Kohlrabi, Möhren, Kartoffeln

Ich bin die Mehrheit! »Mehrheit der Deutschen will einen Regierungswechsel« (SZ vom 17. Mai) Ja! Ich auch! Und wer soll… Hmmh. Egal. Unser Nachbar Sebastian Kurz muss sich ja gegen den Vorwurf einer Falschaussage wehren (hat er natürlich nicht gemacht, nie). Wenn jemand wissen will, was eine Falschaussage ist: »Andy Scheuer macht eine sehr gute Arbeit« (Angela Merkel, Dezember 2020) Sie hat’s bestimmt gut gemeint, aber das war sowas von einer falschen Aussage. Auch das Prädikat »Klimakanzlerin« war ja – vielleicht wie der Friedensnobelpreis für Barack Obama – tja – voreilig? überstürzt? falsch? Aber ab Herbst wird alles besser, die Mehrheit will es so, weiß aber wohl auch noch nicht recht wie. Daumendrücken 🤞.

Küchentagebuch, Montag 17. Mai 2021

  • Spargelcremesuppe
  • Ofen-Kohlrabi mit Möhren (nach einer Anregung von kochtrotz)
  • Zerdäschte Kartoffeln ( 🌶 )
  • Rucola-Salat mit Pilzen und Tomaten (jetzt ist der Kühlschrank wieder bereit für einen neue Woche)
Reste gut, alles gut

Linguine, Spargel, Lachs

Ich liebe Duolingo. In der Pandemie sind einige Sprachen dazu gekommen, Holländisch z.B. ist lustig. Aber eigentlich liegt mein Focus auf den romanischen Sprachen – jetzt auch mit Französisch. Kürzlich war ein Satz: »Chaque fleur attire sa mouche«. Was war ich stolz, übersetzen zu können: »Jede Blume zieht ihre Fliege an«. Aber: Ist das jetzt der französische Deckel auf dem deutschen Blumentopf? Wenn das Zwischennetz nicht mindestens hundert Fundstellen liefert, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es sich lohnt, sich das zu merken, denn schräge Sätze sind ja so was wie ein Markenzeichen von Duolingo. Im französischen Netz gibt es nur Hinweise auf ein Zitat von Jules Renard, im deutschen Netz scheint es zu dieser Suchanfrage andere Probleme zu geben: Kleine Fliegen in der Blumenerde. Trauermücken loswerden – das können Sie tun. Ich glaub, ich merk mir den Satz nicht, aber immerhin habe ich durch die Recherche festgestellt, dass ich nicht alleine bin, das tröstet ein bisschen.

Küchentagebuch, Sonntag 16. Mai 2021

  • Linguine mit Spargel und Lachs ( das angedeutete zweite oder dritte Spargelrezept von mankannsessen, mein erstes mit gebratenem Spargel)
  • Rhabarberkompott mit Eis
Auch für Traditionalisten …

Hühnerfrikassee, Reis

Manchen mag es verwundern, aber das Jahr ist heute schon zu 0.36986301 Teilen vorbei, ohne dass es einen wesentlichen Eindruck hinterlassen hätte. Außer dem üblichen – Bürgerkriege, Hungersnöte, Grenzaufmärsche, etc. – gab es nur Drosten, Inzidenz, Thrombose, Impfzentren, blablabla. Wenn aus diesen Jahr noch was werden soll, muss schnell was geschehen, sonst drängt sich alles am Jahresende. Schließlich ist die Zeit erfunden worden, damit nicht immer alles gleichzeitig passiert. Die Redakteure der Jahresrückblicke sitzen nägelkauend auf der Homeoffice-Couch und sorgen sich um den Spannungsbogen ihrer Sendung. Aber gemach. Schließlich ist die Zeit erfunden worden, damit man nicht immer alles schon vorher weiß.

Küchentagebuch, Samstag 15. Mai 2021

  • Hühnerfrikassee (wichtig ist Mehlbutter zum binden, Sahne und Crème fraîche reichen nicht!)
  • Reis
  • (immer noch) Rhabarbertarte
Pilze, Spargel, Erbsen und – natürlich – Hühnerfleisch

Pasta, Brösel, Sardellen

Wahrscheinlich ist »Brösmeli« das schönste Wort, das ich dieses Jahr bis her gelernt habe. Und die Nachricht, dass man damit und mit Sardellen köstliche Spaghetti machen kann – ich muss es gestehen – war mir auch neu. Das Wort kommt – man hört es – aus der Schweiz. Da ich aber natürlich nie einer Quelle vertraue (und schon gar nicht aus einem Nicht-EU-Land), habe ich weitergegoogelt. Und bin auf einen deutschen Blog gestoßen, in dem ein englischer Koch ein italienisches Rezept kocht – sandraskochblog.de, Jamie Oliver, Pasta Pangrattato. Woraus ich messerscharf geschlossen habe, das »pangrattato« die »brösmeli« aus Italien sind – was richtig, aber natürlich nur die halbe Wahrheit ist. Je nach Region kann man auch auf »Pasta con la mollica« oder auf »Pasta Ammudicata« stoßen – aber alle im wesentlichen mit drei Zutaten: Brösel, Sardellen, Petersilie. [Nur Jamie Oliver schmuggelt auf seiner Webseite noch »5 cm fresh horseradish« dazu – ein Sakrileg, klingt aber interessant.] Und weil man ja vielleicht bald wieder reisen darf, war ich noch in Frankreich (»Pâtes a la chapelure« oder »Spaghetti sardines et chapelure maison«), in Spanien (»pasta con migas de pan y anchoas«, aber »la versión con la Thermomix«?) und in Portugal (nada). Je weiter man sich von Italien entfernt … Also dann doch lieber das Schweizer Original.

