Rumpsteak, Pommes Maxim, Pak Choi

Gut, ich hab mich beruhigt. Man muss ja noch durch vier teilen, dann sind das gerade mal 50g Butter pro Person, das ist ja schon fast Diät. Gefunden habe ich dieses Rezept beim Blättern in einer alten Effilee-Ausgabe, in der Harald Wohlfahrt irgendwas mit Rebhuhn und Innereien und eben Maxim-Kartoffeln bastelt, kleine knusprige Ringe aus hauchdünnen Kartoffelscheiben. Dass der Kellner das »die guten alten Bratkartoffeln« nennt und Harald Wohlfahrt meint: »Die Maxim-Kartoffel. Das ist eine Heidenarbeit!« macht meine Neugier nicht kleiner. Eine Heidenarbeit will ich mir aber natürlich nicht machen und kleine Antihaftformen habe ich auch nicht, ich hab schon genug Schwierigkeiten mit »hauchdünn«, also habe ich mich statt an die Sterne-Methode an das Vorgehen des netten Herrn im Youtube-Video gehalten. Der benutzt die Butter „generously“, und falls ich tatsächlich zu wenig Butter benutzt haben sollte, habe ich zum Rumpsteak noch ein wenig Kräuterbutter gemacht.

So wie der nette Herr gab ich das auch gemacht

Küchentagebuch, Mittwoch 7. April 2021

Also, ich weiß nicht, wie 3 Sterne geht, aber …

Ravioli, Ricotta, Zitrone

4 Kartoffeln, 50g Weizenstärke, Salz und 200g geklärte Butter. Oh my Goodness! Nochmal in Worten: Vier Kartoffeln, zweihundert Gramm Butter! Ich kann jetzt nicht weiterschreiben, ich muss mich erst beruhigen …

Küchentagebuch, Dienstag 6. April 2021

Drinnen ist Ricotta, Parmesan, Zitrone und Eigelb

Norddeutsch, Pizza, Wouw

Wenn ich recht habe mit meiner Theorie und die Pizza aus Norddeutschland stammt, dann hat die Pizza damals, als der Römer sie nach Süden mitgenommen hat, bestimmt den Schwarzenegger gegeben und über die Schulter zurückgerufen: »I’ll be back«. Tja, und da isse nun: Mit dem Pizzamehl von der Mühle in Bardowick, dem Rezept einer Pizza Tipo 0 von Lutz Geissler und dem Büffelmozzarella vom Biohof Eilte in Ahlsen. Als Alliterations-Aficionado kann ich nur sagen: Locker, luftig, lecker. Nur die Dosentomaten kommen aus Italien, also wahrscheinlich aus China; so ein bisschen internationales Flair tut so einer Pizza ja keinen Abbruch. Aber im Sommer irgendwann, wenn die prallen Tomaten saftig-satt an den norddeutschen Sträuchern hängen …

Und weil Frau T. mich gebeten hat, zur Pizza nochmal einen Rotkohlsalat zu machen, ist mir das kleine Rotköhlchen wieder eingefallen, das ich vor Kurzem in den Twitterlieblingen der Kaltmamsell gesehen habe:

Der Salat zwitschert Gott sei Dank nicht mehr

Küchentagebuch, Montag 5. April 2021

  • Pizza aus dem Norden, da braucht man nicht mehr als den rudimentären Belag. (Nur eine Ecke ist belegt, weil ich noch etwa 25 g Pilze übrig hatte.)
  • Rotkohlsalat mit Mandeln, Feigen, Grapefruit und Ziegenkäse
Der eingeblendete Siemens-Schriftzug ist (leider) keime bezahlte Werbung

Anmerkung zum Salat: bei lecker.de gibt es zwei fast gleiche Rezepte: „Rotkohlsalat mit Grapefruit und Ziegenkäse“ und „Rotkohlsalat mit Mandeln, Datteln und Ziegenkäse„, nur im zweiten Rezept gibt’s die entscheidende heiße Marinade! Ich wollt’s nur gesagt haben.

