodoo.

Küchentagebuch, Freitag 19. März 2021

  • Risotto (fast) milanese (zu kalt um Markknochen kaufen zu gehen )
  • Karamellisierter Fenchel mit Ziegenquark (von Ottolenghi, Rezept z.B. Bei Petra, Ziegenkäse mit Joghurt gemischt schmeckt auch)
  • Eine (ziemlich kleine) Portion Mousse, seufz!
Fenchel, karamellisiert

Surhaxe, Meerrettich, Wirsing

Ich weiß nicht, wer die Mousse au Chocolat erfunden und was er sich dabei gedacht hat, aber ganz blöde kann der nicht gewesen sein. Und seit heute bin ich mir sicher, dass er mazerierte Orangen und Mandarinen vor sich stehen hatte und sich überlegte, ob man das noch toppen könne. Spoiler: Es ist ihm gelungen! Und bei allem Trübsinn, der einen derzeit überkommen kann, wenn man nicht rechtzeitig die Nachrichten abdreht, sind die Werke solcher großen Künstler tröstlich und machen ein kleines bisschen optimistisch, auch was die Menschheit insgesamt betrifft.

Küchentagebuch, Donnerstag 18. März 2021

  • Bayerisches Eisbein (Schuhbecks Kulinarische Geschichten)
  • Salzkartoffeln (im Dämpfkorb)
  • Meerrettich-Sauce
  • Rahmwirsing
  • Mousse au Chocolat mit mazerierten Zitrusfrüchten

Ripple, Salädle, Gürkle

Es gibt immer wieder Situationen, bei denen ich mich auch nach langer Zeit hier im Norden noch ein bisschen verloren fühle. Zum Beispiel, wenn niemand weiß, was «a Ripple» sein soll und dann auch der Zusatz «zum Vesper» nicht recht weiterhilft. In dem Fall hilft nur Selber-Pökeln, ein Weißbier öffnen und dem Süden zuprosten.

Küchentagebuch, Mittwoch 17. März 2021

  • Badisches Ripple, gepökelt und gekocht (ich hab den Link verschmissen, aber so ähnlich wie Hier, und nur etwa ½h bei 80° erwärmen)
  • Kartoffelsalat, Essiggurke, Senf, Tomaten
  • Brezeln, Weißbier
Gepökeltes Vesper-Ripple

Wirsing, Bulgur, Hack

Frost im März macht auf die Dauer so ziemlich jeden Bauer sauer. Klingt vernünftig, stimmt aber gar nicht, weil heute so ziemlich alles in Gewächshäusern und Folien vor sich hin wächst. Schließlich hat die Menschheit ja den Pflanzen gegenüber auch eine Verpflichtung, weshalb man versucht sie jetzt langsam an den Klimawandel zu gewöhnen. Deshalb legt man ihnen jetzt noch einen Schal um und in Kürze ist es dann auch so warm genug. Dann ist es vielleicht zu trocken, aber da fällt uns auch was ein.

Küchentagebuch, Dienstag 16. März 2021

  • Wirsing-Bulgur-Rouladen mit
  • Mandelschaum und
  • Kartoffel-Steckrüben-Stampf (alles so ähnlich wie bei Highfoodality)
Die Roulade versteckt sich ein wenig, ist aber lecker

Gebacken: Den ganzen Riesenlaib des Rustikalen Mischbrots aus dem Plötzblog

Pasta, Tomate, Parmesan

Ich esse gerne, und gerne auch gut. Ich weiß, dass das ein Luxusproblem ist, denn ein großer Teil der Weltbevölkerung müsste hier sicherlich den Konjunktiv benutzen: Sie würden gerne essen, notfalls auch gut. Aber ich glaube nicht, dass mein Wunsch diesen Teil der Weltbevölkerung groß beeinträchtigen würde, denn ich möchte lediglich, dass der Geschmack nicht überall weg-nivelliert wird.

Ich kann mich an kleine runde Früchte erinnern, die wir Mandarinen nannten. Ganz schwer zu schälen, mit vielen Kernen, sehr saftig und – vor allem – man konnte sie nicht (zum Beispiel in der Schule) unbemerkt essen, weil schon beim ersten Anpieksen der Schale ein intensiver, durchdringender Geruch nach Mandarine entströmte, der leicht ein ganzes Gebäude füllen konnte.