Küchentagebuch, Freitag 4. Mai 2021

  • Spaghetti mit Brösmeli (lieberlecker)
  • Gemischter Salat
  • Rhabarbertarte
Aufwand und Ertrag sind in gutem Verhältnis

Gebacken: Rhabarbertarte (hier aufgeschrieben)

Nur 18cm ϴ, aber reines Glück

Pasta, Fagioli, Wurzelbrot

Wenn man sich draußen so umsieht und all die Paranoiker betrachtet, die sich mit oder ohne Lockerung wahlweise eingesperrt, verraten oder verfolgt fühlen, dann könnte man Angst bekommen. Es könnte ja sein, dass die Pandemie verschwindet oder zumindest nebensächlich wird, aber ihre Leugner lustig weiterleugnen. Großherzig wie immer plädiere ich allerdings dafür, beide Seiten zu sehen. Das sind auch arme Schweine. Selbst wenn sie ihre Diagnose akzeptieren würden, säßen sie in der Tinte, wie das beliebte Zitat von Terry Pretchett zeigt: »Nur weil du paranoid bist, bedeutet das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.« Wir sollten sie vielleicht auch ein bisschen lieb haben, die Armen.

Küchentagebuch, Donnerstag 13. Mai 2021

  • Pasta e Fagioli (wie hier notiert)
  • Wurzelbrot (aus Lutz Geisslers Brotbackbuch Nr. 4, mit Roggenvor- und Weizensauerteig)
Nudeln und Bohnen

Kardamom-Linsen, Ricotta, Crespelle

Ausgerechnet wenn man »ein paar Kräuter« braucht, fängt es an zu regnen. Erstaunlicherweise sind ja nur der Lorbeer und der Rosmarin dem strengen Winter zum Opfer gefallen, alle anderen Pflänzchen wie der Estragon, Oregano, Thymian, Salbei, das Bohnenkraut, die Minze, Petersilie, der Schnittlauch und der Liebstöckel wachsen wieder fleißig. Und ganz in der Nähe der rettenden Tür steht ja auch noch Basilikum. Da sollte es möglich sein, schnell ein paar davon zusammenzuraffen, ohne patschnass zu werden. Zumal gleich daneben ja noch allerhand wächst, was grün ist, wie Kräuter aussieht und sicherlich nicht giftig ist. Also zumindest wahrscheinlich nicht tödlich giftig. Hmmh, vielleicht schau ich noch mal in Roberts Rezept, was er denn verwendet hat. Und dann steht da: »5 EL feingehackte Kräuter (L.: vor allem glatte Petersilie)«! Das würde er sicher heute so nicht mehr schreiben, bei den Kräutern ist da ja einiges anders geworden.

Küchentagebuch, Mittwoch 12. Mai 2021

  • Kardamomlinsen (ein Rezept von lamiacucina, die Restenverwertung) mit
  • Ricotta-Kräuter-Crespelle (ebda.)
  • griechischer Joghurt mit Rhabarberkompott
Ricotta-Kräuter-Crespelle auf Kardamomlinsen

Lachs, Miso, Aprikose

Eigentlich habe ich eine Grundregel, die ich immer einhalte: Jedes Rezept hat es verdient – wenn ich es überhaupt in Betracht ziehe – zumindest einmal exakt nachgekocht zu werden. Gestern zum Beispiel war das nicht möglich, weil schon die vier oder fünf Rezepte, die ich ausgesucht hatte, sich überhaupt nicht einig waren über die Menge an Brot auf 250g Ricotta, ob das Brot gemahlen, eingeweicht oder gewürfelt werden soll, wie viel von welchem Käse angebracht sei, wie groß die Kügelchen sein sollten und ob sie im Sugo erwärmt, in Öl angebraten oder im Ofen gegart werden sollten. Sicher, das kann jeder halten, wie er will, aber bitte, ich kann nicht (mit allen Kombinationen) 2500 Varianten ausprobieren. Also war ich halt zufrieden mit dem was sich so ergeben hat und werde es wahrscheinlich wieder so machen, ohne die 2499 eventuell besseren Varianten probiert zu haben😥 Heute habe ich mich – schweren Herzens – überwunden: Lachs und Miso waren abgehakt, nur Aprikosenmarmelade habe ich keine. Im Keller stehen mehre göttliche Orangenmarmeladen (Blutorangen, normale Orangen, Zitrus-Mischung), ein hervorragendes Apfel- und ein vielleicht noch besseres Quittengelee. Aber: Jedes Rezept hat es verdient … zumal weinnase mit der Kombination aus Miso, Lachs und Aprikosenmarmelade eine Geschmacks-Explosion auf Sterne-Niveau verspricht. Ich habe dann Aprikosenmarmelade gekauft und bei einem Marmeladebrot sinniert, ob nicht vielleicht auch die Zwetschen-, die Heidelbeer- oder die Brombeer-Marmelade die bessere Wahl gewesen wäre. Ich weiß nicht, ob nicht eine andere (kostengünstigere) Marmelade besser gewesen werde, aber ich weiß wenigstens: So schmeckt der Lachs wirklich gut und jedes Rezept …

