Spargel, Schinken, Bérnaise

Heute habe ich den Spargel direkt auf dem Feld gekauft. Also ich und die Verkäuferin, wir waren am Rand des Feldes und der Spargel auf dem Feld unter der Folie. Auf jeden Fall habe ich angehalten, obwohl ich ohnehin auf dem Weg zum Markt war. Wie lang der Spargel auf dem Markt schon rumliegt! Und wie teuer er dort ist! Die Transportkosten, die Kühlung, die Autobahnmaut. Ich weiß nicht, ob jede Spargelstange aus Australien einen Sitzplatz hat, aber auch in der Holzklasse geht das sicher ganz schön ins Geld. Nö, ich kaufe hier, von der Bauern-Familie früh morgens aus der regionalen Erde gewutzelt, fachmännisch gelagert, bis ich – König Kunde – vorbeikomme und ihnen die Tages-Ernte abnehme. Andererseits, wenn ich so darüber nachdenke: Das Feld war menschenleer, die Fingernägel der Verkäuferin blitzeblank sauber. Ob die vielleicht den Spargel vom Markt hierher herausgefahren haben, um mich übers Ohr zu hauen? Denkbar wärs.

Küchentagebuch, Mittwoch 26. Mai 2021

… und Kartoffeln

Kohlrabi, Möhren, Kartoffeln

Ich bin die Mehrheit! »Mehrheit der Deutschen will einen Regierungswechsel« (SZ vom 17. Mai) Ja! Ich auch! Und wer soll… Hmmh. Egal. Unser Nachbar Sebastian Kurz muss sich ja gegen den Vorwurf einer Falschaussage wehren (hat er natürlich nicht gemacht, nie). Wenn jemand wissen will, was eine Falschaussage ist: »Andy Scheuer macht eine sehr gute Arbeit« (Angela Merkel, Dezember 2020) Sie hat’s bestimmt gut gemeint, aber das war sowas von einer falschen Aussage. Auch das Prädikat »Klimakanzlerin« war ja – vielleicht wie der Friedensnobelpreis für Barack Obama – tja – voreilig? überstürzt? falsch? Aber ab Herbst wird alles besser, die Mehrheit will es so, weiß aber wohl auch noch nicht recht wie. Daumendrücken 🤞.

Küchentagebuch, Montag 17. Mai 2021

  • Spargelcremesuppe
  • Ofen-Kohlrabi mit Möhren (nach einer Anregung von kochtrotz)
  • Zerdäschte Kartoffeln ( 🌶 )
  • Rucola-Salat mit Pilzen und Tomaten (jetzt ist der Kühlschrank wieder bereit für einen neue Woche)
Reste gut, alles gut

Heidespargel, Heideschinken, Heidekartoffel

Mir wird es immer ein Rätsel bleiben, wieso zu Spargelzeit das Internet randvoll ist mit oder gar überläuft vor Spargelrezepten. Mir reicht eins. Nein, eigentlich sind es zwei, aber dazu später. bushcook hat ihre »drei besten Spargelrezepte« vorgestellt und ich hab mir eins davon ausgesucht. Nein, eigentlich sind es zwei, also insgesamt schon drei. Aber egal, ich bereite die Spargel seither (meist) nach der Hans-Haas-Methode zu – und bin zufrieden. Dazu gibt es neue Kartoffel aus der Heide, und neue Kartoffeln mag ich eigentlich nur zu Spargel. Und die dritte Zutat ist Heideschinken vom Metzger hier vor Ort. Ich hab alles mögliche durchprobiert, Schwarzwälder Schinken, Holsteiner Katenschinken, Parmaschinken oder Serrano: Ich glaube, der Spargel und die Kartoffeln fangen auf dem Teller an zu fremdeln und das will ich ihnen nicht zumuten, wo ihr letztes Stündchen ohnehin geschlagen hat. Was ich aber auch überhaupt nicht verstehe, ist, wenn die Leute Sauce Hollandaise dazu zubereiten. Ich glaube, die Tatsache, dass (hier in der Heide) der junge Spargel und der französische Estragon zur selben Zeit groß werden, ist ein Wink des Himmels, weshalb die Sauce natürlich Bérnaise heißen muss. *)

