Kartoffeln, Pastinaken, Senf

Heute in der SZ am Morgen: »Studie sieht dringenden Handlungsbedarf beim Klimaschutz « – Oh nein, das hätte ich nicht gedacht. »Inzidenzwert steigt auf 66,5 – Corona-Tests nicht mehr für alle« – Okay, aber schon noch für alle, halt nicht für umme, was ist mit der Süddeutschen los? Oh, da stehts ja: »nicht für alle gratis.«, hab ich übersehen. Und »Frankreich gewinnt die Nations League gegen Spanien« – halt wie bei der CDU, Spanien war jetzt einfach zu lange an der Regierung und zerlegt sich gerade selbst. Und wo ich schon im Sportteil bin: »Doch die Three Lions ließen sich nicht beeindrucken, siegten mit einer B-Elf ungefähr 5:0« Wie jetzt? Wird das Ergebnis geschätzt? Ist Fünf zu viel für den Video-Schiedsrichter? Fünf könnten die Experten doch – wenn ich mir das so anschaue – an einer Hand abzählen. War das Spiel so schlimm, dass der Sportreporter es nicht mehr mit ansehen konnte und lieber mit seiner Freundin einen trinken ging? Oh, da steht ja »ungefährdet« Hmmh. Ich hab halt Lesen mit der Ganzwortmethode gelernt, das ist nicht immer einfach. Und ich finde, dafür klappt es ganz gut.

Küchentagebuch, Montag 11. Oktober 2021

  • Panierte Schweineschnitzelchen (Übrigbleibsel vom gestrigen Hip-Hop-Schwein, dafür mit Panko)
  • Mit Senf geröstete Kartoffeln und Pastinaken (kuechenlatein.com – ich hab noch jede Menge Pastinaken)
  • Gemischter Salat
Kartoffeln und Pastinaken kamen hier gut an

Schwein, süß-sauer, Reis

Ich glaube, ich habe schon mal angedeutet, dass ich sehr dafür anfällig bin, auf Menschen hereinzufallen, die mir das Blaue vom Himmel versprechen. Wie oft ich auch schon enttäuscht worden bin – es könnte ja mal etwas dran sein. Das Schema ist immer dasselbe. Gaanz anders, und gaanz toll! Die Frage, warum das gaanz Andere und gaanz Tolle sich nicht längst durchgesetzt hat, und von allen gemacht wird, diese Frage drängt sich mir offensichtlich nicht auf. Heute geht es um »Schweinefleisch süß-sauer«. Hab ich beim Chinesen immer gerne gegessen, aber seit dort das All-you-can-eat-Warmhalte-Menu dominiert, muss man sich das ja auch selbst machen. Und obwohl ich mit der Huhn-Orange-Reis-Version ganz zufrieden war, hat mich im Juni ein Video auf El Comidista voll erwischt. Wie dem Comidista beim Probieren die schlonzig-braune Sauce aus dem Mundwinkel tropft … ich war kurz davor, einen Flug nach Madrid zu buchen. Denn das ist eindeutig »El cerdo agridulce que no es como los demás« (… nicht wie all die anderen). Und die Zutaten-Liste ist überschaubar. Gut, mein Reisessig ist bei weitem nicht so dunkel wie der im Video und Pflaumensauce war auf die Schnelle auch nicht zu bekommen, aber die kann man ja selbst machen – wie hier oder hier und, außerhalb der Pflaumensaison, hier; es sollte allerdings schon eine süß-saure Version sein. Bleibt noch die vorlaute Restaurant-Chefin aus dem Video, die sagt, das sei natürlich gaanz einfach und gleichzeitig gaanz schwer, es komme auf jede Sekunde an. Geschwätz, die will doch nur dass ich das bei ihr esse. Wenn ich erst mal angefixt bin, dann zieh ich das auch durch. [Hier ist meine Übersetzung des Rezepts]

Küchentagebuch, Sonntag 10. Oktober 2021

  • Schweinefleisch süß-sauer, das nicht so ist wie all die anderen, im Madrider Restaurants Chi Nanit auch „Cerdo Hip Hop“ genannt (Spanisches Rezept und Video bei El Comidista)
  • Reis (ohne Deckel)
  • Mangetout mit Kardamon und gebratener Rosenkohl
Ich weiß (noch) nicht, wie es in Madrid schmeckt, aber hier war es „espectacular“

