Kalbsleber, Champignons, Salbei

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung hat eine neue Folge ihrer Serie „Spitzenköchinnen und -Köche verraten ihre Supertricks.“ (Folge 1 habe ich hier schon gewürdigt.) Da das wahrscheinlich hinter der Bezahlschranke (😥) liegt, fasse ich mal kurz zusammen. Knoblauch schälen muss nicht sein, sagt Haya Molcho. Thomas Martin macht Gemüsefond aus Schalen und Abschnitten. Maike Menzel ist im Mutterschutz, macht aber ein pochiertes Ei im Gefrierbeutel. Hans Gerlach zieht zum Zwiebelschneiden eine Taucherbrille auf. Mario Gamba legt Backpapier in die Pfanne, um sanfter zu braten. Iris Bettinger hackt Kümmel mit etwas Öl, damit nichts wegspringt. Susanne DeOcampo-Hermann legt Hähnchen eine Stunde in Backpulver ein, um es mürber zu machen – Papaya geht auch. Nelson Müller ist Schwabe und deshalb reinlich. Tanja Grandits empfiehlt, eine Schürze anzuziehen – nicht wegen Spritzern, sondern wegen des Selbstbewusstseins. Christoph Kunz lässt Pizzateig über Nacht ruhen. Wenn Maria Groß fade Karotten kauf, gart sie sie in Karottensaft. Sybille Schönberger hat den »Kühlschrankfeger« entwickelt – alles was rumliegt auf Brot und in den Backofen. Martin Baudrexel schmiert Butter an den Topfrand, damit die Milch nicht überkocht. Katharina Küllmer röstet Pfeffer gerne an, um den Geschmack zu verstärken. Cynthia Barcomi hat Tipps für den Umfang mit Eiern: Kalte Eier lassen sich besser trennen, zum Aufschlagen braucht’s aber Raumtemperatur. Christian Jürgens macht Kartoffelsalat (warme Kartoffelscheiben in warme Marinade). Wer jetzt nicht neugierig geworden ist – so viel geballtes Wissen gibt es sonst nicht. [Ist das jetzt Werbung und – wenn ja – wer zahlt mich?]

Küchentagebuch, Donnerstag 21. Oktober 2021

  • Penne mit Kalbsleber, Champignons und Salbei (e&t 9/90, aber auch hier im Blog)
Offensichtlich noch ohne Penne, aber mit schmeckt es besser, auch wenn die Ordnung flöten geht

Mangoldstiele, Quinoa, Dips

In unserem beschaulichen kleinen Städtchen in der Lüneburger Heide gibt es ein Panzermuseum. Ich war noch nie drin – ich halte es da mit meiner Mutter, die mich bei einem Spaziergang fragte, was das denn soll, das sei doch was „aus dem Krieg“ – Kriegs-Generation halt. Als ich heute vom Einkaufen da vorbei kam, war alles gesperrt, weil riesige Kräne und Lastwagen aufgefahren wurden – alle natürlich im Tarnanzug, offensichtlich um einen neuen Panzer ins oder einen alten Panzer aus dem Museum zu holen. Kurz außerhalb des Gefahrenbereichs saß eine Mutter in der Hocke neben ihrem Kind. Das Kind war ein kleiner Junge mit maximal 5 Dezimeter Höhe und deutlichen Windel-Auswuchtungen in der Hose. Der Junge war ein wenig aufgebracht, weil er dableiben und seine Mutter nach Hause gehen wollte. Eine Einigung war nicht in Sicht, so dass ich mir kurz überlegte, ihr den guten Rat zu geben, sie könne ihn vielleicht damit locken, dass zu Hause seine Puppe Barbara, die mit den blonden Haaren, auf ihn warten würde. Aber man soll sich in Erziehungsangelegenheit ja besser nicht einmischen.

Küchentagebuch, Mittwoch 20. Oktober 2021

  • Mangold-Quinoa-Puffer (aus Mangoldstielen – gefunden bei sonachgefuehl.de)
  • Tahini-Joghurt-Sauce und
  • Paprika-Tomaten-Salsa (beides ebda. – wenn der Dirk das schon zusammen empfiehlt, und mir nichts besseres einfällt)
Und die Mangold-Blätter? Gestern!.