Küchentagebuch, Dienstag 11. Mai 2021

Die Angst vor der Garmethode war unbegründet

Polpette, Grießbrei, Rhabarber

Unser Boskop blüht rosa. Pink. Mädchenfarbe. Bäh. Natürlich ist das kein Shocking Pink #fc0fc0, noch nicht einmal HotPink #ff69b4, eher etwas zwischen Pale Pink #fadadd und LightPink #ffb6c1. Trotzdem rosa. Mädchenfarbe. Bäh. Wenn ich allerdings an all die Apfelkuchen denke, an das Kompott, an Apple Crisp, an Apfelkompott mit Mascarpone und Amaretti … ist mir die Farbe eigentlich egal. Aber trotzdem: Rosa. Pink. Mädchenfarbe. Bäh. Nur lila wär noch schlimmer als pink. Mein Vorschlag wär: Wir hören jetzt mal auf mit der Blüherei und machen uns an die Produktion. »Schön« war gestern, ab heut wird gearbeitet!

Küchentagebuch, Montag 10. Mai 2021

„Arme Küche“ vom Feinsten

Rinderlende, Wokgemüse, Reis

Es ist (menschheitsgeschichtlich) noch nicht allzu lange her, dass der Appetit (fast) nichts mit Essen zu tun hatte. Es war allgemein (vom lateinischen appetere – haben wollen) die Lust, das Verlangen, vielleicht sogar die entfesselte Begierde, weshalb man z.B. „Appetit des Essens“ sagen musste, wo man heute einfach nur Appetit sagt. Mundartlich steckt das auch noch in Glust (bayrisch) , Gluschd (badisch) oder a Glischd (schwäbisch). Und die reine Begierde sieht man noch in dem Verhalten, wenn gutgenährte Menschen sich mit Messer und Gabel bewaffnet aufs kalte Büffet werfen und sich dann »Guten Appetit« zurufen. Was zu der Vermutung führt, dass das Messer aus Verteidigungsgründen in der Besteckschublade gelandet ist, nicht um das Fleisch zu schneiden. In diesem Sinne: Itadakimasu! (Japanisch für Guten Appetit, eigentlich aber: Ich nehme dieses Essen dankbar an.)

Küchentagebuch, Sonntag 9. Mai 2021

  • Spargelsuppe
  • Schnelle Rinderlende mit Hoisin-Limettensauce und Zuckerschoten (bei Dinner um Acht)
  • Reis
Vorsicht mit der Hoisin-Sauce, schmeckt sehr intensiv

Heidespargel, Heideschinken, Heidekartoffel

Mir wird es immer ein Rätsel bleiben, wieso zu Spargelzeit das Internet randvoll ist mit oder gar überläuft vor Spargelrezepten. Mir reicht eins. Nein, eigentlich sind es zwei, aber dazu später. bushcook hat ihre »drei besten Spargelrezepte« vorgestellt und ich hab mir eins davon ausgesucht. Nein, eigentlich sind es zwei, also insgesamt schon drei. Aber egal, ich bereite die Spargel seither (meist) nach der Hans-Haas-Methode zu – und bin zufrieden. Dazu gibt es neue Kartoffel aus der Heide, und neue Kartoffeln mag ich eigentlich nur zu Spargel. Und die dritte Zutat ist Heideschinken vom Metzger hier vor Ort. Ich hab alles mögliche durchprobiert, Schwarzwälder Schinken, Holsteiner Katenschinken, Parmaschinken oder Serrano: Ich glaube, der Spargel und die Kartoffeln fangen auf dem Teller an zu fremdeln und das will ich ihnen nicht zumuten, wo ihr letztes Stündchen ohnehin geschlagen hat. Was ich aber auch überhaupt nicht verstehe, ist, wenn die Leute Sauce Hollandaise dazu zubereiten. Ich glaube, die Tatsache, dass (hier in der Heide) der junge Spargel und der französische Estragon zur selben Zeit groß werden, ist ein Wink des Himmels, weshalb die Sauce natürlich Bérnaise heißen muss. *)

Küchentagebuch, Samstag 8. Mai 2021

*) Ich will die zweite der drei Methoden nicht verschweigen: Gedämpfter Spargel mit Beurre Blanc; nur ist mein Dämpfkorb nicht groß genug, um die Spargelstangen ganz aufzunehmen. Und das Zerschneiden bringe ich nicht oft übers Herz. Und dann ist da noch ein Rezept aus man kanns essen, aber das gibt es sicher demnächst mal hier.

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