Ripple, Brezen, Salat

Heute hat übrigens der Sommer begonnen. Nicht meteorologisch oder kalendarisch oder so, sondern kulinarisch. Der Sommer beginnt, wenn ich zum ersten Mal morgens zum Frühstück Cornflakes anrühre und Johannisbeeren aus dem Garten hole. Ich esse sonst nie Cornflakes und Johannisbeeren nur in Maßen, aber mit dieser Kombination fängt der Sommer an, und ich freue mich darauf immer schon wochenlang und beobachte den Färbegrad der Beerchen, bis es dann endlich soweit ist. Und dann habe ich beim Frühstück auch noch einen Satz gelesen, der im Küchentagebuch nichts verloren hat, den ich aber trotzdem aufschreiben muss: »Frauen und Diverse sind nicht unsichtbar in der Sprache. Sie sind unsichtbar in manchen Köpfen.«

Küchenkalender Juni 2021 (3)

  • Hummersuppe mit Blumenkohlröschen (das ideale Gericht für die Tage, an denen man gerade zwei Hummerkarkassen und einen ganzen Hummer rumliegen hat. Im Notfall kann man dann auf den Blumenkohl verzichten – bestimmt delikat!)

Küchentagebuch, Sonntag 27. Juni 2021

  • Badisches Ripple (hier schon mal)
  • Brezen (Lutz Geissler, BB Nr. 4)
  • Radieschen, Tomaten, Gurke, Butter
Brotzeit – Mahlzeit

Paneer, Karotten, Erbsen

Seit es Iglo gibt – also soweit ich mich zurückerinnern kann, immer – und seit alle Fernsehköche behaupten, tiefgefrorene Erbsen seien besser als frische, weil sie »direkt auf dem Feld« gefroren würden und alle »wertvollen Inhaltsstoffe« noch erhalten wären, seither gibt es bei uns Eis-Erbsen, weil sie tatsächlich besser schmecken, als die aus den Dosen (an die man ja nur mit hinter dem Rücken gekreuzten Fingern und gesenktem Blick denken darf, weil sie einen sonst für immer im Traum verfolgen). Aber wenn es frische Erbsen auf dem Markt gibt, dann können mir Fernsehköche und andere Besserwisser gestohlen bleiben, die sind ja nur zu faul zum Pulen. Frag ich also den netten jungen Mann am Gemüsestand, wie viele Schoten ich denn bräuchte um 250 g Erbsen zu erhalten. Sein hilfloser Blick ging zuerst zu seiner Mutter, die in ein Gespräch vertieft war, dann zu seinem Bruder, der zumindest denselben Blick hatte und dann zu mir: »Puh, ich seh die immer nur so …« Und wenn man mal eine erfahrene Hausfrau bräuchte, ist natürlich keine in der Nähe – alle waren unter sechzig Jahren.

Küchentagebuch, Samstag 26. Juni 2021

  • Gajar Matar mit Paneer (Erbsen, Karotten und Kreuzkümmel; aufgetrieben und aufgeschrieben von Anke Gröner)
  • Milchreis mit Erdbeeren
Kreuzkümmelmist MEIN Gewürz!

Was macht Iglo eigentlich damit:

Kann man das recyceln?

Maultaschen, Salat, Erdbeeren

Mir ist überhaupt nicht wohl. Ich darf zu den Maultaschen keinen Kartoffelsalat machen, obwohl ich mir sicher bin, dass es seit Menschengedenken noch nie nicht vorgekommen ist, dass Maultaschen ohne Kartoffelsalat gegessen worden sind – unvorstellbar. So hat es mir meine Mutter beigebracht, die es von ihrer Mutter so gelernt hat, so hab ich es immer gehalten. Aber jetzt gibt es Salat im Hochbeet, viel Salat im Hochbeet. Das ist ja das Problem mit Salat im Hochbeet: Entweder es wächst gar kein Salat, oder es wachsen alle Salatköpfe auf einmal. Sicher, theoretisch weiß ich natürlich auch, dass man die Samen nacheinander säen und dann zum Beispiel pro Woche ein oder zwei Salate ernten könnte – Theorie halt. Im Freiland-Beet haben wenigstens die Schnecken noch mitgegessen. Jetzt gibt es halt Salat; heute Salat und morgen Salat und …

Küchentagebuch, Freitag 25. Juni 2021

  • Schwäbische Maultaschen
  • Salat und Salat
  • Quark mit Johannisbeeren und Erdbeeren (und da wär mir eine Schwemme eigentlich ganz recht)
Ganz wichtig bei Maultaschen ist die Schmälze