Kichererbsen, Mangold, Reis

Ich werde jetzt mal eben schnell die europäische Linguistik aufmischen. Ich habe nämlich entdeckt, dass Türkisch irgendwann mal eine romanische Sprache war. Und ich habe dafür natürlich auch Beweise. Es war nämlich so, dass sich vor vielen Jahren alle romanischen Sprachen zu ihrem regelmäßigen Stammtisch getroffen haben. Dieser Stammtisch fand abwechselnd mal in Italien, mal in Spanien, mal in Portugal, mal in Frankreich und mal am Bosporus statt. Der Italiener hatte Wein mitgebracht, der allen ausnehmend gut schmeckte, und der nur dem Franzosen etwas zu ordinär war. Aber natürlich sprachen ihm trotzdem alle tüchtig zu, und die Stimmung wurde etwas ausgelassener als sonst. Irgendwann sagte der Portugiese, es sei doch ein bisschen langweilig, wenn alle die gleiche Sprache sprächen,; er wisse nicht, wie lange das seine Landsleute mitmachen würden, und dann sei ja der schöne Stammtisch in Gefahr. »Ich weiß«, sagte der Italiener. »Was weißt du?« schreckte der Franzose auf, der nicht glauben konnte, dass ein Italiener mal was weiß. »Ich weiß nichts« , sagte der erwartungsgemäß, aber »Ich weiß – das ist unsere Chance, Vielfalt in die Sprachlandschaft zu bekommen. Schaut mal, im Moment sagen wir alle „Io so„, wie wär’s, wenn einfach jeder von uns einen anderen Laut verwenden würden?« »Yo sé«, sagte der Spanier schnell. »Eu sei« der Portugiese und »Schö sä« der Franzose. Der Türke, der ein wenig eingenickt war, schreckte auf und sagte – leicht benebelt – »Ü sü«, oder so ähnlich. Am nächsten Tag fuhren alle mit schwerem Kopf aber zufrieden wieder nach Hause, um ihren Landsleuten die neuen Töne mitzuteilen und wurden alle sehr gelobt. Nur der Türke erhielt Gegenwind. Präsident Erdoğan, der damals noch Erdogán hieß, sagte, er solle den ganzen Quatsch vergessen. Er wolle mit denen ohnehin nichts mehr zu tun haben und eine ganz eigene Sprache erfinden. Aber „Ü sü“ sei als Anfang schon mal gar nicht schlecht. Schade eigentlich, „ü sü“ hätte ganz gut gepasst – ich weiß.

Küchentagebuch, Dienstag 19. Oktober 2021

  • Kichererbsen und Mangold mit Joghurt (Ottolenghi, Simple S. 112, in der klockerei.at schon öfter gekocht)
  • Reis (Zitat: »Mit einer Schüssel Reis ein Wohlfühlessen vom Feinsten.«)
Und die Mangoldstiele? – Morgen!

Gebacken: Sonnenstern-Brot (ploetzblog.de)

Ein Brot mit Supermarkt-Weizenmehl 405 – und jetzt soll ich es 1-2 Tage liegen lassen. Ich verstehe die Welt nicht mehr, bin aber mal gespannt

Heidschnucke, Bohnen, Kartoffeln

Gestern habe ich gelesen, dass französische Kellner nicht sehr begeistert reagieren, wenn man sie »garçon« nennt. Nun, Kellner halt, ein Wiener »Herr Ober« kann ja auch ganz schön zickig sein, wie man hört. Wobei es natürlich schon auch ein wenig abschätzig klingt, als älterer Herr »Junge« genannt zu werden, außer vielleicht bei »Junge, Junge, du bist aber klug!«. Wie damals beim guten, alten »Fräulein«, das 1970 mit viel Pomp offiziell abgeschafft wurde. Und bei dem der Duden dann 2002 darauf hinweisen musste, dass man Personen, die Wert darauf legen, mit Fräulein angeredet zu werden, doch bitte den Gefallen tun solle. Vielleicht wollen irgendwann auch ältere französische Kellner wieder mit »garçon« angeredet werden, weil sie sich dann jünger fühlen, wer weiß. Was den Portugiesen wohl egal ist, weil bei ihnen der Junge o menino heißt und der »garçom« nur noch der Kellner ist. Und deswegen kommt es ihnen auch nicht komisch vor, die Kellnerin logischerweise »garçonete« zu nennen. Vielleicht sollte man europaweit eine Börse nicht mehr gebrauchter Wörter einrichten, die dann andere Länder für völlig andere Zwecke wiederverwerten könnten. Dann könnten die Italiener statt pasta (Teig) zum Beispiel Fräulein sagen, weil Pasta ja längst eine andere Bedeutung hat. Außer in Portugal – dort heißen die Nudeln massa, also Teig – es ist kompliziert.

