Makkaroni, Käse, Schluss

Seit geraumer Zeit schleiche ich um Mac n Cheese rum. Vielleicht weil das der Inbegriff con “Comfort Food” ist und man das im Moment ganz gut gebrauchen könnte. Aber Butter, Käse und extra Käse? Vielleicht noch in der extra-Comfort-Version als Mac and Cheese Burger (“Ganz hervorragend passt Mac and Cheese übrigens auch als Beilage zu leckerem Pulled Pork oder Spareribs.”), wenn schon, denn schon? Na ja, ich hab widerstanden. Und dann war es, glaube ich, vor einem Jahr, dass ich mich in den Jahresrückblicken von Arthurs Tochter verirrte und sie wieder Salz in die Wunde streute. Ich aber blieb standhaft. Heldenhaft. Und nun kommt Petra mit der Lösung: Light. Mit Gemüse. Ein bisschen feige zwar und kleinmütig. Aber als Einstiegsdroge? Auf jeden Fall besser als vegan (glaube ich wenigstens). Danke dafür, das geeignete Ende des Küchentagebuchs.

Küchentagebuch, Montag 31. Januar 2022*)

  • Penne and Cheese mit geröstetem Blumenkohl, Erbsen und Spinat ( 🌶 Chili & Ciabatta)

*) besonders stolz bin ich, dass ich jetzt einen ganzen Monat lang die richtige Jahreszahl getippt habe.

Steckrübe, Kichererbsen, Tomatensaft

Lassen ist eines der Wörter, das mir keine Ruhe lässt. Wie kommt so ein für (fast) alles benutzbares Wort zustande? Zunächst mal ein paar der möglichen Bedeutungen: dulden, erlauben, bitten, veranlassen, dass etwas geschieht, unterlassen, mit etwas aufhören, überlassen, geben, aufgeben. Wow. Ich behaupte jetzt mal, ohne es überprüft zu haben, dass man ohne große Schwierigkeiten in jedem deutschen Satz mindestens einmal das Wort lassen unterbringen oder es auch bleiben lassen kann. Dabei sagen die Etymologen, dass das alles vom mittelhochdeutschen lâʒen oder dem althochdeutschen lâʒan kommt, was die ursprüngliche Bedeutung “matt/schlaff werden” hatte. Hä? Aber noch viel verwunderlicher ist, dass es das Wort in alle Sprachen aus diesem Umkreis geschafft hat: to let/leave, laisser, lasciare, laten, nur die Spanier und Portugiesen scheren ein wenig aus mit dejar/deixar, aber in der Bedeutungsvielfalt sind sich alle einig. Von “Kannst du mich in Ruhe lassen” (Can you leave me alone, Tu peux me laisser tranquille, Puoi lasciarmi in pace, Kun je me met rust laten, ¿Puedes dejarme en paz?, Pode me deixar em paz) über “einen fahren lassen” “Ich habe die Tür offen gelassen” (I left the door open, J’ai laissé la porte ouverte, Ho lasciato la porta aperta, Ik heb de deur open gelaten, He dejado la puerta abierta, Deixei a porta aberta) – die meisten Bedeutungen sind in allen Sprachen gleich. Wie kommt so etwas zustande? Wie viele Evolutions-Schritte sind nötig um von “ich bin matt/schlaff geworden” zu “sie hat mich sitzen lassen”? Hmmh. Das war jetzt ein schlechtes Beispiel, aber ihr wisst, was ich meine. Übrigens: Vor vielen (~20) Jahren gab es ein Computerspiel “Schnecken-Rennen”; der finnische Teilnehmer hieß Lasse Gewinnen.

Küchentagebuch, Sonntag 30. Januar 2022

  • Orientalischer Steckrüben-Eintopf mit Kichererbsen (Saisonal schmeckt besser, von kuechenlatein.com)
  • Frisch gebackenes Mischbrot (obwohl die Kichererbsen natürlich auch reichen, aber ich musste das Brot halt dringend probieren)
Wenn die Zutaten vorhanden sind, sollte man dringend das Baharat nachklöppeln – es lohnt sich

Gebacken: MeinBrot (Rezeptentwicklung: alle Mehlreste zusammenschütten, aber Achtung: trotzdem vorher wiegen, weil sonst eine Wiederholung sagen wir mal recht unwahrscheinlich wird – Ich backe jetzt nur noch dieses Brot! vielleicht)


Pilze, Pasta, Salat

Deutschland ist relativ sicher vor Vulkanausbrüchen. Okay, das ist meine bescheidene Theorie, ich bin kein Geochemiker, aber es gibt einige bedenkenswerte Indizien. Man könnte es sich jetzt leicht machen und die Liste der Vulkane in Deutschland auf Wikipedia anschauen. Das sieht alles recht harmlos aus, der letzte Vorfall war so etwa vor 10’000 Jahren. Wenn es also zu meinen Lebzeiten nochmal krachen sollte, dann wäre das Pech, großes Pech, Pech3 halt. Auch die Experten sind sich sicher, dass da so schnell nichts wackelt. Nur: Experten können irren. Corona hat gezeigt, dass man sich nur auf seine eigenen Erkenntnisse verlassen sollte. Hier sind sie: Deutsche Vulkane heißen Knüllköpfchen, Ellenbogen, Schwabenhimmel, und – ganz düster – Himmeldunkelberg. Man vergleiche das mal mit Eyjafjallajökull oder Hunga Tonga-Hunga Haʻapai oder Fukutoku-Oka-No-Ba. Meine Theorie: Nur Vulkane, die kein Nachrichtensprecher fehlerfrei aussprechen kann, neigen dazu auszubrechen. Gut, Ätna und La Palma sind möglicherweise Ausreißer, mit denen jede gute Theorie leben muss. Aber lasst euch von “den Experten” nicht hinters Licht führen. Ein Schwabenhimmel kann nicht ausbrechen! Im Leben nicht! Der nächste Vulkan, der ausbricht, ist gar keine Vulkan, sondern ein harmloser Hügel. Aber der Name Taumata­whakatangihanga­koauau­o­tamatea­turi­pukaka­piki­maunga­horo­nuku­pokai­whenua­ki­tana­tahu lässt böses ahnen. Deutschland kann da nicht mithalten: “Der längste Name einer Gemeinde in Deutschland ist Hellschen-Heringsand-Unterschaar (32 Buchstaben), der längste Gemeindename in Deutschland in einem Wort ist Gschlachtenbretzingen (21), in Verbindung mit dem Namen des Hauptortes ist Michelbach an der Bilz-Gschlachtenbretzingen (40) länger als jeder andere Ortsname in Deutschland. Als Namen von Ortsteilen sind Schmedeswurtherwesterdeich (26), Ortsteil der Gemeinde Schmedeswurth im Kreis Dithmarschen und Gotthelffriedrichsgrund (23), Name eines Ortsteils der Gemeinde Reinsberg in Mittelsachsen erwähnenswert.” (Wikipedia) Fürchtet euch nicht!

Küchentagebuch, Samstag 29. Januar 2022

  • Pilz-Bolognese vegetarisch (eine einfache “Bolognese” aus Pilzen und Soffrito von ellerepublic.de; als Vergleich zur deutlich aufwändigeren Version von Ottolenghi)
  • Farfalle
  • Gemischter Salat
Wenn man es nicht Bolognese nennen würde, wär mir wohler, aber ganz okay, wenn auch meilenweit von der Ottolenghi-Version entfernt