Ostersonntag

Heute morgen habe ich einen Osterspaziergang gemacht, im Garten, weil da draußen könnten ja Menschen sein. Und da habe ich ihn tatsächlich gesehen: der Osterhase (richtig mit Rückenkorb und langen Löffeln) hoppelte gerade auf das Nachbargrundstück zu. »Hase, du bleibst hier!« rief ich schnell. Er dreht sich empört um und brüllt: »Sie haben mich ins Gesicht gefilmt! Das dürfen Sie nicht!« – Und dann bin ich schweißgebadet aufgewacht. Wer erinnert sich noch, wie sehr er empört war damals, 2018? Aber offensichtlich kann alles getoppt werden, wirklich alles.

Küchentagebuch, Sonntag 4. April 2021

  • Lammhaxen vom Husumer Salzwiesen-Lamm, lange geschmort in Rot- und Portwein (etwa wie hier bei Herrn Schuhbeck oder hier dasselbe)
  • Kartoffel-Pastinaken-Püree (für die leckere Sauce)
  • Grüne Bohnen mit Pimentón de la Vera (z.B. bei Foodfreak)

Norddeutsches Lammhaxerl

Anmerkung: Bei den Bohnen halte ich mich eher an das bei Foodfreak verlinkte Original. Und es lohnt sich immer, sich englische Rezepte übersetzen zu lassen. »Kochen Sie die Bohnen bis nur zart« macht einfach mehr Spaß als knapp garkochen, wobei die »heiße spanische räuchernde Paprika« mit Vorsicht zu genießen ist. (Ich nehme an, das war der Bing-Übersetzer).

Speck, Kartoffel, Knödel

Fünfunzwanzig Gramm Pilze. So stand es auf dem Einkaufszettel. Offensichtlich – wegen der Menge – in so kleiner Schrift, dass ich es auf dem Markt nicht lesen konnte. Also waren die Pilze auch nicht im Einkaufskorb, als ich später auspackte. Allerdings war hinter dem „Pilze“ ein Ausrufezeichen, wegen: wichtig! Also war ich zweimal auf dem Markt, weil: niemand kann von mir – Ausrufezeichen hin oder Ausrufezeichen her – verlangen, dass ich mich am Ostersamstag in einen Supermarkt zwänge, um 25 g Pilze zu kaufen. Aber halt! Der Einkaufszettel war ja auf dem iPhone, wieso hat mich das nicht gewarnt? Falls da draußen ein App-Entwickler sitzt, ich stell mir das etwa so vor:

Siri: ❝So, Michael, das Wetter ist schön, setz dich doch mal da vorne auf die Bank und erzähl mir, was du im Korb hast.❞
Ich: ❝Eier, Bohnen, Gurke, Lauch, Fenchel❞
Siri: ❝Schön, aber hast du nicht gestern nach den Mühlviertler Speckknödeln gegoogelt?❞
Ich: ❝Du sollst nicht immer lauschen, aber ja, die gibt es heute Abend, ich freu mich schon❞
Siri: ❝Und warst du nicht letztes mal ganz angetan von der Mischung aus angebratenem Speck, Lauch und Pilzen?❞
Ich: ❝Hmm, hab ich dir das erzählt?❞
Siri: ❝Klar, ich war dabei. Lauch hast du gekauft, Speck hast du immer zuhause, fehlt da noch was?❞
Ich: ❝Lauch, Speck, Pilze habe ich doch - au Mist!❞
Siri: ❝Stellst du dich noch mal an?❞
Ich: ❝Weißt du Siri, du gehst mir ganz schön auf den Wecker mit deiner ewigen Besserwisserei. Bei dem Wetter hätt es doch auch nicht geschadet, zweimal auf den Markt zu gehen, oder?❞

Küchentagebuch, Samstag 3. April 2021

  • Mühlviertler Speckknödel (ein Rezept aus der BR-Mediathek von A. Schuhbeck, der mit seiner Serie „Österreich & i“ die österreichische Küche veredelte und sich dort bestimmt viele Freunde gemacht hat, aber mei … )
  • Gemischter Salat
Knödel und Salat