Küchentagebuch, Montag 18. Oktober 2021

  • Heidschnucken-Rücken im Ofen gebraten (etwa so wie hier)
  • Grüne Bohnen mit Parmesan und Pinienkernen (frisches Bohnenkraut, hier das PDF)
  • Gebratene Kartoffelwürfelchen (aus rohen Kartoffeln)
  • Nochmal Crème Brûlée (frisch brüliert)
Heute mal vor dem Garen, da war das Bohnenkraut noch im Garten

Blumenkohl, Petersilien-Tahini, Crème Brûlée

Gerichte mit einer Geschichte haben es mir angetan. Zum Beispiel dieses Pasta-Gericht, das – nebenbei bemerkt – nur mit einer ganz bestimmten Pasta-Sorte aus Süd-Kalabrien funktioniert, und für das ein Tiefsee-Apnoe-Taucher ganz tief hinabtauchen, einen Ringkampf mit einer Krake gewinnen und dann die Barthaare von dessen letzter Beute erwischen muss. Manch ein Taucher ward niemals wieder gesehen, aber wer es überlebt und 10g Barthaare mit nach oben bringt, der wird vom ganzen Dorf in einem 10-tägigen Fest gefeiert, weil mehr als 1g pro Dorf braucht man von dieser Köstlichkeit gar nicht – vorausgesetzt natürlich, man hat die richtige Pasta-Sorte dazu. Gut, das hab ich jetzt erfunden. Aber nehmen wir das Onsen-Ei, das leider dank Sous-Vide-Stäben inzwischen von jedem Deppen zubereitet werden kann. Was war das damals noch für ein Genuss, wenn japanische Mönche im Morgennebel zur heißen Quelle marschierten und ein vorher frisch vom Kloster-Huhn gelegtes Ei in das exakt 65° warme Wasser legten (nicht alle heißen Quellen in Japan haben exakt 65°), damit der Abt rechtzeitig sein Frühstücks-Ei bekam. Ich habe heute morgen mit schätzungsweise 63,8° die für mich ideale Temperatur erreicht, als ich ein Frühstücks-Ei kochen wollte, das Telefon klingelte und ich – anstatt den Herd auszustellen – aus Versehen nur die Warmhalte-Stufe aktiviert habe. Toll!

Küchentagebuch, Sonntag 17. Oktober 2021

  • Im ganzen gerösteter Blumenkohl (Ottolenghi, Simple, Rezept zum Beispiel bei elbcuisine)
  • Grüne Tahini-Sauce (auch da, Buch und Link)
  • Crème Brûlée (Lea Linster, hier bei genial-lecker )
Die Crème ist hier noch nicht brûlée