Küchentagebuch, Samstag 8. Mai 2021

*) Ich will die zweite der drei Methoden nicht verschweigen: Gedämpfter Spargel mit Beurre Blanc; nur ist mein Dämpfkorb nicht groß genug, um die Spargelstangen ganz aufzunehmen. Und das Zerschneiden bringe ich nicht oft übers Herz. Und dann ist da noch ein Rezept aus man kanns essen, aber das gibt es sicher demnächst mal hier.

Heide-Zeugs

Schnitzel, Kren, süßer Senf

Boskop: blüht. Beide Kirschbäume: blühen. Mirabellen und Zwetschgen: blühen. Alle Apfelbäume: blühen. Nur die Winteräpfel: blühen nicht – die haben ja auch noch Zeit. Der Rhabarber blüht nicht, aber er legt sich schwer ins Zeug. Und die Tulpen und das andere Zeugs, das man nicht essen kann, bemühen sich auch um Aufmerksamkeit. Jetzt wäre ein wenig Sonne schön und ein bisschen Wärme. Dann könnte ich in den Garten gehen und mir das anschauen. Aber man darf ja auch nicht zu viel erwarten, aus der Ferne ist das auch schön. Doch, schon schön.

Küchentagebuch, Mittwoch 5.Mai 2021

  • Münchner Schnitzel mit Kren und süßem Senf (Nach dem nicht ganz geglückten Ackersalat aus der Echten Heimatküche musste ich das Rezept natürlich erst mal im Internet überprüfen. Wo man überall Rezepte findet – beim Spiegel, im Stern, natürlich bei muenchen.de und der Herr Bachmeier kanns auch. Bei 3 Zutaten gibt es aber 4 Streitfragen: Kalb oder Schwein? 100g Kren oder 1 TL? Parmesan oder nicht? Semmelbrösel oder alte Brezen?
  • Kartoffelsalat (weil der Herr Schuhbeck sein Schnitzel füllt und somit aus dem Rennen ist, gibt es wenigstens seinen Kartoffelsalat dazu)
»Wiener« Schnitzel mit Weißwurst-Senf und Meerrettich

Spitzpaprika, Kartoffel, Kokos, Limette

In der ARD-Mediathek ist bei der Auswahl des Films »Die letzten Tage der Emma Blank« ein blauer Hinweis eingeblendet: »Noch fünf Tage«. Obwohl mich natürlich schon interessiert, wie viele Tage die Frau Blank jetzt noch macht, ist mir früher nie aufgefallen, wie unpräzise der Titel eigentlich ist. Man hätte jetzt natürlich auch die Einblendung weglassen und den Titel auf »Die letzten fünf Tage …« ändern können. Aber dann wäre irgendwann das Problem mit dem Singular gekommen. »Die letzten ein Tage …« hört sich bescheuert an – ist schon gut so mit der Einblendung.

Küchentagebuch, Sonntag 2. Mai 2021

  • Spitzpaprika-Schnitzel mit Sesam-Limetten-Algen-Panade (aus Ottolenghis Flavour, nachgekocht von Cascabel-Petra, bzw. Ihrem Freitagsmann)
  • Kartoffelgratin mit Kokos und Limette (auch Flavour, nachgekocht vom Vollmilchmädchen. Zwar ohne Rezept aber mit einem Link auf ein englisches Original)
De Kartoffeln waren so, der Paprika aber heller. Wer erklärt mir „Beleuchtung“?