Rote Linsen, Tomaten, Kokosmilch

Im Magazin der Süddeutschen Zeitung werden sie verraten, »Die kleinen Tricks der großen Köche« (wahrscheinlich nur mit SZ Plus 😥). Laut Sven Elverfeld sind in Butter geschmorte Karotten gesünder (und schmackhafter) als gekochte; Bernhard Reiser dreht die Eier einmal am Tag, damit sie länger halten; Maria Groß rät zu mehr Mut beim Würzen; Susanne DeOcampo-Herrmann verwendet immer die ganze Vanilleschote; Steffen Henssler wirft eine geschälte Kartoffel ins Nudelwasser, damit später die Sauce besser haftet; … und Gregor Hauer vom Hotel Wutzschleife rät für einen ansprechenden Teller zu einer ungeraden Anzahl von Bestandteilen, »also lieber drei Kroketten als zwei.« Und das ausgerechnet heute, wo es Suppe gibt! Wie soll denn das gehen?

Küchentagebuch, Freitag 2. April 2021

  • Rote-Linsensuppe mit Curry, Tomaten und Kokosmilch (nach Chili &Ciabatta, allerdings gibt es da Änderungen wegen eines 5:2-Fastentages. Keine Ahnung, was das ist, aber es klingt nach Diät und ich habe beschlossen dass das ist nichts für mich ist. Also habe ich das englische Original aufgeschlagen und diese God-damn-cups und – ounces umgerechnet, nur um jetzt für diesen Post festzustellen, dass ich Petra ruhig hätte glauben können; sie schreibt genau, was sie geändert hat. Aber da dieser Punkt in der Liste jetzt eh schon ziemlich lang ist, kann ich meine Begeisterung über das Rezept auch noch mit einem Zitat untermauern: »Wie einige Kommentatoren anmerkten, ist es verblüffend, was man im Zusammenspiel dieser wenigen Zutaten herausholen kann.« Und ja, ich nehme meist Gemüsebrühe, aber Wasser tut’s genauso gut, und man darf die Limette auf keinen Fall weglassen!
  • Traditionell gibt es bei uns dazu das Fladenbrot, möglichst mit Schwarzkümmel bestreut, Sesam und/oder Mohn geht aber auch.

Wirklich empfehlenswert

Gebacken: Fladenbrot, Rustikales Mischbrot

Hat schon mal jemand frischem Brot widerstanden, obwohl man noch warten soll?

Spaghetti, Chili, Schweinebauch

Heute ist der 1. April und mich hat entgegen aller jahrelangen Gepflogenheiten (bislang) niemand „in den April geschickt“. Da ich mich nach zig Jahren als Ehemann natürlich schwer damit tue, Dinge aus eigenem Antrieb zu tun, stehe ich jetzt ein bisschen blöd hier im März rum und weiß nicht recht, was ich machen soll. Keiner mehr da und das Rezept, das ich kochen will, ist für zwei. Entweder esse ich alles alleine, oder ich reiß mich zusammen und spring doch hinterher. Mal sehen, meine Entscheidung sieht man dann am Datum:

Küchentagebuch, Donnerstag 1. April 2021

  • Gelackter Schweinebauch auf Chili-Spaghetti (ein schneller Teller von Stevan Paul, wer lieber für vier kocht: hier hat Andy schon mit 2 multipliziert und die gute Idee den Chili-Gehalt zu erhöhen)
  • Gemischter Salat
Für’s Foto hätte man die Nudeln ruhig durchmischen können

Zander, Linsen, Orange

Fast hätt ich es vergessen: Heute ist „der Tag des Bunsenbrenners“, nein lassen wir das. Obwohl es natürlich betrüblich ist, dass der Tag »im deutschsprachigen Raum leider bisher eher Randnotiz [ist], obwohl Robert Wilhelm Bunsen in vielen renommierten deutschen Universitäten gelernt und gelehrt hat« (derTagDes). Auf jeden Fall: #BunsenBurnerDay.