Bohnen, Bratkartoffeln, Bratwurst

Wie wäre es, wenn Menschen nicht lügen könnten? Wenn sie einfach immer die Wahrheit sagen müssten, und es einfach keine Möglichkeit gäbe, die Unwahrheit zu sagen? Dann müsste sicher einiges anders organisiert werden. Zum Beispiel Koalitionsverhandlungen, Tarifauseinandersetzungen oder eheliche Gemeinschaften. Vor allem letztere würden sich wahrscheinlich selbst abschaffen – oder noch glücklicher werden, wer weiß. Und tatsächlich gibt es ja Sprachen, in der der Sprecher den Wahrheitsgehalt des Gesagten deutlich machen muss, was das Lügen schon mal deutlich erschwert. Na ja, eine Sprache, um genau zu sein, und die ist wohl am Aussterben. Trio wird (noch) in Brasilien und Surinam gesprochen und wenn zum Beispiel jemand einen harmlosen Satz wie „Der Frau ist auf den Markt gegangen“ sagt, muss er oder sie in der Verbform angeben, ob man dies selbst gesehen hat oder ob man es vom Hörensagen oder auf andere Weise weiß. Wenn er oder sie das vergisst, dann ist er sofort als Lügner entlarvt. Man kann sich vorstellen, in welche Schwierigkeiten holländische Beamte gerieten (Surinam war bis 1975 niederländische Kolonie) und wie froh sie über jeden Trio-Sprecher waren, den der Tod hinweggerafft hatte. (welt-der-sprachen)

Küchentagebuch, Samstag 16. Oktober 2021

  • Bratkartoffel-Bohnensalat mit Basilikumpesto (kuriositaetenladen)
  • Bratwürstchen (mit Senf)
Schwierig ist nur, das Pesto zu dosieren

Zoodles, Pesto, Tomaten

Wenn wir uns brav einen „Guten Morgen“ wünschen, dann sind die Spanier (bzw. die Spanisch sprechende Menschen) bedeutend anspruchsvoller und wünschen sich gleich mehrere gute Tage auf einmal – Buenos Días. Als wäre es heutzutage nicht schon schwierig genug, auch nur einen guten Tag zu finden, auf den man zurückblicken und sagen kann: „Jupp, gut war’s heute“. Meiner Meinung nach sind die Spanier entweder – z.B. wegen des Wetters – optimistischer als wir hier im dunklen Norden, oder sie mögen es einfach, mehrere gute Tage im Vorrat zu haben, falls es bei dem einen oder anderen dann doch nicht klappt. Fachleute sind natürlich anderer Ansicht, aber nicht einer anderen Ansicht, sondern vieler anderer Ansichten. Was ein gutes Zeichen dafür ist, dass die Fachleute sich das auch nur ausgedacht haben. Im Internet gehen die Meinungen von „es ist halt so“ über „wir hier sagen manchmal auch buen día“ und „das ist eine Kurzform von buenos días le dé dios – Möge Gott dir gute Tage geben“ oder „man sieht sich ja nicht jeden Tag“. Und am besten gefällt mir die Theorie, dass im Mittelalter die „kanonischen Stunden„, also die Gebetszeiten alle im Plural waren, und das halt beibehalten wurde. Aber am wahrscheinlichsten finde ich die Theorie, dass es sich um den „plural expresivo“ (15 Ejemplos de plural expresivo) handelt, bei dem der Plural zur Verstärkung oder Intensivierung verwendet wird. Das würde auch „muchas gracias“ erklären, das englische „thanks„, oder die italienischen „ringraziamenti„. Nur: Nix genaues weiß man nicht. Aber trotzdem viele Späße beim Lesen.

Küchentagebuch, Freitag 15. Oktober 2021

  • Zoodles (Zucchini-Nudeln) (u.a.: lecker.de, aber Zucchini und Tomaten 5-10 min in Chili-Knoblauchöl gegart )
  • mit Basilikum-Pesto
  • und Tomaten
Beim Garten-Aufräumen war da tatsächlich noch …

Bäckchen, Spätzle, Salat

Was haben eigentlich die Menschen früher gemacht, wenn sie keine Tiefkühltruhe hatten? Und was mache ich heute, wenn sich die Tiefkühltruhe immer mehr leert und niemand nachfüllt? Nun, die erste Frage ist leichter zu beantworten: Man hat Eiskeller ausgebuddelt und sie mit Natureis aus Seen bestückt. [Nein, Eiskeller sind nicht die netten Menschen, die einen Eisbecher zum Tisch bringen – das sind Eiskellner!] Das hört sich sehr beschaulich an, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das beileibe kein Honiglecken war und die Menschen zurecht aufatmeten, als endlich Kühlaggregate erfunden wurden. All denjenigen, die wegen der gestiegenen Energiepreise schon angefangen haben zu buddeln, kann ich nur empfehlen, mal bei Wikipedia oder in der Süddeutschen nachzulesen. Tja, und was die zweite Frage betrifft – ich weiß es doch auch nicht; es wird auf jeden Fall böse enden.