Siedfleisch, Bouillongemüse, Meerrettichsauce

Suppe kochen ist eigentlich eine schöne Sache. Macht glücklich und ist recht einfach zu bewerkstelligen. Zwei Fehler allerdings können alles versauen. Der erste bahnt sich an, wenn der Koch denkt, er salzt später, weil. Er salzt dann natürlich gar nicht. Der zweite ist, dass man zusätzlich zu welchem Fleisch sich man auch immer aussucht, auf jeden Fall noch eine Beinscheibe dazu schmuggeln muss. Und diese Beinscheibe muss in der Mitte eine dicken Markknochen haben. Das in der Brühe gekochte Mark braucht der Koch nämlich, um es sich auf eine Scheibe Sauerteigbrot zu schmieren, das Ganze zu salzen und dann einige Minuten lang selig zu grinsen. Manche meinen, dieses Grinsen se ein wenig debil, aber man muss bedenken: Nur wenn der Koch glücklich ist, werden es auch die Gäste sein.

Küchentagebuch, Donnerstag 29. April 2021

Der Koch war glücklich und die Gäste? Auch.

Gebacken: San Francisco Sourdough Bread (Plötzblog)

Schnitzel, Rösti, Kohlrabisalat

Ungeduld. Es ist jetzt schon einige Tage, dass der Kirschbaum blüht und noch immer gibt es keine Kirschen! Nur die schwarzen Vögel sitzen schon in den Zweigen und warten noch ungeduldiger als ich. Das heißt, sie werden auch dieses Jahr gegen mich gewinnen, vor allem weil sie offensichtlich – anders als ich – auch unreife Kirschen mögen. Dabei ist mein Angebot eigentlich äußerst fair: Die oben, wo ich nicht hinkomme, sind für euch, die unten für mich. Aber das reicht diesen undankbaren Geschöpfen wohl nicht.

Küchentagebuch, Montag 26. April 2021

  • Panierte Schnitzelchen vom gestrigen Filet
  • Rösti aus der Muffin-Form (vom Magentratzerl)
  • Kohlrabinudel-Salat von Ottolenghi (Europas gründlichste Kochbuchrezensentin – die Turbohausfrau – hat ihn zubereitet und für gut befunden, verrät aber das Rezept nicht. Das muss dann wohl Kati mit ihren Rezeptgeschichten übernehmen)
  • Hausgemachter Schokopudding (Stevan Paul in einer Effilee)
Irgendwo im Salat hab ich recht viel Salz erwischt …

Blumenkohl, Chili-Butter, Kartöffelchen

Alena Buyx, die ja gerade den Job des Jahrhunderts hat, könnte sich karrieretechnisch keine bessere Zeit ausdenken. Wer interessiert sich wohl sonst für sowas exotisches wie einen Ethikrat. Gut, im Moment interessiert sich sicher auch niemand so richtig dafür. Wir wissen schon selber, was »richtig« ist, aber schön ist es natürlich schon, so ein Gremium und so eine Vorsitzende zu haben. Sie hält die Situation™ für »genuin dilemmatisch«. Das werde ich mir auf ein Küchentuch sticken und über den Herd hängen. Dieses Egal-was-du-machst-es wird-böse-enden ging mir schon lange vorher furchtbar auf die Nerven und wird das wohl auch noch später tun. Da ist es doch gut, ein schönes, kluges Wort dafür zu haben: Genuin dilemmatisch. Wenn noch Platz auf dem Küchentuch ist setze ich davor noch ein »Das Leben ist «.

Küchentagebuch, Dienstag 20. April 2021

  • In Chilibutter gerösteter Blumenkohl (aus Ottolenghis Flavour, von Petra bei Chili & Ciabbatta dankenswerterweise schon ins Internet übertragen)
  • Kartöffelchen auf dem gleichen Blech (Danke an Petra für diesen Tipp)
  • Kürbiskern-Parfait (z.B. bei Man kanns essen) aber mit Zwetschgenröster (wenn schon Lafer, dann richtig)
Vor und nach der Hitze – siehe Erderwärmung