Pasta, Pesto, Parmesan

Gut, ich hab mich gestern despektierlich über sogenannte »Sprach-Apps« geäußert, die noch nicht einmal eine ordentliche Konversation zustande bringen. Aber vielleicht muss ich einfach meine Erwartungen zurückschrauben, sie können doch zumindest zu einem gerüttelt Maß an Weiterbildung – auch außerhalb der jeweiligen Sprache – führen. Heute zum Beispiel war der erste Satz – immer noch im Kapitel de keuken: »Hij kookt de rijst met de deksel erop.« Stellt sich Frage Nummer eins: Warum tut er das? Und gleich darauf Frage Nummer zwei: Warum tu ich das nicht? Was nahtlos überführt zu einer Anfrage bei der Suchmaschine meiner Wahl: Reis kochen Deckel. Tja, also ich koche den Reis offensichtlich nach der »Wassermethode«, während der Holländer die »Quellmethode« bevorzugt, so nennen das zumindest die Experten von lecker.de und führen auch gleich die Vor- und Nachteile an: Die Quellmethode hat den Vorteil, dass alle Würze und Vitalstoffe erhalten bleiben, weil nur so viel Wasser verwendet wird, wie der Reis aufnehmen kann, und also nichts weggegossen wird. Die Wassermethode hat den Vorteil, dass mehr Wasser verwendet wird als der Reis aufnehmen kann und alle Würze und Vitalstoffe mit dem Wasser weggegossen werden. Vorteil? Ja, weil neben Würze und Vitalstoffen im Reis halt auch viel Arsen enthalten ist, das dann auch weggossen wird. Je nachdem worauf man also mehr Wert legt, Würze oder Gift, man hat die Wahl/It’s up to you/Aan jou de keus. [Und ja: Es gibt natürlich auch noch Reiskocher und Reisbeutel-Reis und Sushi-Reis und Djuvec-Reis und nicht zu vergessen, den ägyptischen Reis, von dem die turbohausfrau schwärmt – aber ich wollte ja keinen Reis-Workshop halten, sondern das Küchentagebuch aufschreiben, in dem es passenderweise heute Nudeln gibt.]

Küchentagebuch, Samstag 9. Oktober 2021

  • Spaghetti (mit aufgelegtem Deckel)
  • Basilikum-Pesto (nach einem Rezept von lamiacucina.blog)
  • Gurken-Salat mit Joghurt-Ziegenkäse-Dressing
Der oder das Basilikum hätte die kommenden Frostnächte nicht überlebt – eine Rettungsaktion

Hackbällchen, Möhren, Kartoffeln

Ich warte immer noch auf die Künstliche Intelligenz. Auf die Menschliche Intelligenz zu warten, habe ich schon vor langer Zeit aufgegeben. Als heute das letzte Teams-Fenster geschlossen und somit das Wochenende sozusagen am Werden war, habe ich mich auf die Couch gesetzt und das iPad eingeschaltet, um eine Runde Duolingo zu spielen (offizielle Sprachregelung: Eine Fremdsprachen-Lektion zu üben). Die erste Runde (offiziell: Lektion) war Holländisch, Thema de keuken/the kitchen und der erste Satz: »Wil je een toetje voor het diner vanavond?«. Meine Antwort »JA! JA, Bitte!« wurde als falsch zurückgewiesen. Ich dachte, das war vielleicht ein wenig forsch und habe es deshalb ein bisschen freundlicher versucht: »Bitte, lieber, lieber Duo, ein Nachtisch heute Abend wär ganz, ganz großartig!«. Wieder falsch. Und weil mir dann einfiel, dass die Ausgangssprache ja Englisch ist, habe ich es nochmal versucht: »Yes, yes please, Dear Duo. I would be really delighted if you would send me a dessert – you have my address.« Wieder falsch. Offensichtlich hätte ich das übersetzen sollen! Ich meine: Eine Sprach-App! Da wird man wohl doch erwarten können, dass …