Ansonsten: Vor kurzem habe ich einem Blog gelesen, dass auf dem Balkon bereits der französische Estragon gedeiht. Ja, ja – ich bin das gewohnt, dass hier im Norden alles etwas später kommt. Als ich dann heute im Rezept »getrockneter Estragon« las und ich ich mich vor getrocknetem Estragon ekle, hab ich mal nachgeschaut, wie’s im Garten aussieht:

Ich glaube, das wird …

Aber ich hab dann doch die letzten Reste Estragon aus der Tiefkühltruhe genommen, falls Kindermord auch bei Pflanzen strafbar ist.

Küchentagebuch, Mittwoch 31. März 2021

Beim Anrichten musste es schnell gehen…

Spinat, Käse, Knödel

Fast hätte ich es vergessen, heute ist »internationaler Tag des Bleistifts«. Besser als die Augsburger Allgemeine kann man es eigentlich nicht ausdrücken: »Leistet Großes und wird dabei immer kleiner« (Honi soit qui mal y pense?). Dabei wird heute eigentlich nicht der Bleistift allgemein geehrt, sondern der mit einem Radiergummi hintendran. Denn für den hat am 30. März 1858 ein Herr Hymen L. Lipman ein US-Patent zugesprochen bekommen, weshalb die Amerikaner an diesem Tag den »National Pencil Day« begehen. (Wer merkt den Unterschied? – America First!) Wenn man das heute noch jedes Jahr feiern muss, dann doch wohl nicht wegen des Bleistifts, den es ja in der alten Welt schon hunderte von Jahren vor diesem Patent gab, sondern wegen des Radiergummis, ohne den alle Irrtümer, die je aufgeschrieben wurden, immer noch irgendwo stünden – fast wie [Gott bewahre!] im Internet! Hoch lebe der Radiergummi!

Küchentagebuch, Dienstag 30. März 2021

  • Spinat-Käse-Knödel (nach einem Rezept von Petra Kleineisel, die Gorgonzola-Variante)
  • Tomatensauce (noch von der Lasagne übrig)
  • Eichblattsalat mit Anis-Dressing
Tomatensauce (l), Salat (o), Knödel (r)

Leberkäse, Spiegelei, Brezen

Ich habe eine Theorie. Die Pizza wurde hier in Norddeutschland erfunden. Sie hieß damals Buchweizenpfannkuchen und war nicht belegt (weil’s nix gab). Ein durchreisender Römer dachte: naja. Gute Idee, aber irgendwie nicht fluffig. Als er nach Weizenmehl Tipo 00 fragte, erntete er schon beim Wort Weizen so viel erstaunte und fragende Gesichter, dass er das nicht weiter vertiefen wollte. Deshalb reiste er zurück nach Hause, lobte seinen Müller für sein backstarkes Mehl, tätschelte seine Büffelkuh und bat seine Großmutter nach seinen Angaben doch mal etwas zu backen, was er „Pizza“ nannte und das sich praktisch auf Anhieb als Familienrezept etablierte.

Mein Müller, der nicht »mein« Müller wäre, wenn er nicht regionale Mehle von regionalen Bauern mahlen würde, hat jetzt ein Pizzamehl im Angebot. Dank Klimawandel wächst inzwischen hier auch Weizen, aber zum Tipo 00 ist halt noch ein weiter Weg. Muss man halt ein wenig zusätzliches Gluten untermischen, was tut man nicht alles für die norddeutsche Traditions-Pizza. Ich bin gespannt, und laut Preisschild wär’s sogar geringfügig günstiger als ein Nachmacher-Mehl aus dem Internet.

Küchentagebuch, Montag 29. März 2021

  • Leberkäse, gebraten
  • Spiegelei, dito
  • Brezen, Weißbier, Senf
(noch) ohne Weißbier

Gebacken: Brezen mit Sauerteigkochstück. Ich glaube, meine Knetmaschine mag das bisherige Rezept lieber, sie tut sich bei dem Teig schon sehr schwer, aber mei, da muss sie jetzt ab und zu durch.

Hier im Norden gilt das als Spezialität

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