Sellerie, Remoulade, Kartoffeln

Warum salzen wir eigentlich nicht ärmlich? Reichlich zu salzen scheint eine weitverbreitete Übung vor allem unter Pasta-Köchen zu sein. Man salzt, als wäre man reich, was man natürlich in der Regel nicht ist. In der Regel ist man arm. Es macht deshalb wohl keinen Sinn ärmlich zu salzen, als wäre man arm, wo man es doch eh schon ist. Bis vor ein paar Jahren mag es noch sinnvoll gewesen zu sein, spärlich zu salzen – als müsste man sparen. Seit der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank ist das allerdings auch Geschichte. Das alles ist keine gute Nachricht für unseren zu hohen Bluthochdruck. Vielleicht können wir uns darauf einigen, ausreichend zu salzen, also genug (aber – in Deutschland – halt auch: Note 4, setzen). Hinreichend, also nicht zu viel und nicht zu wenig – das wäre das Ziel, aber bitte: wer sagt schon »hinreichend«? Kann mir mal jemand das Salz hinreichen?

Küchentagebuch, Freitag 16. April 2021

  • Sellerieschnitzel (z.B. Bei Tim Mälzer *))
  • Remoulade (aus mir im Moment unersichtlichen Gründen benutze ich dafür nicht den obigen Link, sondern ich frage Frau Lotta)
  • Ofenkartoffeln
Vorsicht! Kein Fleisch!

*) Was natürlich nicht in dem Rezept steht, ist die geniale Zusammensetzung der Semmelbrösel aus Roggenmischbrot, hellem Ciabatta, dunklem Weizen-Landbrot und bröseligen Industrie-Brötchen, angereichert mit einem Löffel gemahlenem gerösteten Altbrot. Ich hab leider vor dem Mahlen nicht gewogen, weil: Wenn Sterneköche panieren würden …

Bohnen, Kassler, Kartoffel

Ich wollte mir eigentlich sowas nie mehr ansehen: Gluten, der Feind in unserem Brot auf arte. Ich bin nicht betroffen von dieser grassierenden Weizen-Unverträglichkeit, aber ich bin betroffen davon, in der Flut von Halbwahrheiten zu ertrinken, die über dieses Thema unterwegs sind. Ich muss zugeben, dass ich diese Beschwerden gelegentlich schon – da nicht betroffen – ein bisschen überheblich als Laktose-Intoleranz für Fortgeschrittene bezeichnet habe. In dieser Sendung kommt ein neuer, aber wohlbekannter Feind ins Spiel: Glyphosat. Das mag jetzt erst mal abwegig klingen, aber der Film ist relativ unaufgeregt und manche Argumente leuchten mir ein. Zum Beispiel: Hartweizen wächst bekanntlich in eher warmen Gebieten. Kanada ist Weltmarktführer bei Hartweizen. Kanada ist eher nicht als tropischer Fleck auf der Weltkarte bekannt. Also müssen kanadische „Farmer“ (Industriebetriebe) ein bisschen nachhelfen. Hilfreich ist dabei, dass es erlaubt ist, Glyphosat auch noch kurz vor der Ernte zu spritzen. In vielen Produkten, in denen man es nicht erwartet (z.B. in Bier aber auch in „italienischen“ Nudeln), wird deshalb ein bedenklich hoher Glyphosat-Gehalt gemessen. Vielleicht ist das Gluten gar kein so ein großes Problem bei der Gluten-Unverträglichkeit. Ich bin kein Experte, aber wer knapp 1 ½ Stunden Zeit hat …

Küchentagebuch, Mittwoch 14. April 2021

  • Rheinische Schneidebohnen (milchvergoren, als Fertigprodukt; man kann das aber auch selbst fermentieren – bei Petra,[/Edit: hier waren zwei Links, die ich gelöscht habe, da eine(r) der beteiligten darum gebeten hat]. Ich dachte immer, meine Eltern hätten erheblich länger fermentiert, aber ich kann mich natürlich täuschen)
  • Kassler
  • Salzkartoffeln
Ich weiß nicht, wie Rheinländer das ohne unsere Kartoffeln essen
Tischgespräche
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