Küchentagebuch, Freitag 8. Oktober 2021

Soulfood, um nicht vorschnell in eine Herbstdepression zu schliddern

Pasta, Bohnen, Speck

Was ich gestern wegen der Frage, woher der Name Orange kommt, und ob Apfelsine nicht der schönere Name ist, total aus dem Auge verloren habe, ist das eigentliche Thema: die Orangen-Marmelade. Auf die freue ich mich schon jetzt wie Bolle. Ich hab zwar noch drei Gläschen der letzten Saison im Keller, aber was sind schon drei Gläschen. Eines ist beschriftet mit »Orange«, eines mit »Blutorange« und eines mit »Zitrus« (ich glaube da waren Zitronen, Limetten, Blut- und normale Orangen im Spiel). Ich weiß nicht, welche besser ist, und für große Verkostungen reicht die Menge einfach nicht mehr. Zwar ist sich die Nichte sicher, dass »Zitrus« eindeutig vorne liegt und sich die beiden anderen dahinter ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, aber das nützt ihr nichts, weil ich ja ausgerechnet dafür kein Rezept und noch nicht mal eine ungefähre Vorstellung vom Mengenverhältnis habe. Bin ich etwa eine Marmeladen-Fabrik? Und wenn ich es wäre, dürfte ich dann Gsälz draufschreiben, oder müsste das Marmelade heißen? Konfitüre auf jeden Fall schon mal nicht. Erstens weil mir das Wort nicht über die Lippen will. Und zweitens weil es ja Gesetze gibt. Es gibt zwar kein Gesetzt, das vorschreibt, die Zuckermenge zu kennzeichnen, aber eine EU-Verordnung, die bestimmt, dass Marmelade nur aus Zitrusfrüchten bestehen darf und alles andere Konfitüre oder Gelee heißen muss, die gibt es schon. Seit dem Brexit nehmen das viele europäische Länder nicht mehr ganz so ernst, denn die Briten waren es, die auf diese Verordnung bestanden. Weil es schon immer so war. Wirklich? Nicht unbedingt. Denn ursprünglich war die marmelada aus Portugal und war – wie der Name sagt – das heute noch beliebte Quittenkonfekt oder Quittenbrot. Manchmal auch auch Quittenkonfitüre., übrigens auch bei den Briten. Die Engländer haben dann irgendwann (wegen fehlender LKW-Fahrer?) die Quitten durch Äpfel ersetzt, dafür aber Zitrusfrüchte zugesetzt, und nachdem sie die Äpfel auch nicht mehr wollten, blieben halt noch die Zitrusfrüchte. Dank Brexit kann uns das jetzt ziemlich egal sein, aber warum die Portugiesen »estar na marmelada« sagen, wenn sie »rumknutschen«, erschließt sich mir weder mit Quitten-, noch mit Apfel- oder Apfelsinen-Marmelade. Sei’s drum.

Küchentagebuch, Donnerstag, 7. Oktober 2021

  • Pasta e Fagioli (siehe hier)
  • mit Bauernbrot
  • und Parmesan, Pecorino (aus dem Supermarkt) und einem wahnsinnig guten Hartkäse aus der Lombardei (vom Käsefachmann)
Das gibt es viel zu selten, immer erst, wenn ich sehr viel zu tun habe, warum?

Blumenkohl, Kartoffelpüree, Soße

Jetzt, wo das Wetter sich nicht entscheiden kann, ob es Spätsommerwetter sein will oder Frühwinterwetter, kann man sich einfach mal hinsetzen und von der Orangensaison träumen. Schaden kann das auf jeden Fall nicht, auch wenn es schon noch ein paar Tage dauern wird. Fangen wir mal mit der Pomeranze an, einer Bitterorange, die in Italien wächst und (wahrscheinlich schon immer) gewachsen ist. Dort heißt sie natürlich nicht Pomeranze, sondern pomarancia, was vorne aus dem Apfel pomo und hinten aus der Orange arancia besteht, wobei letztere – sowohl Name als auch die bittere Frucht – aus dem Persischen (nāräng) nach Sizilien importiert wurden, in Nordeuropa aber war das kein Renner. Erst als die Portugiesen aus China zurückkamen und die süße Orange mitbrachten, änderte sich das. Diese Frucht war um einiges beliebter. Und deshalb hatte sie auch gleich zwei Namen: Die Italiener benutzten natürlich ihren bitteren Namen und so kam über Italien, Spanien und Frankreich die Orange nach Süd-Deutschland, erst als Farbe, dann auch als Frucht. Wir hier in Norddeutschland bekamen die Apfelsine (den Apel Sina oder Apfel aus China) direkt über Amsterdam aus Portugal und essen deshalb auch heute noch mit Vorliebe Apfelsinen, zur Not aber natürlich auch Orangen, nur die Pomeranzen mochten wir eigentlich noch nie.