Heute gibt es Clementinen, die manchmal auch Mandarinen heißen, die eines nicht sein dürfen: schwer zu schälen, das mag der Verbraucher nämlich nicht. Und Kerne, nein Kerne müsste man ja ausspucken oder rauspulen, nö, das ist auch nicht schön. Leider sind alle Zitrusfrüchte, wie Orangen, Mandarinen, Pomeranzen und wie sie alle heißen leicht untereinander kreuzbar. Viel leichter als zum Beispiel Tomaten – und was mit dem Geschmack von Tomaten passiert ist, wissen wir ja. Also kreuzen wir munter drauf los, damit der Verbraucher bekommt, was er (vermeintlich) will, geht ja ganz einfach. Wie, der Geschmack ist auch weg? Schade.

[Die Mandarinen, die ich bei Crowdfarming bestellt habe, sind noch nicht ganz nivelliert, und die Marmelade ist sehr gut geworden.]

Küchentagebuch, Montag 15. März 2021

  • Spaghetti mit Tomatensauce (Pizzasauce reloaded)
  • Gemischter Salat (bzw. insalata mista)
  • Mousse au chocolat mit Mandarinen
Spaghetti al pomodoro

Pizza, Tomate, Mozzarella

Wäre, wäre, Fahrradkette. März, März, der macht was er will. Manchmal klappt es einfach nicht mit den Redensarten und keiner weiß so richtig warum. Warum heißt dieser Tag Sonntag und warum fallen die Krokusse und Schneeglöckchen darauf herein und glauben ihre Zeit sei gekommen? Es wird böse enden, aber lieber eine Pizza mit Ecken als ein Ende ohne Schrecken!

Küchentagebuch, Sonn(!)tag 14. März 2021

  • Pizza Margherita (ohne grün)
  • Gemischter Salat (mit Anis-Dressing)
Pizza (mit abgerundeten Ecken)

Polenta, Paprika, rohes Ei

Ich bin ein wenig enttäuscht vom Internet! Seit September 2020 gibt’s es jetzt schon das Kochbuch Flavour von Yotam Ottolenghi. Das ist doch eigentlich eine Ewigkeit, und trotzdem hat offenbar noch niemand das Gericht nachgekocht, das mich wegen der Fotos von Anfang an in seinen Bann gezogen hat: Geröstete Paprika und frische Maispolenta mit Eidottern in Sojasauce.

Im englischen Internet kann man sich im Guest Recipe die Bilder ansehen und das Rezept ausdrucken – das geht offenbar auch noch nach dem Brexit, sogar mit milliliters und grams statt cups und pounds. Charred Peppers And Fresh Corn Polenta With Soy-Cured Yolk.

Küchentagebuch, Samstag 13. März 2021

  • Geröstete und marinierte Spitzpaprika
  • Polenta mit frischem Mais, Joghurt und Parmesan
  • In Sojasauce eingelegte Eidotter
  • Mazerierte Mandarinen
Polenta, Paprika, Soja-Ei

Schnitzelchen, Kohlrabi, Püree

So, jetzt sind die Orangen (fast) aufgebraucht, und schon war der Paketbote da und hat eine kleine Kiste Bio-Mandarinen aus Spanien dagelassen. Richtige Mandarinen, die man nicht schälen kann und die intensiv nach Mandarine riechen – ich bin begeistert. Die ersten habe ich jetzt erstmal mit Orangen zusammen mazeriert; morgen weiß ich dann, ob das eine gute Idee war.

Auf jeden Fall habe ich versprochen, Mandarinen-Marmelade zu kochen. Ich bin jetzt nur verunsichert, weil es im Internet zwei Fraktionen gibt. Die einen – so wie ich – häckseln die Früchte, mischen sie mit Gelierzucker und etwas Schale und kochen sie langsam auf und dann 4 Minuten lang sprudelnd. So wie immer halt. Die andere Fraktion kocht die Kerlchen relativ lange mit Haut und Haaren (also mit Schale und allem), entfernt dann nur die Kerne und kocht nochmal relativ lange.

Ich hab keine Angst vor Spritzmitteln in der Schale (ziemlich sicher Bio) oder davor, dass die Marmelade bitter wird (scheint bei Mandarinen ohnehin nicht so doll zu sein), aber das lange Kochen… Erstmal drüber schlafen; Vielleicht mach ich einfach beides?

Küchentagebuch, Freitag 12. März 2021

  • Panierte Schnitzelchen vom Schweinefilet
  • Kohlrabi in Orangen-Estragon-Sauce (hier irgendwo auf dem Blog oder bei Chili & Ciabatta)
  • Kartoffel-Steckrüben-Püree (300:250 Steckrübe:Kartoffel)
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