Küchentagebuch, Donnerstag 14. Oktober 2021

  • Ochsenbäckchen, die letzten aus der Tiefkühltruhe (beschriftet mit »Bäckchen mit Soße« – ja was denn sonst? Ohne Soße, oder was? Auf was man alles gefasst sein muss!)
  • Spätzle (ich habe mich gegen die Nudelfraktion durchgesetzt!)
  • Gemischter Salat
Arme Menschen ohne TK

Kürbissuppe, Kürbissuppe, Kürbis-Käse-Kuchen

Vor langer, langer Zeit sagte jemand zu mir: Mach doch mal eine Kürbissuppe. Ich weiß nicht, ob es vor langer, langer Zeit schon Internet und Kochblogs gab, aber irgendwie habe ich, soweit ich mich erinnere, ohne allzu viel Schwierigkeiten oder Auswahlmöglichkeiten, ein Rezept gefunden, gekocht – und gemocht. Seither mache ich dieses Rezept. Und mag es immer noch. Jetzt kenne ich natürlich, die Schwierigkeiten von Foodbloggern, jedes Jahr im Herbst mindestens ein möglichst neues Rezept veröffentlichen zu müssen. Die Anzahl an Kürbissuppen-Rezepten muss deshalb inzwischen eine Zahl im Tera-Bereich sein: 1011 oder 1 000 000 000 000. Vielleicht auch eines mehr oder weniger. Und ich benutze immer nur eins (11 oder 1). Heute kam der Veganer in der Familie und meinte: „Die Kürbissuppe ist doch bestimmt vegan?“ Ähem, ja – bis auf die Butter, die Sahne und die Hühnerbrühe. Aber der Kürbis, astrein pflanzlich (soweit ich weiß). Na auf jeden Fall habe ich jetzt zwei Rezepte für Kürbissuppe.

Küchentagebuch, Mittwoch 13. Oktober 2021

  • Kürbissuppe (wie immer: Die schnelle Hokkaido Kürbiscremesuppe – mehr brauch ich nicht)
  • Kürbissuppe (vegan, Achtung: eine der Webseiten, bei denen man leicht schwindelig wird – immer bewegt und verschiebt sich was – eine ADHS-Seite)
  • Kleine Kürbis-Käse-Kuchen (ich glaube, aus der SZ, aber hier gab’s das schon mal)
Rechts ist vegan

Entenbrust, Pflaumensauce, Rotkohl

Warum weinen eigentlich Babys, wenn sie Hunger haben, wenn sie sich weh getan haben, wenn ihnen langweilig ist, eigentlich immer? Das ist nicht gut für die Laune der Mitmenschen und wenn man es genau betrachtet, wird nichts davon besser, wenn man weint. Gut, man fühlt sich vielleicht besser, aber der Hunger ist noch da, due Wunde tut noch weh, und passieren tut deswegen auch nichts. Im Gegenteil. Der Wolf könnte aus seinem Mittagsschläfchen aufwachen und denken »Oh schön, ein Nachtisch« und der Wolf könnte natürlich auch ein Tiger oder ein Schakal oder eine freilaufende Bulldogge sein, je nach Region. Andererseits habe ich bei Karl May gelesen, dass Indianer-Babys niemals weinen. Und wer ist fast ausgestorben, und wer nicht? Es ist mir ein Rätsel, und es geht mir furchtbar auf die Nerven, dieses Gegreine.

Küchentagebuch, Dienstag 12. Oktober 2021

  • Glasierte Entenbrust (Arthurs Tochter weiß, wie’s geht)
  • Pflaumen-Portwein-Sauce (die Sauce vom Cerdo Hip Hip mit Rot- und Portwein verlängert)
  • Feigen-Rotkohl (aus der TK, aber ursprünglich nach diesem Rezept)
  • Ofenkartoffeln
Ich muss morgen, zum Zahnarzt; wer weiß, wann ich wieder kauen kann
Tischgespräche
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