Küchentagebuch, Mittwoch 6. Oktober 2021

Die Erklärung für diese aparte Kombination würde das Küchentagebuch sprengen

Zander, Linsen, Orange

Jetzt, wo die Koalitionsverhandlungen richtig in Schwung kommen und wir bald erstmal Elektroauto fahren und dann zu Fuß gehen werden, wird es Zeit dem Wort fahren zu huldigen, das uns jetzt eine sehr lange Zeit zu Diensten war und nun vielleicht aussterben wird😪. Im Althochdeutschen lautete das Wort faran, und während man heute ein Fahrzeug braucht, war das damals nicht nötig*): Ein Ritter konnte auf einem Pferd faran, und ein Vogel fuor durch die Luft. Dabei hätte es aus heutiger Sicht – zumindest für den Ritter – auch das Wort ritan gegeben, das auf *reidh- »fahren, in Bewegung sein« zurückgeht. Ob wir also in Zukunft noch wie die Holländer rijden, »Auto fahren« oder eher wie die Engländer ride a bike, wird sich herausstellen. Und die alte Bedeutung von reiten begegnet uns heute noch im Wort bereit, »fertig zum Fahren«. Fertig wiederum kommt von Fahrt: »für die Fahrt vorbereitet, also fährtig«. So, mir reicht’s, ich habe jetzt fertig.

*) Ich lese gerade wieder „Das kleine Ethymologicum“ von Kristin Kopf.

Küchentagebuch, Dienstag 5. Oktober 2021

  • Gebratenes Zanderfilet auf
  • Rahmlinsen mit Orange (so wie hier)
Die Linsen, der Fisch … ich könnte das ruhig öfter mal machen

Sellerie, Blumenkohl, Brot

Wie es dazu kam. Folge 2. Ich habe einen Blumenkohl gekauft. Die Vorgaben dafür waren: Lecker, geröstet (nicht gekocht), einfach und möglichst am Stück (keine Lust zu schnipseln). Wenn man diese drei Bedingungen in einen Sack stopft, kräftig umrührt und wieder auskippt, dann liegt da – quasi wie von Zauberhand – das auf S. 106 aufgeschlagene Kochbuch Simpel (einfach) von Ottolenghi (lecker): Im Ganzen (keine Lust zu schnippeln) gerösteter (geröstet) Blumenkohl. Damit hätte ich es gut sein lassen können. Noch eine grüne Tahin-Sauce dazu und fertig (zu finden u.v.a. bei elbcuisine.de, wo es auch eine interessante scharf-knusprige Version von Jamie Oliver gäbe) . Und dann wollte ich wohl doch wissen, was denn die Suchmaschine aller Suchmaschinen mit den Begriffen „Ottolenghi“ und „Blumenkohl“ anzufangen weiß. Das hätte ich nicht tun sollen. Mehrere Stunden später tauchte ich aus dem reißenden Rezept-Fluss, der sich über mich ergossen hatte, wieder auf – und hatte alle Vorsätze vergessen. Sollte ich nicht vielleicht doch endlich den „Salat von geröstetem Blumenkohl mit Haselnüssen“ machen, den außer mir schon die ganze Welt gegessen hat und den sogar Robert nachgekocht hat? (Und wenn die Haselnüsse ausgegangen sind, dann geht vielleicht auch der Blumenkohlsalat mit Granatapfel und Pistazien bei fraeulein-sommerfeld.de; wobei die Variante von magentratzerl.de mit Curry, Ei und Linsen auch nicht schlecht klänge) oder überbacken mit Senf-Cheddar-Sauce (herbs-and-chocolate.de), vielleicht mit Safran (widmatt.ch), oder mit Zaatar und gerösteten Kapern (limonrimon.ch)? Oder – ganz schräg – eine Kalte Gurken-Blumenkohlsuppe mit Ingwer (Simple, feedmeupbeforeyougogo.de). Oder – oops, liegt da nicht noch eine Sellerieknolle rum? – das Selleriepüree mit pikantem Blumenkohl (lieberlecker) und dazu vielleicht ein Fladenbrot – Vorsätze vergessen. So ist es dazu gekommen. Folge 2.

Küchentagebuch, Montag 4. Oktober 2021

  • Selleriepüree mit pikantem Blumenkohl (lieberlecker)
  • Fladenbrot
Wenn ich nicht alles falsch gemacht habe, würde ich das Gericht nicht empfehlen

Miso-Aubergine, Tom-Ka-Schwein, Reis

Wie es dazu kam, Folge 1. Ich fand im Garten eine ausgewachsene Aubergine, die jemand täuschend echt an der Pflanze angebracht haben muss, weil ich ja alles auch nur Auberginen-Ähnliche schon geerntet hatte. Kurz vorher sah ich bei Zimtkringel ein Rezept, bei dem eine Aubergine mit einer Misoglasur übergrillt wird. Ich sage also zu Frau T. : „Bringst du bitte eine weiße Miso-Paste mit?“ – „Miso was?“ – „Gibt’s im Asia-Regal. Ich brauch eine weiße. Gibt’s auch in rot und gelb und vielleicht auch blau.“ Zurück kam Frau T. mit einer Tom-Ka-Pasta. Die zuständige Regalfachkraft hat wohl gesagt, das sei die einzige Paste, die sie hätten. Gut. Eine Recherche im Netz ergab, dass Tom Ka Paste nahezu ausschließlich zur Zubereitung von Tom Ka Gai verwendet wird (und dafür machen wir die Paste ja dann bekanntlich selbst, unter anderem aus Galgant, Ingwer, Zitronengras und Kaffir-Limetten-Blättern). Auf Suppe hatte ich jetzt so gar keine Lust (die Aubergine ist ja schon eine Vorspeise) und außerdem heißt Gai auf Thai ja Huhn und aus irgendwelchen Gründen hatte ich schon ein Schwein gekauft. Nun, ich wollte die Paste nicht auf einen bayrischen Schweinebraten streichen und Kokosmilch ist – so war mein Eindruck – im Zusammenhang mit Tom Ka irgendwie gesetzt. Also habe ich einen Topf Reis aufgesetzt, den Wok angeworfen, das geschnetzelte Schwein angebraten, mit Kokosmilch übergossen und mit ein wenig Gemüse gegart. Die Paste hätte ich beinahe vergessen. So ist es dazu gekommen, Folge 1.

Küchentagebuch, Sonntag 3. Oktober 2021

  • Nasu Dengaku – Auberginen mit Misoglasur (bei zimtkringel.org)
  • Tom-Ka-Kokosmilch-Schwein (ein wenig inspiriert von kochbar.de)
  • Reis
Die Auberginen waren nicht verbrannt, die Misopaste aber recht dunkel; alles in allem sehr empfehlenswert

Pasta, Walnuss, Käse

Es ist übrigens nicht ganz richtig, dass sich Engländer/Amerikaner immer duzen. Denn eigentlich siezen sie sich alle. Das »you« entspricht nämlich unserem »Sie«, das englische »du« (thou, ye) war früher noch üblich und taucht manchmal in Bibelsprüchen oder in dem wunderschönen Film „O Brother, Where Art Thou“ auf. In Lateinamerika gibt es eine ähnliche Entwicklung in der spanischen Sprache, wenn auch hauptsächlich in der zweiten Person Plural. Auch dort verschwindet das »vosotros« (ihr) immer mehr zugunsten des »ustedes« (Sie, plural). Und in weiten Teilen Brasiliens (und mehr und mehr auch in Portugal) ist die zweite Person ganz verschwunden und durch die förmliche dritte Person (você, vocês) ersetzt worden. Das ist für Sprachschüler ganz angenehm, weil viele Flexionen wegfallen, und alle diese Sprachen haben natürlich trotzdem verschiedene Möglichkeiten, Distanz zu wahren, aber schade ist es schon. Auch wenn, nur als Beispiel, das „Blogger-Du“, das ich immer ein wenig künstlich fand, noch üblich ist, dann bedeutet das ja nicht unbedingt, dass alle eine große Gemeinde bilden und sich ach so gut verstehen. Ich würde dafür plädieren, das »Sie« in Ehren zu halten, solange es (in seiner ursprünglichen Bedeutung) noch existiert.

Küchentagebuch, Samstag 1. Oktober 2021

  • Penne mit Chili-Walnuss-Blauschimmelkäse-Sauce
  • Salat
  • Eine halbe Rotweinbirne (brüderlich geteilt)
Schnell, gut, immer wieder
Tischgespräche
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